Kurz nach acht Uhr setzt in der Morizkircheeine Trompete ein, die Orgel antwortet. Rüdiger Ruf und Annette Klaiber-Bächle eröffnen den Tag mit Purcell und Bach. Rund zwanzig Radlerinnen und Radler, die gleich den neuen Barbara- und Josef-Steiner-Radweg zum ersten Mal abfahren, sitzen in den Kirchenbänken und hören zu, ihre Räder lehnen draußen. Dann bittet Kirchenführer Ernst Heimes die Gruppe nach vorne ins Chorgestühl, wo er vor dem Kruzifix über die Kreuzigung Christi spricht. Zum Abschluss noch einmal Musik, diesmal „One Moment in Time“ und „You Raise Me Up“, Modernes neben dem Barock. Ein erfrischender Start in den Tag.
Dass die Musik ausgerechnet hier erklingt, passt. In der Morizkirche hat vor mehr als 60 Jahren alles angefangen. Josef Steiner, gerade als Kirchenmaler aus Ulm gekommen, restaurierte sie. „Und dann sind immer mehr Aufträge dazugekommen“, sagt seine Tochter Ursula Steiner. Vom Rottenburger Stadtteil Weiler aus prägten Josef und seine Frau Barbara Steiner über Jahrzehnte Kirchen und Schlösser in ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus. Wie viele es waren, weiß Ursula Steiner nicht genau. „Es waren unzählige“, sagt sie.
Sieben dieser Kirchen hat am Samstag zum ersten Mal ein Radweg verbunden. Er trägt die Namen der beiden: Josef- und Barbara-Steiner-Radweg.