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Ukrainische Ikone für Stadtdekanat

Ein ukrainisches Künstlerehepaar hat eine Ikone auf den Deckel einer Munitionskiste geschrieben. Das Werk ist beim Friedesgebet am Freitag zu sehen.

Stuttgart

Stadtdekan Christian Hermes mit dem Künstlerehepaar Sonia Atlantova und Oleksandr Klymenko und Pfarrer Roman Wruszczak von der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde Stuttgart (v.l.n.r) bei der Übergabe der Ikone. Bild: Stadtdekanat Stuttgart

Das ukrainische Künstlerehepaar Sonia Atlantova und Oleksandr Klymenko hat für das Stadtdekanat Stuttgart eine Ikone geschrieben. Anstelle einer Leinwand verwendete das Paar den Deckel einer Munitionskiste als Grundlage. Das Kunstwerk, das Maria und das Jesuskind zeigt, soll Trost spenden und an den Sieg des Lebens über den Tod erinnern. Beim ökumenischen Friedensgottesdienst am Freitag, 24. Februar, um 18 Uhr in St. Eberhard ist die Ikone im Original zu sehen.

Stadtdekan Christian Hermes war beeindruckt, als er die Ikone vom Künstlerehepaar Sonia Atlantova und Oleksandr Klymenko überreicht bekam. Als Motiv hat er sie bereits in seiner Weihnachtsbotschaft verwendet. Nun aber die Ikone im Original zu sehen und den Holzdeckel der Munitionskiste in Händen zu halten, aus dem verrostete Nägel herausragen, löst Betroffenheit aus. „Mich berührt das Motiv, das über 2000 Jahre alt und gleichzeitig so aktuell ist. Das Holz der Munitionskiste steht für die harte und grausame Realität, in der Gottes Friede ankommen soll und muss. Und dieser Friede ist so zerbrechlich und schutzbedürftig wie ein kleines Kind“, sagt Stadtdekan Christian Hermes.

Ikonen drücken Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit aus

Die Idee, Ikonen auf Munitionskisten zu schreiben, hatte das Ehepaar, das in Kiew lebt und arbeitet, bereits im Jahr 2014, als Russland im Donbass einmarschierte. Mit ihren Werken wollen die beiden Gewalt und Schmerz in Trost verwandeln. „In jeder unserer Ikonen sehen wir Erlösung, Frieden und die Erfüllung unserer Hoffnungen“, sagt das Künstlerehepaar, das seit 23 Jahren gemeinsam Ikonen schreibt.

Mit Ausstellungen auf Friedensmission quer durch Europa

Ihre Werke auf Munitionskisten haben die beiden bereits in 53 europäischen Städten ausgestellt. Mit Erlaubnis der ukrainischen Regierung dürfen sie zu Ausstellungen ausreisen – so war auch die Übergabe der Ikone in Stuttgart möglich. „Das Jesuskind in den Armen von Maria streckt die Hände nach oben, als ob es wüsste, dass es später am Kreuz sterben würde“, erklärt Oleksandr Klymenko das Motiv, das für die Katholische Kirche in Stuttgart entstanden ist.

Unterstützung für mobiles Krankenhaus

Das Stadtdekanat hat die Ikone gekauft und der örtlichen ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde geschenkt. Mit dem Verkaufserlös unterstützt das Künstlerehepaar ein mobiles Krankenhaus in der Ostukraine.

Ökumenischer Friedensgottesdienst am Freitag, 24. Februar 2023

Am 24. Februar 2023 – genau ein Jahr nach Beginn des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine – feiern Ernst-Wilhelm Gohl, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, und Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, gemeinsam einen Friedensgottesdienst in der Domkirche St. Eberhard (Königstraße 7A, Stuttgart). Mitwirken werden auch Pfarrer Roman Wruszczak und Mitglieder der Stuttgarter ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde sowie Stiftskirchenpfarrer Matthias Vosseler und Stadtdekan Christian Hermes. Beginn ist um 18 Uhr.

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