„In all der Verzweiflung kam uns auch zu Bewusstsein: Gott hat uns in eine spezielle Mission gerufen. Wir sollen der Hoffnung ein Gesicht geben.“ Bashar Warda, Erzbischof der nordirakischen Erzdiözese Erbil, eröffnet das Podium zur weltkirchlichen Flüchtlingshilfe auf dem Katholikentag in Stuttgart mit durchaus hoffnungsfrohen Einblicken: Im Jahr 2015 habe der islamistische Terror nicht nur die Christinnen und Christen, sondern den ganze Irak, durch ein Tal der Tränen geschickt. Die Erzdiözese habe die Türen ihrer Kirchen, und später all ihrer Einrichtungen geöffnet, um den vielen Geflüchteten eine neue Chance zu eröffnen. Mittlerweile sagten ihm viele Menschen – auch Muslime – das seien ganz wichtige Taten und Zeichen gewesen, nämlich dass sie in der Not nicht allein gewesen seien.
Die Bedeutung offener Türen für Geflüchtete unterstreichen auch die anderen Teilnehmenden am Gespräch. Die Scalabrini-Schwester Marizete Garbin, die sich im Bienvenu-Shelter in Johannesburg geflüchteten Frauen und ihren Kindern zuwendet, betont, wie wichtig es für die Geflüchteten ist, sich zuerst einmal in Sicherheit zu wissen. „Wir haben Frauen und Kinder aus 12 Nationalitäten. Da bleiben Spannungen nicht aus. Umso wichtiger ist es, allen das Gefühl zu geben, dass sie hier bei uns tatsächlich willkommen sind.“ In der südafrikanischen Gesellschaft sei oft das nicht der Fall, es gebe viel Vorbehalte und Gewalt gegenüber Geflüchteten.
Diözese Rottenburg-Stuttgart