Volker Schmid Wallfahrtsgottesdienst: Frieden als Lebenseinstellung
Volker Schmid Hunderte von Gläubigen ziehen aus allen Richtungen zur Wallfahrt des katholischen Dekanats Freudenstadt nach Salzstetten. Bild: Volker Schmid
Hunderte von Gläubigen zog es am Sonntag aus allen Richtungen zur Dekanatswallfahrt nach Salzstetten. In der St. Agatha-Kirche zelebrierten Weihbischof Dr. Gerhard Schneider, Dekan Anton Bock und Pater Joji Mathew mit einer Vielzahl von Konzelebranten einen äußerst feierlichen Wallfahrtsgottesdienst.
Das perfekte Ziel für den Wallfahrtsgottesdienst
In diesem Jahr wurde das Gnadenbild der „Schmerzhaften Muttergottes“ in einer großen Prozession bei strahlendem Sonnenschein vom Wallfahrtsort Heiligenbronn aus nicht nach Lützenhardt, sondern praktisch in die entgegengesetzte Richtung getragen. Denn aufgrund von Sanierungsarbeiten stand die Fahrzeughalle der Firma „Schweizer Reisen“ nicht zur Verfügung. Die Verantwortlichen des Katholischen Dekanats Freudenstadt um Dekanatsreferentin Elisabeth Wütz machten aus der Not flugs eine Tugend und besannen sich auf ein imposantes Gebäude in der Nachbarschaft, das letztlich das perfekte Ziel für den Wallfahrtsgottesdienst bot: die St. Agatha-Kirche in Salzstetten.
Gottesdienst rund um das Thema „Frieden"
Und die Kirche war beim Wallfahrtsgottesdienst bis auf den letzten Platz besetzt. „Es ist nicht so, dass uns die Firma Schweizer nicht mehr haben wollte. Im Gegenteil“, betonte Dekan Anton Bock noch einmal in seiner Begrüßung, bevor er auf das Wallfahrts-Motto „Pax et bonum“ - Friede und Wohlergehen“ einging – den Segensgruß des heiligen Fransziskus‘, dessen Todestag sich im Jahr 2026 zum 800. Mal jährt. Und so drehte sich im Gottesdienst alles um das Thema „Frieden“, ob nun in der Lesung, in den zweisprachig auf Deutsch und Kroatisch vorgetragenen Fürbitten oder in der Festpredigt von Weibischof Schneider.
Volker Schmid Altgriechisches Original für das Wort “Frieden”
Den seit 1500 Jahren in der Heiligen Messe ausgetauschten Friedensgruß „Friede sei mit dir“ nahm Weihbischof Dr. Schneider als Aufhänger für seine Predigt. Doch warum nimmt das Thema Friedens so viel Platz in den Evangelien ein? „Was soll das eigentlich?“, fragt sich Schneider, wo doch weder die ersten Christen noch die Menschen damals ohne Unterlass gestritten haben. Man komme der Sache näher, wenn man sich anschaut, welches Wort für „Frieden“ im altgriechischen Original der Evangelien steht. „Eirene“ ist das ursprüngliche Wort: „Dieses Wort bedeutet aber mehr als Frieden. Es heißt auch Ruhe, Gelassenheit, Freiheit von Angst, Wohlbefinden an Leib und Seele, Ausgeglichenheit. Es geht also um viel mehr als um die Abwesenheit von Streit und Krieg“, betonte Schneider und fügte an: „Es geht um ein Lebensgefühl, um eine ganz bestimmte Art und Weise, in der Welt leben zu können, es geht um Lebenskunst, um christliche Lebenskunst.“ Den Friedensgruß hält der Bischof für „etwas ganz Großartiges“, denn: „Frieden ist eine Lebenseinstellung, eine Grundhaltung. Ein Geschenk, das uns im Leben gemacht wird.“
Kroatische katholische Gemeinden Nagold-Freudenstadt-Calw
Nach dem vom Dekanatschor unter Leitung von Thomas Frey und Christoph Schmitz sowie von Sängerinnen und Sängern der kroatischen Kirchengemeinde musikalisch umrahmten Gottesdienst war rund um die St. Agatha-Kirche und im Gemeindesaal mehr geboten als nur Mittagessen oder Kaffee und Kuchen. Am Stand der kroatischen katholischen Gemeinden Nagold-Freudenstadt-Calw genossen viele Wallfahrerinnen und Wallfahrer leckere Ćevapčići oder einen kleinen Sliwowitz. Vor der Kirche präsentierte sich die Psychosoziale Notfallversorgung im Landkreis Freudenstadt, für die auch die Kollekte des Festgottesdienstes war. Am Stand der Caritas konnten man sich zudem über das neue Aktionspaket für die Tafelladenkisten informieren und beim Eine-Welt-Laden fair gehandelte Produkte kaufen.
Volker Schmid Abendliches Gebet in Wallfahrtskirche Heiligenbronn
Die Kinder bekamen bei Eva Huber, der Beauftragten für Familienpastoral, farbenfrohe Gesichter verpasst oder wurden mit Gruppenspielen vom Jugendreferats-Team um Majella Vater und Maximilian Wolfrum unterhalten. Die liebevoll von der Frauengruppe aus Wiesenstetten gestalteten Wallfahrtskerzen und das vom Lützenhardter Bäcker Rupp gebackene Wallfahrtsbrot fanden reißenden Absatz – nachdem Brote wie Kerzen im Festgottesdienst von Diakon Dominik Weiß gesegnet worden waren. Das abendliche Friedensgebet in der Wallfahrtskirche in Heiligenbronn bescherte dann einer mehr als gelungenen Dekanatswallfahrt einen genauso andächtigen wie würdigen Abschluss.