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"Der Glaube hilft uns, das Leid zu ertragen"

Seit 20. März leben die beiden Schwestern aus der West-Ukraine im Kolpinghaus. Sie unterstützen Geflüchtete in Stuttgart.

Stuttgart
Schwester Solomija und Schwester Magdalena sind mit dem Bus von Lwiw nach Stuttgart gekommen – nicht als Geflüchtete, sondern auf Wunsch von Pfarrer Roman Wruszczak von der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche. Er hat sie gebeten, bei der Flüchtlingsarbeit mitzuhelfen. V.l.: Schwester Magdalena und Schwester Solomija. Bildquelle: Katholisches Stadtdekanat

Schwester Solomija und Schwester Magdalena sind mit dem Bus von Lwiw nach Stuttgart gekommen – nicht als Geflüchtete, sondern auf Wunsch von Pfarrer Roman Wruszczak von der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche. Er hat sie gebeten, bei der Flüchtlingsarbeit mitzuhelfen. V.l.: Schwester Magdalena und Schwester Solomija. Bildquelle: Katholisches Stadtdekanat

Schwester Solomija und Schwester Magdalena sind mit dem Bus von Lwiw nach Stuttgart gekommen – nicht als Geflüchtete, sondern auf Wunsch von Pfarrer Roman Wruszczak von der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche. Er hat sie gebeten, bei der Flüchtlingsarbeit mitzuhelfen. „Wir haben die Geflüchteten begleitet und sind in Stuttgart, weil auch hier unsere Hilfe benötigt wird“, berichtet Sr. Solomija, und Sr. Magdalena ergänzt: „Unser größtes Ziel ist es, den Ukrainerinnen und Ukrainern beizustehen, die ihre Heimat verlassen mussten. Wir möchten aber auch die Deutschen kennenlernen und ihnen Dank sagen für die offenen Türen, die Spenden und das Gebet.“

Sr. Magdalena war 1999 zum ersten Mal in Stuttgart. Damals hat sie für einen Monat bei der Franziskusstube mitgeholfen, seitdem besteht die Verbindung mit Pfarrer Wruszczak. In ihrer Heimat arbeitet die 45-Jährige in einem geistlichen Zentrum im Kurort Morschyn, im Westen der Ukraine. „Das Zentrum dient der Rehabilitation von Körper und Geist. Menschen können sich erholen und Religion erleben. Derzeit wohnen dort Binnenflüchtlinge aus Kiew und dem Osten der Ukraine“, erzählt Sr. Magdalena.

Seelsorgerische Unterstützung

Die beiden Schwestern nehmen an Gottesdiensten der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde teil. Sie gehen auf die Neuangekommenen zu und beten mit ihnen. „Schon unsere Kleidung zeigt, dass die Menschen bei uns Unterstützung finden, wenn sie das möchten“, sagt Sr. Solomija. Die 61-Jährige hat in Rom Theologie studiert und hilft Pfarrer Wruszczak beispielsweise, indem sie Predigten schreibt. Die beiden Katholikinnen betonen, dass sie für alle geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer da sind, unabhängig von ihrer Konfession. Neben den Gottesdiensten besuchen sie ukrainische Geflüchtete auf dem Messegelände und in anderen Sammelunterkünften. „Die Familien zerfallen, wenn Frauen und Kinder nach Deutschland flüchten und die Männer in der Ukraine bleiben. Teil unserer Arbeit ist es, die Frauen und Kinder zu betreuen“, erzählt Sr. Solomija, die in der Ukraine arme Familien und Kinder mit Behinderung unterstützt.

Kongregation der Schwestern von der Heiligen Familie

Sr. Solomija und Sr. Magdalena gehören zur Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Heiligen Familie. Die Kongregation besteht aus neun Klöstern, in denen insgesamt 57 Schwestern ihren Dienst leisten. „Unsere Häuser sind jetzt voll mit Binnenflüchtlingen. Viele Familien haben ihre Häuser verloren, bei uns bekommen sie Zuflucht“, erzählt Sr. Solomija. Sie lebt und arbeitet eigentlich in Dolyna, im Westen der Ukraine.

Hoffen auf baldiges Kriegsende

„Am schwierigsten ist es, weit weg von zu Hause zu sein und sich all die schlimmen Ereignisse in den Nachrichten anzuschauen. Es ist nicht nur ein Krieg, es sieht nach einem Genozid am ukrainischen Volk aus“, sagt Sr. Magdalena mit Tränen in den Augen. „Diese Gewalt an Kindern und an all den anderen Menschen ist ein unbeschreiblicher Schmerz“, fügt Sr. Solomija, ebenfalls mit Tränen in den Augen, hinzu. Trotz dieses Schmerzes hat Sr. Magdalena große Hoffnungen: „Wir glauben, dass der Krieg bald endet und wir dann nach Hause kommen können, dass wir Kinder wieder lachen hören und unsere Zukunft gestalten können. Vielleicht ist es unser Kreuzweg. Wir sind auf dem Kreuzweg aber nicht allein. Wir haben viele Helfer, zum Beispiel die Deutschen.“

„Der Glaube hilft uns, das Leid zu ertragen“

Die 45-Jährige ist sich sicher: „Der Glaube hilft uns, das Leid zu ertragen. Jesus wurde gekreuzigt und ist wieder auferstanden. Auch unser Volk wird wieder auferstehen.“ Und sie ergänzt: „Wir sind jetzt hier und helfen, aber wir sehnen uns danach, wieder nach Hause zu kommen. Nach dem Kriegsende wird es viele Waisen geben. Die Aufgabe der Kirche ist es, gerade auch für diese Kinder da zu sein.“

Bevor die beiden sich auf den Weg machen, um im Kolpinghaus, wo sie derzeit leben, Gottesdienst zu feiern, ist ihnen noch eines wichtig: „Wir sind sehr dankbar, dass die deutsche Bevölkerung so viel hilft, das ist eine große Unterstützung.“

Geld- und Sachspenden werden weiterhin benötigt

Wer die ukrainische griechische-katholische Gemeinde mit Sach- oder Geldspenden unterstützen möchte, findet alle Infos unter ukrainische-kirche-stuttgart.de/spenden/

Spendenkonto

Katholisches Stadtdekanat
IBAN: DE63 6005 0101 0004 6461 92
Verwendungszweck: Spende Ukraine (bitte unbedingt angeben)

Katholische Kirche in Stuttgart

Dies ist ein Text der Katholischen Kirche in Stuttgart.
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