Dass „der Herr durch die Verdienste und Fürbitte des heiligen Märtyrers Tiberius Heil und Frieden“ verleihe, betet der Priester oder Diakon, während er das Kissen mit der Schädelreliquie des Heiligen den Gläubigen auflegt. Am Sonntag, 10. November, werden Menschen aus nah und fern im Münster Obermarchtal wieder Schlange stehen, um den Tiberiussegen zu empfangen. „Viele schätzen diesen Einzelsegen", berichtet Pfarrer Gianfranco Loi und verweist auf das besondere „Charisma" des Heiligen: Besonders bei Kopfschmerzen und Krankheit wird Tiberius angerufen. Ein Gemälde gegenüber dem Tiberiusaltar im Münster zeigt, wie sich schon vor Jahrhunderten Menschen auf diese Weise der Fürsprache dieses Heiligen anvertrauten, um Stärkung und Trost zu erfahren. Im Staatsarchiv Sigmaringen wird ein Archivale verwahrt, das Berichte von Gläubigen, die ihre unerklärliche Heilung von Krankheiten dem Wirken des heiligen Märtyrers zuschreiben, enthält.