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„Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“

In Treue und den Menschen zugewandter Art hat Pfarrer Anton Forner seinen priesterlichen Dienst ausgeübt. Jetzt feierte er diamantenes Jubiläum.

Pfahlheim

Pfarrer i.R. Anton Forner feierte in der Wallfahrtskirche Flochberg sein diamantenes Priesterjubiläum. Foto: drs/Jerabek

Bei Maria findet er Ruhe, bei Maria tankt er Kraft: Seit seiner Kindheit ist Anton Forner mit der Wallfahrtskirche in Flochberg bei Bopfingen verbunden. Der „Muttergottes vom Roggenacker“ vertraut er große und kleine Anliegen an - seine und vor allem die der Menschen, denen er seit 60 Jahren ein zugewandter Seelsorger ist. Nicht weit von Flochberg, das ihm zu einer geistlichen Heimat geworden ist, liegen seine familiären Wurzeln: In Zipplingen, das heute zu Unterschneidheim gehört und ganz im Osten des Dekanats Ostalb liegt, wurde Anton Forner am 27. April 1940 geboren.

Es klingt eher unspektakulär, wenn er über seinen Werdegang erzählt: 1951 kam Anton Forner in das Martinihaus, das bischöfliche Studienseminar in Rottenburg, wechselte später nach Rottweil, wo er 1960 Abitur machte. Aber in seinem Erzählen schwingt immer Dankbarkeit mit und die Erinnerung an schöne Erlebnisse: In Rottweil auf dem Gymnasium wurde viel musiziert und viel gelacht, „und es gab einmal die Gelegenheit, nach Paris zu fahren“, was wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wohl nicht selbstverständlich war.

In liebevoller Hingabe an Gott und die Mitmenschen

Nach seinem Theologiestudium in Tübingen wurde Anton Forner am 17. Juli 1965 durch Bischof Carl Joseph Leiprecht im Rottenburger Dom zum Priester geweiht. Auf seine Vikarsjahre in Ehningen und Gärtringen (1965-1968) sowie in Wasseralfingen (1968-1971) wurde Forner Kurat und Pfarrer in St. Michael in der Pelzwasensiedlung in Aalen - heute hat dort die kroatische Gemeinde ihren Sitz - sowie in St. Elisabeth auf dem Grauleshof. Von Juni 1982 an wirkte er als Pfarrer von St. Peter und Paul in Röhlingen, von Ende 1991 an auch in St. Nikolaus in Pfahlheim und St. Johannes in Beersbach. Erst mit 77 Jahren - Anfang 2018 - ging er in Ruhestand und blieb seinen ehemaligen Gemeinden dennoch verbunden.

Freunde und Weggefährten beschreiben Anton Forner als bescheidenen, mit Wissen erfüllten Priester, der nie nach besonderen Ehren und Ämtern gestrebt habe und beim Feiern des Gottesdienstes oder anderen Gelegenheiten auch nicht glänzen wollte, sondern in Treue und in den Menschen zugewandter Art seinen priesterlichen Dienst ausgeübt hat und ausübt. Der Bibelvers, unter den er seine Primizpredigt am 25. Juli 1965 gestellt hat - „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“ (Matthäus 10,8) - ist ihm dabei zu einer Richtschnur geworden. Nicht auf das Große und Spektakuläre ist es ihm angekommen, sondern auf eine liebevolle Hingabe an Gott und die Mitmenschen, die sich gerade in den kleinen Gesten des Alltags zeigt und die in besonderer Weise von Thérèse von Lisieux verkörpert wurde - einer Heiligen, die Anton Forner besonders ins Herz geschlossen und der er auf zahlreichen Wallfahrten gen Lourdes unterwegs gerne einen Besuch abgestattet hat. Gerne erinnert sich Forner an die gute Gemeinschaft, die er in seinem Dienst als Pfarrer erlebt habe, und vergisst dabei nicht, „ein herzliches Vergelt's Gott“ zu sagen, „allen, die mich begleitet haben“.

„Segne du, Maria, segne mich, dein Kind“

Auch wenn (oder gerade weil) es Anton Forner umtreibt, dass der Glaube und der Kirchenbesuch rückläufig sind und Menschen mit manchen Veränderungen nicht Schritt halten können oder wollen, wird er nicht müde, sich als Seelsorger das Alltägliche, das, was die Menschen in ihrem Alltag bewegt, zum Anliegen zu machen - und immer wieder auch in kindlichem Vertrauen vor die Gottesmutter zu bringen. Auf dem Andachtsbildchen, mit dem die ihm herzlich verbundene Seelsorgeeinheit Philipp Jeningen zum Diamantenen Priesterjubiläum gratuliert, findet sich auf der Rückseite der Text eines der bekanntesten Marienlieder: Segne du, Maria, segne mich, dein Kind, / dass ich hier den Frieden, dort den Himmel find! / Segne all mein Denken, segne all mein Tun, / lass in deinem Segen Tag und Nacht mich ruhn!

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