Manche Reisen verändern nicht nur den Blick auf andere Länder, sondern auch den auf das eigene Leben. Für 25 junge Erwachsene aus ganz Deutschland beginnt in diesem Sommer mit dem „Praktikum im Norden“ des Bonifatiuswerkes eine Reise, die weit mehr ist als ein Auslandsaufenthalt. Sie führt nach Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Island sowie nach Lettland und Estland – dorthin, wo sie in Kirchengemeinden, sozialen Einrichtungen, Schulen und Bildungszentren mitarbeiten, Verantwortung übernehmen und Menschen begegnen werden, die ihren weiteren Lebensweg prägen werden. Dabei lernen sie nicht nur neue Länder mit ihren jeweiligen Kulturen kennen, sondern auch eine Kirche, deren Mitglieder ihren Glauben in einer kleinen Minderheit lebt.
Beziehungspflege mit Menschen aus anderen Ländern
Aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart reisen Pauline Eck aus Schwieberdingen am 14. August und Emma Breckle aus Freiberg am Neckar am 1. September nach Schweden. Im Gästehaus der Birgittenschwestern in Vadstena ist ihre Mithilfe gefragt. Damit sich Gäste, Pilgerinnen und Pilger aus Schweden und anderen Ländern in den mehr als 20 Zimmern willkommen fühlen können, wird sie sich unter anderem um die Herrichtung dieser Räume kümmern. Auch die Betreuung der Gäste und die Unterstützung der Ordensschwestern bei ihrer täglichen Arbeit werden zu ihren Aufgaben gehören. Die Abiturientin kann beispielsweise auch im Klosterladen oder beim Kirchenkaffee helfen. „Das Praktikum gibt mir die Möglichkeit, meine Fähigkeiten in eine verantwortungsvolle Aufgabe einzubringen, gute Beziehungen zu Menschen in mir noch fremden Ländern aufzubauen, ein offenes Bild von Kirche und Glauben zu vermitteln und mich hierdurch auch persönlich weiterzuentwickeln“, sagt die 20-Jährige Eck aus Schwieberdingen bei Stuttgart.
Die 18-jährige Abiturientin Emma Breckle interessiert sich sehr für die nordischen Kulturen und lernt seit zwei Jahren autodidaktisch Schwedisch: „Gerne würde ich meine Kenntnisse vor Ort vertiefen. Ich möchte das ‚Praktikum im Norden‘ dafür nutzen, meine bisherigen Erfahrungen, auch als aktives Gemeindemitglied, zu erweitern und neue Herausforderungen zu meistern.“
Reisen bauen Brücken zwischen Menschen und Kulturen
Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen macht deutlich, dass die Freiwilligen nicht nur in andere Länder reisen, sondern zugleich Brücken zwischen Menschen und Kulturen bauen: „Wer sich auf den Weg macht, verändert nicht nur seinen Standort, sondern oft auch seine Haltung. Das 'Praktikum im Norden' schafft Begegnungen über Länder- und Kulturgrenzen hinweg und zeigt, wie viel Menschen voneinander lernen können. Unser Freiwilligendienst ist eine Einladung, den eigenen Horizont zu weiten und Kirche als weltweite Gemeinschaft in ihrer Vielfältigkeit zu erleben. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen sind solche Erfahrungen von unschätzbarem Wert.“
Über das „Praktikum im Norden“
Während ihres Freiwilligendienstes werden die jungen Erwachsenen von Mentorinnen und Mentoren vor Ort begleitet und bleiben zugleich mit dem Bonifatiuswerk im Austausch. Das Programm wurde 2011 gestartet und ermöglicht jährlich mehr als 20 jungen Menschen zwischen 18 und 27 Jahren Auslandserfahrungen in Nordeuropa und dem Baltikum. Das „Praktikum im Norden“ ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk und dem Newman-Institut im schwedischen Uppsala. Es kann als „Internationaler Jugendfreiwilligendienst“ (IJFD) anerkannt werden.
Text und weitere Informationen:
Theresa Meier
Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e. V.
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