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„Wir brauchen Räume - und das Vertrauen, sie mitzugestalten“

Junge Menschen trafen sich mit Bischof Krämer, um über die Zukunft der Kirche zu sprechen. Dabei ging es um Teilhabe und Gleichberechtigung.

Wernau (Neckar)

Im Gespräch mit Bischof Krämer war unter anderem die Frage nach dem Erhalt der Jugendräume ein wichtiges Thema. Foto: Elke Dischinger

Rund 50 junge Engagierte aus den Jugendverbänden des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Rottenburg-Stuttgart sowie aus den unterschiedlichen Feldern der katholischen Kinder- und Jugendarbeit trafen sich am 17. Oktober in Wernau mit Bischof Dr. Klaus Krämer. In einer offenen Gesprächsrunde ging es um Zukunft, Beteiligung, Gleichberechtigung und die Frage, wie junge Menschen Kirche aktiv mitgestalten können.

Mehr Beteiligung gewünscht

Die Jugendlichen betonten, dass sie sich mehr echte Beteiligungsformate wünschen – sowohl auf Gemeinde- als auch auf Diözesanebene. „Wir brauchen Räume, nicht nur physische, sondern auch solche, in denen wir gehört werden und mitentscheiden dürfen“, so eine Teilnehmerin. „Nur wenn wir mitgestalten können, bleibt Kirche für uns lebendig.“ Ein wichtiges Thema der Beteiligten war die Frage nach Jugendräumen. Im Gebäudeprozess der Diözese Rottenburg-Stuttgart müssen 30 Prozent der beheizten Flächen perspektivisch abgegeben werden. Für die Gruppenstunden und Veranstaltungen der Kinder- und Jugendarbeit braucht es jedoch weiterhin Räume, in denen junge Menschen sich treffen können und die für sie jugendgerecht nutzbar sind.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage nach Gleichberechtigung in der Kirche. Mehrere Teilnehmerinnen äußerten ihren Schmerz über die fehlende Gleichstellung von Frauen und fragten, welche nächsten Schritte die Diözese plane. Bischof Krämer zeigte Verständnis für diese drängende Frage und verwies darauf, dass Rottenburg-Stuttgart mit der Beauftragung von Laien zur Taufe bereits zu den fortschrittlichsten Diözesen weltweit gehöre. „Wir sind hier sehr weit vorangekommen, müssen aber sorgsam mit dem umgehen, was wir erreicht haben“, so Krämer.

Stimmen der jungen Menschen sind unverzichtbar

Bischof Krämer nahm die Fragen und Erfahrungen der jungen Menschen ernst und zeigte sich beeindruckt von ihrem Engagement. Er betonte, dass er ihre Beteiligung weiter stärken will, da die Stimmen der jungen Menschen unverzichtbar sind, wenn es darum geht, Kirche weiterzuentwickeln. Auch Diözesanjugendseelsorgerin Nadine Maier zieht ein positives Fazit des Abends: „Heute Abend wurde deutlich, mit wie viel Leidenschaft, Zeit und Herzblut junge Menschen sich einbringen und diese Kirche mitgestalten wollen. Junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen – wenn Kirche ihnen Raum, Vertrauen und Mitgestaltung ermöglicht.“

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