Bischof Dr. Gebhard Fürst: Chance und Herausforderung einer gemeinsamen Pastoral 2002

Stuttgart

Vor fast 50 Jahren kam Don Battista Mutti als erster Italienerseelsorger nach Stuttgart (1953). Damals war er 30, heute ist er 79, inzwischen inkardiniert, pensioniert und Prälat. Und noch immer aktiv im Stuttgarter Osten. Zuständig war er damals zumindest am Anfang "nur" für die Diözesen Rottenburg, Freiburg, Würzburg u. a.

Ein Name, ein Seelsorger, ein Anfang. In den ersten Jahren erlag auch die Kirche dem Irrglauben, diese oder überhaupt jede Arbeitsmigration sei ein vorübergehendes Phänomen und rechtfertige auch in der Pastoral Provisorien z.B. den Ausbau nur provisorischer gemeindlicher Strukturen. Oder den Verzicht auf die stärkere Vernetzung in den vorhandenen Strukturen der Dekanate und Pfarreien.

Doch die Zahl der Katholiken aus Italien, Portugal, Spanien, dem damaligen Jugoslawien (Kroatien und Slowenien) wuchs ebenso wie die der Griechen und dann später die der Türken, die ins Land kamen.

Inzwischen, fast 50 Jahre danach, sind 11% der 2,1 Mio. Katholiken unserer Diözese Menschen aus anderen Ländern (insgesamt ca. 230.000). Für rd. 200.000 von ihnen aus 11 Nationen unterhalten wir 54 Missionen mit Seelsorgern und Seelsorgerinnen aus der Heimat. Auch deutsche Priester nehmen neben ihrem Auftrag in einer Pfarrei Seelsorge in Muttersprachlichen Gemeinden wahr. Ausdrücklich möchte ich aber festhalten: Für rd. 30.000 ausländische Katholiken können wir ein solches muttersprachliches Angebot nicht machen, weil ihre Ethnien zahlenmäßig sehr klein sind, und weil wir keine Seelsorger aus ihrer Heimat haben. Auch diese Brüder und Schwestern versuchen, die Verwurzelung in ihrer heimatlichen Kultur zu bewahren. Vielen von ihnen ist dennoch ihr katholischer Glaube so viel Wert, dass sie ganz selbstverständlich in ihrer örtlichen Pfarrgemeinde mitleben und mitfeiern. Ich denke da an verschiedene Gruppen aus Asien sowie an die vielen katholischen Afrikaner verschiedener Nationalität, die bei uns studieren oder arbeiten oder als Flüchtlinge leben.

In den Missionen ist durch den Einsatz der Priester und pastoralen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie durch die Mitwirkung der Gläubigen am Gemeindeleben viel gewachsen. Eine entscheidende Rolle für die Gemeindecaritas und die so dringend benötigte Beratung der Migranten haben seit den ersten Jahrzehnten die Sozialarbeiter der Caritasverbände gespielt. Inzwischen jedoch stehen immer weniger aus den Herkunftsländern zur Verfügung.

Die heimatliche religiöse Tradition spielte in den Missionen immer eine große Rolle. Wichtig war für die Menschen dort: "Die Kirche spricht auch hier in der Fremde zu uns in unserer Muttersprache." Die Missionen waren und sind neben der Familie nahezu der einzige gesellschaftliche Bereich, in dem die ausländischen Katholiken sich nicht dem Druck der Assimilation aussetzen mussten wie etwa am Arbeitsplatz. Sie haben über die Jahre hinweg als Christen wirklich profitiert von dem Satz "Das Recht auf Muttersprache ist ein Christenrecht". Und dabei geht es noch um viel mehr als "nur" um die Sprache:

Die Sprache ist ja ein wichtiger Bestandteil der Kultur. Ihr kommt bei der Verwirklichung des menschlichen Lebens eine besondere Bedeutung zu, die sich als eine dreifache Leistung bestimmen lässt:

Mittels der Sprache erfährt und erkennt der Mensch die Welt. Menschliches Denken ohne Sprache gibt es nicht. Weiterhin schafft die Sprache dem Menschen die Möglichkeit, sich anderen mitzuteilen.

