Zum Inhalt springen

Unterscheide!

Unterscheiden heißt, genau hinzuschauen: Rollen klären, das Wesentliche erkennen und Kirche offen, ehrlich und lebendig gestalten. - Marita Walz -

Rottenburg am Neckar
Diözese Rottenburg-Stuttgart

Marita Walz, Diözesanrätin, mit der Haltung „Unterscheide“ | Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Jochen Wiedemann

Die synodale Haltung des „Unterscheidens“ prägt mein Denken nicht nur kirchlich, sondern auch beruflich: Als Sozialarbeiterin habe ich im Studium und in meinen verschiedenen Stellen gelernt, wie wesentlich es ist, Rollen, Verantwortungen und Aufgaben klar zu unterscheiden: In welcher Rolle trete ich auf? Was ist meine Aufgabe – und was nicht? Diese Klärung schärft den Blick.

Auch in kirchlichen Gremien wie dem Diözesanrat oder dem Kirchengemeinderat ist diese Haltung für mich entscheidend. Unterscheiden hilft, sich nicht am Status quo festzuklammern, sondern sich ehrlich zu fragen: Für wen bin ich eigentlich da? Was brauchen die Menschen heute – und was erwarten sie in Zukunft von uns als Kirche? Es geht nicht um Bewahrung um jeden Preis, sondern um Bewegung. Wenn ich weiß, welchen „Hut“ ich gerade aufhabe und welches Mandat damit verbunden ist, ist das möglich. Dann ist Kirche nicht statisch, sondern ein Raum, der offen ist für die Fragen und Zeichen der Zeit.

Zu unterscheiden ist ein Prozess. Er braucht Zeit, Zuhören und den Austausch über die eigene Blase hinaus – mit unterschiedlichen Menschen aus Diözese und Dekanat. Wenn ich ein Mandat habe, geht es nicht um Lobbyarbeit, sondern um das große Ganze und in diesen Dienst muss ich mich stellen. 

Als KGR-Mitglied habe ich das auch in unserem Gemeindeentwicklungsprozess erlebt. Wir mussten unterschieden zwischen dem, was bisher möglich war und dem, was auf Dauer nicht mehr möglich ist. Und wir mussten unterscheiden zwischen dem, was wir wirklich brauchen und was vielleicht nicht (mehr). Darin liegt der tiefere Sinn des Unterscheidens – es trennt nicht, sondern führt zum Wesentlichen und macht Kirche glaubwürdig.

Marita Walz, Mitglied des Diözesanrats

Unterscheide – mit wem du über was sprechen kannst – was dein Amt/deine Rolle/deine Funktion von dir verlangen und was dir persönlich wichtig ist – woher die heftigen Gefühle kommen, die du gerade spürst – entwickle ein Gespür, welcher Vorschlag die Synode mehr auf der Spur Christi bringt.
(P. Franz Meures SJ)

Die zehn synodalen Haltungen können Orientierung geben und Impulse setzen, wie in Gremien eine offene und ehrliche Auseinandersetzung stattfinden kann – besonders in den Zeiten der Veränderungen, die vor uns liegen. Daher stellen wir Ihnen in den nächsten Wochen die zehn synodalen Haltungen vor – begleitet von Stimmen aus der gesamten Diözese. 

Lassen Sie sich inspirieren, wie „Haltung zeigen“ unseren gemeinsamen Weg zur Kirche der Zukunft prägen kann. 

Material und Unterstützung finden Sie hier

Alle bereits veröffentlichten Synodalen Haltungen und weitere Informationen finden Sie in unserem Dossier „Fastenzeit” sowie auf der Website „Kirche der Zukunft”.

Aktuelles

zum Thema

Kirche der Zukunft entsteht im Dialog

Stuttgart

In die Überlegungen zur Neustrukturierung der Kirchengemeinden in der Diözese werden verschiedene Perspektiven einbezogen.

Foto: DRS/Guzy

Neue Strukturen für das Glaubensleben

Öhringen

Vertreterinnen und Vertreter aus Heilbronn-Neckarsulm, Hohenlohe und Mergentheim nutzen die Möglichkeit zum Austausch über „Kirche der Zukunft“.

Aktuelles

aus der Region

Arkadius Guzy

Glockenfreundschaft findet Anklang

Rottenburg

Eine Delegation aus der polnischen Diözese Świdnica/Schweidnitz ist zu Gast in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Universität Tübingen

Apostel Paulus und das Geld

Tübingen

Besondere Münzen entdecken: Die Ausstellung „Apostel Paulus und das Geld“ im Museum der Universität Tübingen verbindet Geschichte und die Bibel.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Markus Waggershauser

Der Einheit im Glauben dienen

Ravensburg

Bischof Dr. Klaus Krämer weiht in Ravensburg vier Diakone zu Priestern und ermutigt sie zu einer Kultur des Miteinanders und der gemeinsamen Suche.

Ulrich Gresser

Nicht wegschauen angesichts des Leidens

Bei der zweitgrößten Reiterprozession Mitteleuropas erinnert der Niederaltaicher Abt Marianus Bieber an Krieg und Terror damals und heute.

Gute Gedanken im Wimmelbild des Lebens

Ellwangen (Jagst)

Pater Philipp für Profis und für Anfänger - In einer kleinen, feinen Ausstellung im Programm der Landesgartenschau kann man den Seligen neu entdecken.

Christian Turrey

Zwischen Krieg und Hoffnung

Stuttgart

Vier Monate saß Rabbiner Jeremy Milgrom wegen des Kriegs in Israel fest. Jetzt erzählt der Friedensaktivist im Interview von seinen Erfahrungen.

iStock.com/IR_Stone

Feier des Weihejubiläums

Rottenburg

Folgende Priester und Diakone der Diözese sind vor 50, 60 und mehr Jahren geweiht worden und feiern in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum.