Dieses war völlig verloren gegangen, konnte aber durch das Studium der Vorgaben bei anderen Holzhey-Orgeln rekonstruiert werden. Auch der Spieltisch mit den Klaviaturen, von dem nur das Gehäuse erhalten war, wurde in Material und Machart so gut wie möglich wiederhergestellt.
Einzigartiges Zeugnis
Durch die jüngste Restaurierung sei die Orgel, dieses „einzigartige Zeugnis oberschwäbischer Klosterkultur, aus dem Dornröschenschlaf erweckt worden“, sagt Gregor Simon. „Hier verbindet sich das Genie Holzheys mit der Expertenerfahrung Rohlfs.“
Und so freut sich der Konzertorganist und Orgellehrer jedes Mal, wenn er Besuchern die Orgel zeigen kann: „Es ist faszinierend zu beobachten, wie auch Menschen, die vielleicht erst nur mäßig interessiert scheinen, nach der Führung strahlend das Münster verlassen, beeindruckt davon, wie das Rieseninstrument Orgel aufgebaut ist, wie es funktioniert, welche Vielfalt an Klangkombinationsmöglichkeiten sie hergibt und wie faszinierend sie zu spielen ist.“
Vor allem aber freut sich Simon, wenn die Holzhey-Orgel von Obermarchtal, die unter Organisten weltweit zu den begehrtesten Konzertinstrumenten zähle, für Gottesdienst- und Kirchenbesucher zum Klingen kommt – um, wie Bischof Gebhard Fürst zur vollendeten Restaurierung schrieb, „Gottes Größe zu loben und die Herzen der Menschen zu Gott empor zu heben“.