Ökumenischer Kirchentag

Begegnung und Dialog

Bischof Dr. Gebhard Fürst beim 3. Ökumenischen Kirchentag. Bild: OEKT/Philip Wilson

Zum Abschluss des Ökumenischen Kirchentags lud Bischof Dr. Gebhard Fürst die Gläubigen zum 102. Katholikentag nach Stuttgart ein.

Nach vier Tagen endete der 3. Ökumenische Kirchentag am Sonntag mit deutlichen Appellen, aktiv das ökumenische und gesellschaftliche Miteinander zu suchen und Verantwortung dafür zu übernehmen. Die Veranstalter zogen zum Abschluss eine positive Bilanz, heißt es in der Pressemitteilung.

Brücken bauen gegen die Entfremdung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte in einer Rede vor Beginn des Gottesdienstes, was für ein „wunderbarer Anblick“ die versammelten Menschen nach den zurückliegenden Wochen und Monaten der Pandemie für ihn seien. Sorgenvoll blickte er auf die soziale Dimension der Krise und rief dazu auf, insbesondere jetzt die sozial Schwachen, die, die für andere hart schufteten, die Einsamen und Menschen, die Gewalt erfahren, nicht aus dem Blick zu verlieren.

Auf das Leitwort des ÖKT bezogen mahnte er, auch weiterhin hinzuschauen: „Wir müssen Wunden heilen, die Corona in unserer Gesellschaft geschlagen hat.“ Die zunehmende Entfremdung der Menschen im Blick, fügte er hinzu: „Die Zukunft gewinnen wir nicht im Streit miteinander. Wir müssen Brücken bauen, zwischen Menschen und Gruppen, die die Pandemie verfeindet hat. Wir müssen nicht einer Meinung sein, aber wir brauchen einander.“

Eine neue Gerechtigkeitsdebatte

Den Gottesdienst leiteten gemeinsam Erzpriester Radu Constantin Miron, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), der Limburger Bischof Georg Bätzing und Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Es predigte ein Frauen-Duo: Mareike Bloedt, Pastorin der Ev.-methodistischen Kirche, und die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, Schwester Katharina Ganz.

Beide thematisierten eine neue Gerechtigkeitsdebatte, ausgelöst durch die Corona-Pandemie. Bloedt gab sich zuversichtlich: „Mitten in der Krise geht Gott mit. Er lädt sein Volk dazu ein, alles gerecht zu teilen.“ Ganz ermutigte, tatkräftig selbst für Gerechtigkeit zu sorgen: „Drücken wir uns nicht vor der Verantwortung! Wir machen einen Unterschied, wenn wir für Menschen sorgen.“

Dialog auch in scheinbar ausweglosen Situationen

Die ÖKT-Präsidentin Bettina Limperg und der ÖKT-Präsident Thomas Sternberg formulierten gemeinsam die Botschaften des 3. ÖKT, indem sie dazu aufriefen, sich als Christinnen und Christen einzusetzen für den Erhalt der Lebensgrundlagen künftiger Generationen, sich gegen Hass und Hetze zu stellen, die Würde des Menschen weltweit zu achten und danach zu handeln.

Feindseligkeiten, Nationalismen und Machtmissbrauch sei entschieden und laut entgegenzutreten. Ganz besonders wurde den Menschen in Israel und Palästina gedacht und zum Dialog auch in scheinbar ausweglosen Situationen ermutigt.

Sehr konkret war die dringende Bitte, die Verlierer der Corona-Krise nicht aus dem Blick zu verlieren: „Als Christinnen und Christen setzen wir uns ein für Menschen, die durch die Pandemie in seelische oder wirtschaftliche Not geraten sind. Jede und jeder ist gefordert, zu helfen. Schaut hin!“ Und zum Aufbruch aus diesem ÖKT hinein in den Alltag formulierten beide: „So brechen wir auf, motiviert durch die reiche ökumenische Erfahrung. Gestärkt durch die Einladung Christi an seinen Tisch gehen wir in die Welt.“

Einladung zum Katholikentag in Stuttgart

Zum Ende des Gottesdienstes luden Bischof Gebhard Fürst, Bistum Rottenburg-Stuttgart, und der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, zum 102. Katholikentag in Stuttgart (25. bis 29. Mai 2022) und zum 38. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Nürnberg (7. bis 11. Juni 2023) ein.

Zum Abschluss der rund 100 digitalen Veranstaltungen des 3. ÖKT und der knapp 400 gemeldeten dezentralen Angebote zogen Veranstalter und gastgebende Stadt ein positives Resümee. Oberbürgermeister Peter Feldmann blickte zufrieden zurück: „Bei diesem Ökumenischen Kirchentag war wegen der Pandemie vieles anders. Und doch ist sich der Kirchentag treu geblieben. Er stand und steht für intensive Debatten und interreligiösen Austausch. Der 3. Ökumenische Kirchentag hat gezeigt, dass digitale Räume nicht anonym sein müssen. Auch sie sind Orte des menschlichen Miteinanders. Mit Abstand Begegnungen ermöglichen – dieser Herausforderung haben sich die Macher erfolgreich gestellt. Als Frankfurter Oberbürgermeister bin ich stolz, dass wir Gastgeber dieses ganz besonderen Kirchentages sein durften.“

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