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Hoffnungsbotschaft für Menschen in Einrichtungen

Am 24. Dezember besuchen Bischof und Weihbischöfe Gefängnisse und Pflegezentren, um dort Gottesdienste zu Heiligabend zu feiern.

Schwäbisch Hall/Heimsheim/Isny
Mauern und Stacheldraht eines Gefängnisses

„Es ist ein Ros entsprungen" – auch für Menschen, die Weihnachten hinter Mauern und Stacheldraht verbringen müssen. Daran erinnern die Gottesdienste in Justizvollzugsanstalten. Symbolbild: DRS/Pavel Jerabek

Seit mehr als 30 Jahren feiern die Bischöfe der Diözese Rottenburg-Stuttgart an Heiligabend Weihnachtsgottesdienste mit den Menschen in den Justizvollzugsanstalten (JVA) des Landes. Diesmal feiert Bischof Dr. Klaus Krämer an Heiligabend am Vormittag einen Weihnachtsgottesdienst in der JVA Schwäbisch Hall.

„Weihnachten bekommt für die Menschen in den Justizvollzugsanstalten ein besonderes emotionales Gewicht: Die Trennung von der Familie, Erinnerungen an früher und die Konfrontation mit der eigenen Schuld fallen zusammen. Der Gottesdienst soll für die Insassen daher ein Zeichen sein, dass sie in ihrer Ausnahmesituation nicht vergessen sind“, sagt Bischof Krämer. Das gehöre zu den Werken der Barmherzigkeit, wie sie das Matthäus-Evangelium beschreibe. „Daher danke ich den Seelsorgerinnen und Seelsorgern in den Justizvollzugsanstalten, die das ganze Jahr über für die Gefangenen ansprechbar sind, um ihnen Halt und Hoffnung zu vermitteln“, erklärt Krämer. Ebenso solle der Besuch für die JVA-Bediensteten eine Anerkennung ihrer herausfordernden Arbeit sein.

„Die Chance auf Neuanfang und Versöhnung bildet die Grundlage für ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander“, mahnt Bischof Krämer zugleich. Er fügt hinzu: „Bei der oft überhitzten medialen Debatte um Kriminalität gerät das zuweilen aus dem Blick.“

Die Arbeit des Gefängnisseelsorgers

Als schöne Tradition bezeichnet Kurt Waidosch die JVA-Besuche von Bischof und Weihbischöfen. Seit fast 20 Jahren ist Waidosch Gefängnisseelsorger in der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall, in der etwa 400 erwachsene Männer ihre Freiheitsstrafen verbüßen. Delikte aller Art seien darunter vertreten, erklärt er.

Über das ganze Jahr hinweg bietet Waidosch zusammen mit seinem evangelischen Kollegen Gottesdienste an. Die seien gut besucht, obwohl die Gefangenen keine Vorteile dadurch haben. In den Gottesdiensten herrsche eine dichte Atmosphäre. Über die Weihnachtstage gibt es laut Waidosch sogar insgesamt fünf Gottesdienste, damit alle Abteilungen einen Gottesdienst feiern können. Die Weihnachtszeit gehe den Insassen im Strafvollzug besonders nahe.

Ein Zeichen für die Gefangenen

Daher schätzt der Gefängnisseelsorger den Besuch des Bischofs auch als Zeichen gegenüber den Gefangenen, die sonst nicht im Fokus der Gesellschaft stünden. In den seelsorgerlichen Gesprächen, die Waidosch in der JVA bietet, sieht er für die Männer eine Möglichkeit, sich auf den Weg zu einem Neuanfang zu begeben. Waidosch ist es wichtig, hervorzuheben, dass die Insassen im Strafvollzug irgendwann entlassen werden – und für die Zeit danach sei es entscheidend, wie sie begleitet wurden. Die Seelsorge könne dabei einen Beitrag leisten.

In der JVA Heimsheim gibt es einen Gottesdienst mit Weihbischof Thomas Maria Renz. Gott komme in seiner Menschwerdung an Weihnachten nicht zu den Reichen, sondern zu den Armen; nicht zu den Perfekten, sondern zu den Gescheiterten; nicht in eine heile Welt, sondern in eine gebrochene; nicht zu den Sündlosen, sondern zu den Sündern, erklärt Renz. „Diese Nähe Gottes in Jesus Christus zu den Menschen ,am Rande‘ der Gesellschaft kommt gut zum Ausdruck durch den Besuch von uns Bischöfen bei Inhaftierten gerade an Weihnachten, weil das der biblischen Sendung des Gottessohnes am ehesten entspricht", sagt der Weihbischof. Er zitiert Jesaja 61,1: „Der Herr hat mich gesandt, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung.“

Bei Bewohner:innen und Beschäftigten von Pflegeeinrichtungen

Außerdem besuchen in diesem Jahr zwei Weihbischöfe am 24. Dezember Pflegeeinrichtungen. So feiert Weihbischof Matthäus Karrer einen Gottesdienst im Altenhilfezentrum St. Elisabeth in Isny im Allgäu. „Mir ist es wichtig, dass gerade an Weihnachten die Seelsorgerinnen und Seelsorger nahe bei den Menschen in den sozialen und karitativen Einrichtungen sind und mit den Menschen, die in den Einrichtungen leben und auch arbeiten, gemeinsam feiern und die Hoffnungsbotschaft von Weihnachten anbieten“, erklärt Karrer zu seinem Besuch.

Mit den Bewohnerinnen sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pflegestation des Schönstatt-Zentrums auf der Liebfrauenhöhe feiert Weihbischof Dr. Gerhard Schneider an Heiligabend-Vormittag einen Gottesdienst. 

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