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Virtueller Musik-Genuss

Seniorinnen und Senioren beamen sich mit einer VR-Brille mitten in den Konzertsaal der Berliner Philharmoniker.

Weingarten
Eine Seniorin im Rollstuhl trägt eine VR-Brille. Ihr gegenüber auf der linken Seite steht ein Herr im Anzug und mit Mundschutz, der Geige spielt.

Mit der neuen VR-Brille sind die Bewohnerinnen und Bewohner im Adolf-Gröber-Haus beim Konzert mittendrin statt nur dabei - Foto: Stiftung Liebenau

Im Adolf-Gröber-Haus der Stiftung Liebenau in Weingarten hat eine sogenannte Virtual-Reality-Brille (VR-Brille) Einzug gehalten. Wer sie aufsetzt, kann Konzerte anschauen - vorwiegend klassisch oder aus dem Jazz-Genre. Beispielsweise eine Aufzeichnung der Berliner Philharmoniker im Zoo von Magdeburg. Das ist mehr als Fernsehen. Bereits nach einigen Sekunden merkten die Nutzerinnen und Nutzer, dass sie nicht nur vor einem starren Kasten sitzen. Sobald sie Kopf oder Körper drehten, hätten sie das Gefühl, sie befänden sich mittendrin im Geschehen. Links sitzen die Violinen, rechts die Trompeten und hinter ihnen das Becken mit seinem sonoren Klang.

Corona gibt Digitalisierungsschub

„Unsere Bewohner sind meist nicht mehr so mobil, um solch ein Konzert besuchen zu können. So holen wir die Konzerte eben zu ihnen“, meint Einrichtungsleiter Jonas Kimmig.

„Vor allem die Corona-Zeit mit seiner Quarantäne hat dazu beigetragen, dass man sich über andere Maßnahmen Gedanken machen muss, um auch die Bewohnerinnen und Bewohner am normalen Leben teilhaben zu lassen.“

So ergänzt Kimmig. Zudem seien die 20-minütigen Passagen ein besonderes Erlebnis für die Bewohnerinnen und Bewohner. Sie erzählten ihren Angehörigen angeregt davon.

Das virtuelle Eintauchen in die Konzertsaalatmosphäre stärke die Sinne wie das Hören und das Sehen. Die Wahrnehmung sei eine intensivere, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung Liebenau. Und dass Musik den Geist aktiviere und das Gemüt aufhelle, sei allseits bekannt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten sogar beobachtet, dass manche mit der Brille aufstünden und zur Musik tanzten. Aber auch für Menschen, die das Bett nicht mehr verlassen können, sei die VR-Brille eine interessante Erfahrung. Denn der Blick auf das Bild sei aufrecht, unabhängig von der Lage des Körpers. Das Repertoire an weiteren VR-Filmen soll langfristig ausgebaut werden, teilt die Stiftung Liebenau mit.

 

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