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Wasser ist mehr

Der Rottenburger Weihbischof Thomas Maria Renz besucht das Feriendorf in Langenargen am Bodensee und feiert mit den Familien Gottesdienst.

Langenargen
Zwei Jugendliche halten einen Holzstab, worüber ein Seil mit einem Eimer über einer Wasserschüssel hängt. Dahinter sind Jesus im weißen und die Frau im roten Gewand zu sehen

Die jugendlichen Kinderbetreuer setzen das Evangelium von der Frau am Jakobsbrunnen in Szene - Foto: DRS/Waggershauser

Drei Fläschchen hat Weihbischof Thomas Maria Renz aus Rottenburg mit an den Bodensee gebracht. Zunächst sind sich die beiden Buben, die sich freiwillig gemeldet haben, sicher dass sich in allen Wasser befindet. Schließlich ist dieses Element Thema des Familiengottesdienstes im diözesanen Feriendorf Langenargen. Wegen des unsicheren Wetters an diesem Donnerstag verlegten ihn die Verantwortlichen vom Vorplatz in den Raum "Schussen". Als die Jungs aber an den Fläschchen schnuppern, ist klar: Es ist nicht alles so, wie es scheint. Eine der Flüssigkeiten riecht ganz anders.

Bevor der Weihbischof das näher erklären kann, geben plötzlich sämtliche Handys im Raum schrille Töne von sich. Annette Heizmann, die als pastorale Begleiterin im Feriendorf den Gottesdienst mitgestaltet, hat für den Augenblick des bundesweiten Probealarms schon im Vorfeld ein stilles Gebet um Frieden vorgeschlagen. Als sich die Geräte nach und nach beruhigen, weist Renz darauf hin, dass beim Wasser mit all seinen lebenswichtigen Funktionen gegen den Durst von Menschen, Tieren und Pflanzen oder beim Einsatz der Feuerwehr nicht alles mit den Augen zu sehen sei.

Lebendiges Wasser für den Lebensdurst

Was er damit meint, haben Jugendliche - umringt von den Kindern, die sie in dieser Woche betreuen - bereits szenisch dargestellt. Die Frau, die sich wegen ihrer Lebensgeschichte nur in der Mittagshitze an den Brunnen traut, wenn sonst keiner da ist, trifft dort auf Jesus. Der stillt mit seinem lebendigen Wasser auch ihren Lebensdurst. Die Ausgegrenzte fühlt sich danach unfassbar gut, wie es am Ende des gespielten Evangeliums heißt. "Entdecke die Geheimnisse in deinem Leben", fordert der Weihbischof die Mitfeiernden auf und besprengt sie am Ende der Eucharistiefeier mit Weihwasser aus dem dritten Fläschchen.

Lektorin, Lektor und die vier Ministrantinnen sind wie Melissa Gäste im Feriendorf. Sie, ihr Mann und die drei Töchter kommen aus der Nähe von Würzburg. Vergleichbare Einrichtungen im Allgäu kennen sie bereits. Nun wollten sie mal an den Bodensee. Zum einen genießen sie hier das eigene Häuschen auf dem Gelände, sie schätzen aber auch den Kontakt zu den anderen Familien. Frederik aus Freiburg findet das spezielle Freizeitangebot für seinen Sohn und andere Kinder mit besonderen Bedürfnissen sehr entlastend. So haben die Eltern mal eine Auszeit für sich. "Aber wir hatten gestern auch eine Kreativeinheit für die ganze Familie", freut er sich.

Mit Naturakademien der Schöpfung auf der Spur

Die Diözesanleitung besucht während der Sommerferien auch die Einrichtungen des Familienerholungswerks in Eglofs und Schramberg. In dieser Zeit bleiben die Häuser Familien mit schulpflichtigen Kindern vorbehalten, erklärt Sabine Grubmüller. Das Jahr über seien aber jegliche Einzelpersonen und Gruppen willkommen. Die Langenargener Hausleiterin verweist zudem auf ein neues Projekt, dass die Feriendörfer für Kindergärten, Schulklassen und Interessierte vor Ort öffnen möchte. Sogenannte Naturakademien sollen die Schöpfung ganzheitlich in den Blick nehmen - im Schwarzwald den Wald, im Allgäu die Wiesen und am Bodensee das Wasser.

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