Als Lena auf dem Michaelsberg herumstreift, trifft sie zu ihrer Verwunderung auf eine Ziege, eine sprechende Ziege. Das Tier, das sich als Zacke vorstellt, nimmt das Mädchen auf eine besondere Reise. Davon erzählt das Hörspiel der Kirchengemeinde St. Michael „Zackes zauberhafte Zeitreise – Abenteuer auf dem Michaelsberg“.
Mit Zacke springt Lena durch die Jahrhunderte und lernt die Geschichte des Michaelsbergs und seiner Kirche kennen. Von den Kelten und Römern, für die der Berg bereits ein heiliger Ort und eine Kultstätte war, geht es in die Zeit der frühen Christen, ins Hochmittelalter, in die Zeit nach der Reformation und in die Phase des Kapuziner-Hospizes. Die letzte Station der Zeitreise bildet die Mitte des 20. Jahrhunderts, als das heutige Jugendhaus der Diözese Rottenburg-Stuttgart entstand. Lena taucht in die Michaelsberg-Kulisse der einzelnen Epochen ein, lauscht Gesprächen der damaligen Menschen und erfährt so jeweils von den historischen Umständen.
Das Hörspiel soll eine lebendige Ergänzung zum gedruckten Kirchenführer sein und speziell Kindern und Jugendlichen einen Zugang zur Geschichte des Michaelsbergs eröffnen. Entstanden ist die Idee im Zuge der Anerkennung als Wallfahrtsort, wie Pia Winkler, die gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats, bei der Präsentation des Hörspiels erklärte.
Aufnahmen im Keller des Gemeindehauses
Zu dieser versammelten sich interessierte Gemeindemitglieder sowie die Mitwirkenden in der Kirche St. Michael. Insgesamt 17 Jugendliche und Erwachsene aus der Kirchengemeinde hatten die verschiedenen Rollen für das Hörspiel übernommen. An einem Samstag im Januar fanden die Aufnahmen im Gemeindehaus in Brackenheim statt – im Band-Probenraum im Keller, zwischen Schlagzeug und Notenständern, wie Gemeindereferentin Laura Sünder berichtete. Die Figuren wurden nacheinander einzeln eingesprochen.
Die Skripte lieferte Pfarrer Oliver Westerhold auf Basis des Hintergrundwissens aus dem Kirchenführer, wobei bei der Ausarbeitung der Texte KI half, wie Laura Sünder verriet. Außerdem brachte Eberhard Binder seine Kenntnisse ein. Er empfängt seit vielen Jahren ab und zu Gruppen auf dem Michaelsberg, um ihnen die Geschichte des Ortes zu erläutern.
Um die Aufnahmen der Sprechrollen, die Soundeffekte und die Abmischung zum fertigen Hörspiel kümmerte sich Jessica Feldbusch, die für ein Berliner Synchronstudio arbeitet. Laura Sünder ist mit ihr seit der Schulzeit befreundet und konnte sie für das Projekt gewinnen.
Anspielung auf die Herde auf dem Berg
„Es war ein besonderes Projekt. Es hat Spaß gemacht“, sagte Laura Sünder. Bei der Präsentation hörten die Mitwirkenden zum ersten Mal, wie ihre Stimmen im fertigen Hörspiel klingen. Tiara Kunz zeigte sich zufrieden mit ihrem Part. Die 16-Jährige sprach die Passagen von Lena ein. Die Aufnahmen seien eine sehr schöne Erfahrung gewesen, sagte sie.
Dass eine Ziege als Hauptfigur durch das Hörspiel begleitet, sei lustig und liege nahe, meinte Pia Winkler. Die gewählte Vorsitzende verwies auf die Schafherde auf dem Michaelsberg, zu der auch mal eine Ziege gehörte.