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Zeltlagerteam unterstützt Hochwasser-Betroffene

Die Freie Katholische Jugend Affaltrach nimmt bei ihrer sommerlichen Ferienfreizeit Kinder aus Bad Münstereifel auf.

Affaltrach
FKJA-Zeltlager

Der Bau einer eigenen Fahne darf bei keinem Zeltlager der Freien Katholischen Jugend Affaltrach fehlen. Foto: FKJA

Die Medienberichte und Bilder von der Hochwasserkatastrophe haben auch die Freie Katholische Jugend Affaltrach (FKJA) bekümmert. „Als Zeltlagerteam wollten auch wir helfen“, sagt Benedikt Kurschatke. So hat die FKJA Familien in den Hochwasser-Katastrophengebieten kostenlos zehn extra Plätze für ihr Sommerzeltlager angeboten.

Damit sollen die betroffenen Familien etwas entlastet werden und die Kinder und Jugendlichen sollen etwas Ablenkung bekommen, wie Kurschatke erklärt. Die Kosten für die zehn Plätze und den Transport übernimmt die Diözese Rottenburg-Stuttgart, nachdem Kurschatke bei Weihbischof Thomas Maria Renz um Unterstützungsmöglichkeiten nachgefragt hatte.

Koordination vor Ort

Neben der Finanzierung musste aber noch eine andere Frage geklärt werden: Wie können die Familien angesichts der Zerstörungen im Hochwassergebiet erreicht werden, um die zehn Kinder und Jugendlichen auszuwählen? Hier sprang Alexandra Bosch als Ehrenamtskoordinatorin der Kirchengemeinde St. Johann Baptist Affaltrach ein. Über ihre Netzwerke kennt sie Kolleginnen im Bistum Köln. Diese vermittelten den Kontakt zu einer Gemeindereferentin in Bad Münstereifel. Zusätzlich war in der vergangenen Woche eine Kirchengemeinderätin zum Helfen in der dortigen Region, sodass die Verteilung der Plätze vor Ort koordiniert werden konnte.

Bosch zeigt sich begeistert von der Initiative des Zeltlagerteams. Die Hilfsaktion ist für sie ein Beispiel dafür, was auf ehrenamtlicher Basis alles möglich ist. „Ich bin überwältigt“, sagt auch Bärbel Bloching, die Pfarrbeauftragte in der Kirchengemeinde St. Johann Baptist Affaltrach. Sie bezeichnet den Einsatz der jungen Leute als phänomenal.

Ferienfreizeit mit Tradition

Die FKJA entstand in den 1990er Jahren aus der Pfarrjugend der katholischen Kirchengemeinde St. Johann Baptist Affaltrach heraus. Die Idee war, Freizeitaktivitäten zu organisieren. Die Ferienzeltlager entwickelten sich schnell zu einem Schwerpunkt. Sie haben damit mittlerweile eine mehr als 25-jährige Geschichte. Etwa 15 bis 20 überwiegend junge Erwachsene engagieren sich als Betreuerinnen und Betreuer bei den FKJA-Zeltlagern. Viele von ihnen nahmen früher selbst an der Ferienfreizeit teil - so wie Kurschatke. Der 26-Jährige gehört zu dem engeren Organisationsteam. Dieses scheute bereits im vergangenen Jahr den durch Corona größer gewordenen Aufwand bei Vorbereitung und Durchführung nicht – die Zeltlager-Tradition ist zu wichtig. Es gibt ein umfassendes Hygienekonzept, wie Kurschatke erklärt: „Ein Kernpunkt dabei ist unsere ausgiebige Teststrategie.“

Die Zeltlager finden meistens an wechselnden Orten in Baden-Württemberg oder Bayern statt. Diesmal verbringen Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren zehn Tage auf dem Jugendzeltplatz Metzingen. Zusammen mit dem Team der FKJA, das die Betreuung komplett in Eigenregie übernimmt, sind es immer rund 60 Personen. Los geht es am Montag, 2. August.

Ausstattung für Flutopfer

Die Kinder und Jugendlichen aus Bad Münstereifel werden bereits am Freitag davor abgeholt, damit sie das Wochenende zunächst in der Affaltracher Kirchengemeinde verbringen. Sie werden bei Familien einquartiert, deren Kinder selbst an dem Sommerzeltlager teilnehmen. Das bietet die Gelegenheit für ein erstes Kennenlernen. Außerdem bekommen die Gäste die Ausrüstung, die sie für das Zeltlager brauchen. Dafür ist über soziale Medien ein Aufruf für Sachspenden gestartet worden. Was den zehn Kindern und Jugendlichen dann noch fehlt, soll zugekauft werden.

Und vielleicht ist das Zeltlager nur der Anfang. Bei den Verantwortlichen in Affaltrach gibt es die Überlegung, dass die nun geknüpften Kontakte die Grundlage für eine längerfristige Freundschaft bilden könnten.

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