Zum Inhalt springen

Verantwortungsvoller Umgang

Nulltoleranz-Politik bei Zweckentfremdung: Bischof Dr. Gebhard Fürst ist zufrieden mit der Rechnungsprüfung bei den Kirchengemeinden.

Rottenburg am Neckar

Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Christine Mebes

Die ganz große Mehrheit der 1.020 Kirchengemeinden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart geht sorgsam, verantwortungsbewusst und in jeder Hinsicht korrekt mit ihren Geldmitteln um. Dies ist das Ergebnis der Arbeit der Abteilung Kirchengemeinden / Rechnungsprüfungsamt im Bischöflichen Ordinariat und deren turnusmäßigen Prüfungen. Laut Bischof Dr. Gebhard Fürst sind die Unabhängigkeit der Prüfung und das mit großer Ernsthaftigkeit betriebene Umsetzen und Einhalten der Rechtsvorschriften von zentraler Bedeutung für die Diözese Rottenburg-Stuttgart. "Bei Zweckentfremdung und Missbrauch gilt eine Nulltoleranz-Politik", sagt der Bischof.
 
Und der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart stellt weiter klar: "Wir bestehen auf einer verantwortungsbewussten Verwendung aller Gelder, inklusive der Kirchensteuermittel. Die sachgerechte und keinesfalls missbräuchliche Verwendung der uns anvertrauten öffentlichen Gelder muss unter allen Umständen gewahrt sein."

Prüfung alle zwei Jahre und stichprobenartig

Laut Antonius Bero, Leiter der Abteilung Kirchengemeinden / Rechnungsprüfungsamt, sowie Kai Weber, Leiter des Prüfungswesens, beinhaltet die aktuelle Prüfordnung Regel-, Schwerpunkt- und Sonderprüfungen. Ziel sei es, alle 25 Verwaltungszentren der Diözese, in die der Großteil der relevanten Prozesse aus den Kirchengemeinden ausgelagert wurde, in einem Turnus von mindestens zwei Jahren zu prüfen. Außerdem werde stichprobenartig auch in den Kirchengemeinden geprüft. Laut Antonius Bero erfolgt diese Arbeit mit einer Software aus dem Banken- und Industriebereich. "Hier fällt nichts unter den Tisch", betont der Abteilungsleiter.

Dass die Kirchengemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart den Vorgaben in so gut wie allen Fällen mit Gewissenhaftigkeit nachkommen, zeigt sich in nun vorgelegten Resultaten des Rechnungsprüfungsamts: Bei zuletzt rund 30 Prüfungen mit insgesamt 14.700 Prüfvorgängen in Verwaltungszentren und Kirchengemeinden waren die Prüfer in nur 24 Fällen und somit bei 0,16 Prozent der unter die Lupe genommenen Handlungen auf Vorkommnisse gestoßen, die einen finanziellen Schaden verursacht hatten oder bei denen eine strafrechtliche Relevanz vorhanden war. In den allermeisten der 1105 Fällen mit Beanstandung (97,7 Prozent) hatte es sich dagegen um so genannte "unwesentliche" oder "noch unwesentliche Mängel" in der Buchführung gehandelt, wie beispielsweise die verspätete Erstellung der Jahresrechnung.

Unterstützung durch Weiterbildung

Kai Weber beschreibt die Herangehensweise der Rechnungsprüfung dabei so: "Wir bewegen uns in einer Arbeitskultur, in der wir Fehler als menschlich ansehen und in der wir alle interessiert sind, uns ständig zu verbessern und Versäumnisse zu revidieren. Dabei unterstützen wir die Mitarbeitenden, indem wir beispielsweise Schulungsbedarf erkennen und entsprechende Weiterbildungen anbieten. Sobald aber grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz ins Spiel kommt, hört für uns der Spaß auf."

Zu den Verfehlungen, die sein Team in der höchsten Kategorie "schwerwiegende Mängel" aufgedeckt hat, gehöre so beispielsweise ein Kirchenpfleger, der Gelder im sechsstelligen Bereich in die eigene Tasche gesteckt hatte. In solchen Fällen seien Strafanzeigen und fristlose Kündigungen die Konsequenz, sagt Weber.

In der folgenden Kategorie "wesentliche Mängel" sei etwa ein Fall entdeckt worden, bei dem es über Jahre versäumt wurde, Zuschüsse für eine Kita in kirchlicher Trägerschaft bei der bürgerlichen Gemeinde zu beantragen, wodurch ein hoher Verlust entstanden war. In einem anderen Ort sei eine durch das Ordinariat nicht genehmigte Stelle besetzt worden. Hier erfolgten umgehend Sanktionen wie das Einfrieren aller Zuschüsse – solange, bis die Mängel behoben wurden.

Mehr zum Autor

Aktuelles

aus der Region

Ines Szuck

Mutig nach vorne - Impulse aus Heiligenbronn

Heiligenbronn

Wie entsteht die Bereitschaft, Vertrautes neu zu denken? Darum geht es beim Besuch des Präsidiums des Diözesanrats bei der Stiftung St. Franziskus.

Kurt Glückler

Weihe des Gedenksteins für Pater Rupert Mayer

Spaichingen

Wallfahrt des Dekanats Tuttlingen-Spaichingen mit Weihbischof em. Dr. Kreidler sowie mit Lehrern, Schülern und Eltern der Rupert-Mayer-Schule.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Gregor Moser

Bischof Krämer besucht Geflüchtetenprojekt OMID

Stuttgart

Caritas hilft traumatisierten Geflüchteten in Unterkünften der Landeshauptstadt. Mitarbeitende berichten von zunehmendem Druck und Diskriminierung.

Matthias Zahner

Zwölf Clips zeigen, was Kirche leistet

Balingen

Die katholische und evangelische Kirche im Zollernalbkreis starten ihre ökumenische Kampagne „Glaub mal. Im Ländle" in den sozialen Medien.

Lea-Theresa Berg

Zur Zukunft kirchlicher Gebäude im kommunalen Leben

Rottenburg am Neckar

Durch die frühzeitige Zusammenarbeit zwischen evangelischen und katholischen Gemeinden sowie Kommunen sollen attraktive Lösungen realisiert werden.

Daniel Roeseler, Photolifter / fokus GmbH Leipzig

Neugestaltung der liturgischen Orte geht in den Dialog

Weingarten

Kirchengemeinde St. Martin und Diözese stellen die Pläne für den Raum unter der Kuppel der Basilika vor - Befürworter und Kritiker kommen zu Wort.

Foto: Schwenk

Dem Ungewissen mit Ruhe und Sicherheit begegnen

Schwäbisch Gmünd

Niemand spricht gerne über den eigenen Tod oder das Sterben. Seelsorgende machen die Erfahrung, dass ein offener Blick auf das Thema hilfreich ist.