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"Wir haben Taizé inklusiver gemacht"

Die Jugendlichen mit Behinderung sind glücklich zurück in Stuttgart. Die Reise nach Frankreich war reich an Begegnungen und Erfahrungen.

Stuttgart

Marcel und Lea aus Stuttgart (Mitte) mit Taizé-Bruder Alois und Seelsorgerin Claudia Ebert. Bild: Stadtdekanat Stuttgart

"Nach zwei Tagen haben uns alle gekannt. Alle haben mit uns geredet und sich gefreut, dass wir da sind", erzählt Claudia Ebert. Die Seelsorgerin bei Menschen mit Behinderung war mit 18 Jugendlichen und elf Begleitpersonen für eine Woche in Taizé, einem ökumenischen Kloster in Frankreich, in dem jede Woche große Jugendtreffen stattfinden. Die bunte Gruppe, teils mit Rollstuhl, teils mit Blindenstock unterwegs, fiel auf. "Unsere Jugendlichen haben gespürt, dass sie angenommen werden so wie sie sind. Gleichzeitig war es erschreckend wahrzunehmen, dass die anderen Jugendlichen im Alltag wenig oder sogar gar keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderung haben."

Mit dem Reisebus ging es Ende April für die inklusive Gruppe nach Frankreich. "Für unsere blinden Jugendlichen ist ein fremder Ort unglaublich herausfordernd", berichtet Claudia Ebert. Einiges mussten sie und ihr Team in Taizé anpassen. "Wir haben den Tagesablauf nicht nur in Schwarz-Schrift, sondern auch in Punktschrift an die Türen gehängt."

Gebärdensprache fehlt noch

Bruder Alois, der die ökumenische Gemeinschaft leitet und in Stuttgart aufgewachsen ist, interessierte sich sehr für die inklusive Reisegruppe. Die Gruppe schenkte ihm das Gebetsbuch "Gott sei Dank". Darin sind Gebete mit Gebärden und Bibeltexte in leichter Sprache. "In Taizé wird in vielen Sprachen gesungen – eine fehlt bisher noch: die Gebärdensprache. Wir haben Taizé inklusiver gemacht", ist sich die Seelsorgerin sicher.

In Taizé ist es üblich, dass die Gäste Dienste übernehmen und etwa eine Stunde am Tag mitarbeiten. Das wollten sich auch die Jugendlichen mit Behinderung nicht nehmen lassen. Sie haben Essen ausgeteilt und Geschirr gespült. "Es war total schön zu sehen, wie die Jugendlichen aufeinander Acht geben. Sie haben es auch sehr genossen, andere Gleichaltrige zu treffen", erzählt Claudia Ebert. Für die Eltern zu Hause hielten sie die Erlebnisse in einem Online-Tagebuch fest.

Stille gibt Kraft für den Alltag

"Wir wussten immer, dass wir viele mitnehmen und viele an uns denken. Wir waren eine kleine Gruppe, die von einer großen getragen wurde", berichtet die Religionslehrerin, die mit einem Ordner voller Friedenbotschaften nach Taizé reiste. "Eine unglaublich schöne Erfahrung war das gemeinsame Singen und in der Stille Sitzen in Taizé. Es hat uns alle überrascht, dass so viele – es waren ungefähr 400 Menschen – gemeinsam still sein können. Und ich bin überzeugt: Diese Stille gibt uns im Alltag viel Kraft", so die Seelsorgerin.

Der Geist von Taizé habe sich auf die Jugendlichen übertragen. Am Sonntag, dem letzten Tag der Reise, durfte die bunte Gruppe beim Gottesdienst mitwirken. Zur Gabenbereitung stellten sie Kerzen auf den Altar. "Die Lichter haben geleuchtet, bis wir wieder zu Hause waren. Wir sind alle glücklich und wohlbehalten heimgekehrt", erzählt Claudia Ebert voller Freude. Nun gehe es darum, die neuen Freundschaften zu pflegen und die schönen Erinnerungen mit in den Alltag zu nehmen.

Katholische Kirche in Stuttgart

Dies ist ein Text der Katholischen Kirche in Stuttgart.
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