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Hilfe für jene, die am meisten leiden

Caritasverband, Diözese, Mitarbeitende und Spender aus ganz Deutschland unterstützen die Caritas Ambrosiana in Norditalien.

Rottenburg / Stuttgart

134.400 Euro gehen als Soforthilfe an die Caritas Ambrosiana in Norditalien. Nach dem verheerenden Corona-Ausbruch Ende März hatte der Caritasverband Rottenburg-Stuttgart zur Spende aufgerufen und mit 100.000 Euro gemeinsam mit der Caritasstiftung Lebenswerk Zukunft den Grundstock für die umfassende Hilfe gelegt.

Inzwischen haben weitere Spender die Spendensumme aufgestockt: So spendeten die Mitarbeitenden des Verbandes 6.400 Euro, 20.000 Euro steuerte die Diözese Rottenburg-Stuttgart bei, 5.000 Euro die Freiwilligendienste in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Auch vom Kloster Sießen und Spendern aus ganz Deutschland gingen Spenden ein.

Ein Zeichen der Solidarität mit Norditalien

Mit der Spendenaktion will die Caritas gegenüber dem von der Pandemie stark in Mitleidenschaft gezogenen Norditalien ein Zeichen der Solidarität setzen. „Diese Spenden sind ein wichtiger Beitrag, damit notleidende Menschen in Norditalien auch jetzt mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden und eine Perspektive entwickeln können“, sagte Pfarrer Oliver Merkelbach, Caritasdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Allen Spenderinnen und Spendern danke ich für das Zeichen der Verbundenheit.“

Luciano Gualzetti, Caritasdirektor der Caritas Ambrosiana, bedankte sich bei allen Spendern, auch für ihre verbundene Nähe: „Diese großzügige Spende wird es uns ermöglichen, diejenigen weiterhin zu unterstützen, die unter der aktuellen Situation am meisten leiden. Denn in dieser schwierigen Lage ist es wichtig, dass niemand allein gelassen wird.“

Kirchengemeinden leisten Großteil der sozialen Arbeit

Anders als in Deutschland steht der italienische Staat für weniger Sozialleistungen ein. So leisten Kirchengemeinden einen Großteil der sozialen Arbeit mit nur wenigen Hauptamtlichen und sehr vielen Ehrenamtlichen. Neben der Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten ermöglichen die Spendengelder eben die Werbung und Schulung neuer Ehrenamtlicher. Außerdem werden die Spenden beispielsweise für die Ausstattung weiterer Schutzmasken eingesetzt sowie für Lunch-Pakete für hilfsbedürftige Menschen oder für Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose.

Das Erzbistum Mailand ist mit über 5 Millionen Katholiken das größte der Welt und erstreckt sich vom Comersee über die Metropole Mailand bis nach Melegnano kurz vor Florenz und umfasst somit rund die Hälfte der Bewohner der Lombardei.

Freundschaftliche Beziehungen und Austausch

Freundschaftliche Beziehungen und vertrauensvoller Austausch prägen die Partnerschaft zwischen der Caritas Rottenburg-Stuttgartund der Mailänder Caritas Ambrosianaseit den späten 1990er-Jahren. Ein Gewinn des gegenseitigen Austausches war die Übertragung der Mailänder „centri d’ascolti“, die im Jahr 2005 als „Orte des Zuhörens“ in den Caritasverband Rottenburg-Stuttgart eingeführt wurden. Bei den Orten des Zuhörens handelt es sich um ein Unterstützungsangebot für Menschen, die einen konkreten Rat oder einfach nur ein offenes Ohr suchen. Eigens dafür geschulte Ehrenamtliche stehen als Gesprächspartner zur Verfügung und können bei Bedarf in professionelle Hilfenetzwerke weiterleiten.

Zudem vermitteln die Freiwilligendienste der Diözese Rottenburg-Stuttgart seit 2016 im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps junge Menschen nach Mailand, die sich dort in sozialen Einrichtungen engagieren.

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