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Wechsel in der Schulleitung

Für Barbara Köppen endet ihr langjähriger beruflicher Weg an der Bischof-von-Lipp-Schule – Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum.

Mulfingen (Jagst)
Martina Weber und Barbara Köppen

Martina Weber (links) tritt die Nachfolge von Barbara Köppen an. Foto: DRS/Guzy

Den Wecker nicht mehr so früh stellen zu müssen, darauf freut sich Barbara Köppen – und das hängt nicht allein mit den Sommerferien zusammen. Ende des Monats geht die langjährige Schulleiterin derBischof-von-Lipp-Schule – Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum in Mulfingen in den Ruhestand. Dann müsse sie „von 100 auf null abbremsen“, sagt Köppen. Sie blieb ihr ganzes Berufsleben lang der Einrichtung in Mulfingen treu, obwohl sie mit der Hohenlohe-Region anfangs gar nichts verband.

Köppen stammt aus dem Ruhrgebiet, wo sie 1957 geboren wurde. Nach dem Abitur in Bochum, dem Studium der Sonderpädagogik in Dortmund und dem Referendariat in Düsseldorf habe sie wie ihre Studienkolleg:innen vor der Frage gestanden: „Was machen wir, wenn wir keine Stelle bekommen?“ Denn zur damaligen Zeit herrschte ein Überhang an Lehrer:innen, wie Köppen erklärt.

Aus dem Ruhrgebiet nach Hohenlohe

Sie erfuhr aber, dass sich in Mulfingen eine berufliche Möglichkeit eröffnen könnte. So habe sie sich die Stelle angeschaut. Köppen berichtet: „Ich sagte mir, wenn ich schon aus dem Ruhrgebiet gehe, dann richtig aufs Land.“ Bis heute habe sie es nicht bereut, nach Hohenlohe gezogen zu sein.

Im Jahr 1985 fing Köppen in Mulfingen an, 1989 stieg sie kommissarisch in die Schulleitung ein und wurde im Jahr 1991 Schulleiterin derBischof-von-Lipp-Schule – Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum. Sie war an der Gründung und dem Aufbau der Bischof-von-Lipp-Schule – Gemeinschaftsschule beteiligt und leitete fünf Jahre lang – bis 2016 – zusätzlich parallel diese Einrichtung, die ebenfalls in Trägerschaft der St. Josefspflege Mulfingen steht.

Nachfolgerin aus dem Schulteam

Ihre Nachfolge an der Bischof-von-Lipp-Schule – Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum übernimmt nun Martina Weber. Die 51-Jährige kommt aus dem Hohenlohekreis und gehört zum Schulteam. Sie sei gern an der Schule, sagt Weber. Als familiär beschreibt sie diese, und die Arbeit als sinnstiftend. Auf künftige Herausforderungen angesprochen nennt Weber die Gewinnung junger Lehrkräfte.

Auch für Weber ist das Projekt „Erziehung nach Auschwitz“ wichtig. Seit den 1980er Jahren hält die St. Josefspflege damit das Gedenken an den 9. Mai 1944 wach. An dem Tag wurden aus dem damaligen Kinderheim St. Josefspflege Kinder aus Sinti-Familien ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Die Kinder waren in den Jahren davor aus verschiedenen württembergischen Einrichtungen ins Mulfinger Heim eingewiesen worden. Denn ein Erlass des württembergischen Innenministeriums hatte 1938 die St. Josefspflege zur ausschließlichen Aufnahme von schulpflichtigen Sinti-und-Roma-Kindern bestimmt.

Gedenkschwerpunkt zum Jahrestag

Im Rahmen des Projekts fahren zum Beispiel Achtklässler nach Auschwitz, um am Ort des Konzentrationslagers die geschichtlichen Zusammenhänge kennenzulernen. Die Deportation aus Mulfingen jährt sich 2024 zum 80. Mal. Daher ist ein Gedenkschwerpunkt geplant. Köppen wird ihn aus ihrem Ruhestand heraus aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihrer Kontakte mit vorbereiten.

Außerdem will sie sich weiterhin als Vorsitzende des Trägervereins derKatholischen Erwachsenenbildung Hohenlohekreis engagieren. Köppen, die über sich selbst sagt, dass sie aus ihrem Glauben heraus alle Schwierigkeiten gemeistert habe, vertritt zudem das Dekanat Hohenlohe im Diözesanrat. Sie bleibe also auf alle Fälle in der Region. Der Kontakt ins Ruhrgebiet sei trotzdem nie abgebrochen. So bestehen, wie sie erklärt, noch persönliche Verbindungen aus ihrer Pfadfinderzeit in Bochum. Die Jugendarbeit dort und die Aufgaben in der Stammesleitung hätten sie geprägt, sagt Köppen – vielleicht habe sie sich auch deswegen für einen pädagogischen Berufsweg entschieden.

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