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Hoffen auf Bewegung und Veränderung

Der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes und Schwester Nicola Maria sind als offizielle Vertreter beim Synodalen Weg in Frankfurt.

Stuttgart

Stadtdekan Christian Hermes und Schwester Nikola Maria Schmitt Bild: Katholische Kirche Stuttgart

Am 30. Januar treffen sich die 230 Vertreter des Synodalen Weges in Frankfurt am Main zur ersten Vollversammlung, um über die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland zu beraten. Mit dabei sein werden der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes sowie die Ordensschwester Nicola Maria Schmitt.

Beide erhoffen sich offene Diskussionen und Gesprächsbereitschaft aller Seiten auch über heikle Themen wie beispielsweise die Rolle der Frauen in der Kirche, Macht und Gewaltenteilung, die Sexualmoral und die priesterliche Lebensform.

Hoffnung auf Bewegung und Veränderung

Stadtdekan Christian Hermes hofft auf Bewegung und Veränderungen: „Das Ausmaß der Missbrauchsfälle zeigt deutlich, dass wir als katholische Kirche nicht einfach weitermachen können wie bisher. Wir brauchen Veränderung, wir brauchen klare Strukturen der Gewaltenteilung in der Kirche, wir brauchen ein mehr am Evangelium orientiertes Verständnis vom priesterlichen Dienst und zeitgemäße Mitwirkungsmöglichkeiten aller Getauften.“   

Als der Anruf der Generaloberin kam, ob sie als eine von zehn Vertretern der Deutschen Ordenskonferenz am Synodalen Prozess teilnehmen wolle, war bei der Stuttgarter Vinzentinerin Nicola Maria Schmitt die Überraschung groß: „Ich musste erst einmal eine Nacht darüber schlafen.“ Am nächsten Morgen hat die 58 Jahre alte Ordensschwester zugesagt, weil sie sich Veränderungen für ihre Kirche wünscht. 

„Auch wenn die Missbrauchsskandale ein trauriger und schlimmer Anlass sind, ist es gut, dass wir endlich wieder ins Gespräch gehen und uns fragen, wie muss Kirche heute aussehen“, sagt Schwester Nicola Maria, die sich im Haus der Katholischen Kirche um die Citypastoral kümmert und die dort auch seit vielen Jahren an der Infotheke sitzt und nicht nur Auskunft erteilt, sondern mit vielen Menschen über die Situation der Kirche spricht. „Ich erlebe, dass vielen Menschen die katholische Kirche immer fremder wird und sie für viele Dinge kein Verständnis mehr haben. Die Rolle der Frau in der Kirche ist ein Beispiel dafür.“

Die Menschen erreichen

Die Ordensfrau erhofft sich vom Synodalen Weg wichtige Impulse: „Wir müssen nachdenken, wie wir den Menschen unsere Botschaft verkünden, wir brauchen eine neue Sprachfähigkeit, andere Gottesdienstformen, um die Menschen zu erreichen und auch eine neue Sakramentaltheologie, die nicht mehr nur an Priester gebunden ist.“ Die Menschen müssten spüren, dass Gottes Geist auf eine gute Weise auch heute noch wirke, so die Stuttgarterin, die seit 38 Jahren dem Orden der Vinzentinerinnen von Untermarchtal angehört.

Der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes hält es für wichtig, dass die Themen diskutiert werden, die jahrzehntelang schwelen und das Zeugnis für das Evangelium verdunkeln. „Wir erleben jeden Tag, dass sich Menschen von der Kirche abwenden. Wir versuchen, hier in Stuttgart vor Ort gute Arbeit zu machen, aber wir spüren, wie das ganze Setting von Kirche, ihrer Ämter und Strukturen, Fragen der Geschlechtergerechtigkeit und eine gefühlte Lebensferne alles überlagert."

Hermes, der als Vertreter des Priesterrats der Diözese Rottenburg-Stuttgart teilnimmt, sieht das Treffen Ende Januar als erste Kontaktaufnahme und hofft auf vernünftige und an Lösungen interessierte, ehrliche Gespräche: „Wenn versucht werden sollte, eine ehrliche Beratung abzuwiegeln oder autoritär zu verhindern, wird es krachen. Und sicher ist es auch nicht gut, wenn alle möglichen Teilnehmer schon vor Beginn kompromisslose Positionen in die Welt hinausposaunen. Ich hoffe auf eine ehrliche und faire Beratung.“

Katholische Kirche in Stuttgart

Dies ist ein Text der Katholischen Kirche in Stuttgart.
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