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Zurück in Vollzeit

Magdalena Henken-Viereck leitet das Theologische Mentorat in Tübingen. Derzeit ist sie für 235 Studierende der Katholischen Theologie zuständig.

Tübingen
Magdalena Henken-Viereck leitet das Theologische Mentorat in Tübingen.

Magdalena Henken-Viereck und ihre dreimonatige Tochter im Büro des Theologischen Mentorats in Tübingen. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Das Baby strampelt vergnügt auf seiner Decke neben dem Büroschreibtisch. Dort sitzt Magdalena Henken-Viereck und behält ihre dreimonatige Tochter gut im Blick, während sie über ihren Beruf spricht. Die zweifache Mutter ist Leiterin des Theologischen Mentorats in Tübingen und begleitet Studierende der Katholischen Theologie an der Eberhard Karls Universität. Derzeit sind dies 235 Personen.

Nach Babypause in Vollzeit zurück

„Ich bin super dankbar, dass ich das so machen kann“, sagt die 36-Jährige und betont, wie sehr sie die Offenheit im Theologischen Mentorat schätzt. Nach ihrer Babypause kam Henken-Viereck im Januar in Vollzeit zurück. Sie sei sich dabei aber auch bewusst, dass ihre Tochter ein pflegeleichtes und entspanntes Baby ist und ihr Mann ihr den Rücken freihält und für den Fall einsatzbereit sei, sobald sie ihre Tochter nicht mehr ohne weiteres dabei haben kann.

"Wir sind hier lebendig und offen"

Auch sie selbst hatte in Tübingen Katholische Theologie studiert und seit 2017 ist sie Pastoralreferentin der Diözese. „Für mich ist es eine wundervolle Aufgabe, die Studierenden kennenzulernen, zu erfahren, was sie geprägt hat und ihre Charismen zu entdecken.“ Es sei ihr Anliegen, die Studentinnen und Studenten zu fördern und auf ihrem Weg zu bestärken. Dafür vermittle sie beispielsweise Praktika und führe Reflexionsgespräche. Wo sind die Stärken? Wo gibt es Entwicklungspotenzial? „Mein Ziel ist es, die Studierenden so zu unterstützen, dass sie nachhaltig von ihren Praxiserfahrungen profitieren.“ Auch plant sie Kooperationen mit dem Wilhelmsstift und der Katholischen Hochschulgemeinde in Tübingen; ebenso einen gemeinsamen Abend mit Studierenden anderer Fachrichtungen. „Es ist gut, Brücken zu bauen und zu zeigen: ‚Wir sind hier lebendig und offen‘.“

Beruf als sehr vielfältig erlebt

Vor ihrer jetzigen Aufgabe sammelte die junge Mutter Erfahrungen in ihrer Ausbildungszeit als Pastoralreferentin in Tettnang, als Stadtjugendseelsorgerin in Reutlingen und bei einer an die Katholische Erwachsenenbildung angedockten Profilstelle für die Arbeit mit jungen Erwachsenen – viel Netzwerkarbeit, auch in Zusammenarbeit mit Partnern außerhalb der Kirche. „Es ging darum, gemeinsam Dinge zu gestalten und uns in die Gesellschaft einzubringen.“ Dabei habe sie ihren Beruf für die katholische Kirche stets als sehr vielfältig erlebt und er habe ihr große Freude bereitet. „Auch deshalb kann ich heute authentisch hinter meiner Aufgabe stehen und junge Menschen auf der Suche nach ihrem Beruf und ihrer Berufung in der Kirche begleiten“, unterstreicht sie.

Viele Fragen und Ungewissheiten

Hinzu komme ihr „großes Interesse an diesen jungen Menschen“. Die Zeit bis zum 30. Lebensjahr sei sehr spannend, denn es werden viele Richtungsentscheidungen im Leben der Studierenden getroffen. Hier mitwirken zu dürfen, sei ein Privileg. Angesichts der Frage, wie die Kirche mit ihren rückläufigen Mitgliederzahlen in zehn oder 20 Jahren aussehen wird, gebe es dabei natürlich auch viele Fragen und Ungewissheiten. Andererseits bestehe ein verbindendes Element bei den Studentinnen und Studenten oft darin, dass sie Lebens- und Glaubensfragen für sich selbst als spannendes Feld entdeckt haben und neugierig darauf sind, thematisch tiefer einzusteigen.

"Die frohe Botschaft in unser heutiges Leben übersetzen"

„Dass es soweit kommt, Theologie zu studieren, ist doch bereits bemerkenswert“, hält Henken-Viereck fest und sagt, sie erkenne bei den Studierenden immer wieder eine „geerdete Motivation“, über die sie sich sehr freue: Den Menschen nahe zu sein und Kirche als ein Ort zu gestalten, an dem alle willkommen sind. „Es macht mir Hoffnung, dass solche Leute zu uns kommen und Lust haben, ihre Visionen einzubringen und sich der Herausforderung zu stellen, die frohe Botschaft in unser heutiges Leben zu übersetzen.“

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