Und schließlich bildet die Sprache auch den Raum, in dem erworbenes Wissen, geklärtes Fühlen, erhelltes Wollen aufbewahrt werden. Nur aufgrund von Sprache gibt es Erinnerung, Bewahrung, Aufbau, Fortschritt des Erkennens (Karl Jaspers, Die Sprache, in: "Was ist Philosophie?", Seite 301 f.). Wenn hier von Sprache die Rede ist, dann geht es nicht um etwas Abstraktes. Der Mensch ist ein geschichtliches Wesen, das in einer bestimmten Zeit, sich in einer bestimmten Umgebung entwickelt und lebt. Sprache ist daher in Verbindung mit einem bestimmten Menschen eine bestimmte, das heißt konkrete Sprache. Der einzelne Mensch eignet sich in seiner Entwicklung eine Sprache an – man spricht von der Muttersprache –, mittels derer ihm ein bestimmtes geistiges Erbe angetragen wird. Wenn er auch offen ist für andere Sprachen, so lebt der Mensch doch in keiner von ihnen so wie in seiner Muttersprache (vgl. Karl Jaspers a.a. O. 307).

Auch der Glaube muss im kulturellen Umfeld gesehen werden, denn er ist an Sprache und andere Ausdrucksformen gebunden, die Elemente der Kultur sind. Glauben kann daher nur über Wege weitergegeben und entfaltet werden, die die Kultur zur Verfügung stellt, er muss also inkulturiert werden. Da es aber inzwischen auch bei uns nicht eine, sondern viele Kulturen gibt, bedeutet dies für den Glauben, dass er – auch wenn er von seiner Substanz her immer derselbe ist und bleibt – entsprechend der verschiedenen kulturellen Traditionen auf verschiedene Weise gelebt wird. Dies alles nicht zu berücksichtigen, oder gar durch platte Assimilierung zu unterlaufen, wäre unmenschlich und damit der Kirche unwürdig. So Papst Johannes Paul II. in seiner Botschaft zum Tag der Migration 1990.

Die legitime Bewahrung der eigenen Kultur, die Stabilität der eigenen Identität bleiben mit der Sprache verbunden. Wer diesen Zusammenhang ignoriert, hat weder eine richtige Vorstellung von der Rolle der Sprache, noch von der Kultur.

Uns muss, damit den Migranten nicht ihre Identität verlorengeht, sehr viel daran liegen, dass sie nicht kulturell/sprachlich entwurzelt werden.

In keinem Widerspruch dazu steht es, von Einwanderern zu fordern, dass sie bei uns Deutsch lernen. Ob das mit 300 oder mit 600 Stunden zu schaffen ist (vgl. die Entwürfe zum neuen Zuwanderungsgesetz), soll hier nicht weiter untersucht werden. Wohl aber muss die Frage gestellt werden, wie weit über die deutsche Sprache deutsche Kultur sozusagen als Substitutivum zur jeweiligen Heimatkultur verordnet werden darf!

Mit Blick darauf sind für uns Muttersprachliche Gemeinden auch Freiheitsräume. Per Gesetz kann der Ausstieg aus der einen und die uneingeschränkte Akzeptanz der anderen Kultur jedenfalls nicht dekretiert werden. Als katholische Gemeinden sollen unsere Muttersprachlichen Gemeinden den Menschen das Sowohl-als-auch ermöglichen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Akzeptanz der deutschen Mehrheit.

Die Seelsorger/Seelsorgerinnen haben in diesem Zusammenhang sicher ebenso schwierige wie wichtige Aufgaben:

 

Muttersprachliche Pastoral hier darf nicht primär mutter-/vaterlandsorientiert sein, sondern muss den Italiener, Kroaten, Polen usw. hier in Deutschland im Auge haben und ihm auch zur Integration helfen, ohne dass er dabei seine Identität verliert.

Inkulturation, populär definiert: "Wenn man angekommen, angenommen, zuhause ist." Viele unserer ausländischen Katholiken würden ohne die Muttersprachlichen Gemeinden in diesem Sinne immer noch kirchlich entfremdet und ortlos leben müssen. Um der Menschen willen (und keineswegs nur um der zahlreichen Älteren, inzwischen verrenteten ausländischen Arbeitnehmer willen, die hier bleiben) bleibt uns die muttersprachliche Seelsorge auch künftig wichtig.

Mit den Päpsten Johannes XXIII., Paul VI. und Johannes Paul II. sehen wir es als Ziel an, dass im Lauf der Zeit die eingewanderten Katholiken die muttersprachlichen Gemeinden nicht mehr brauchen und dass sie auch das "Erbe, die Sprache und das Brauchtum" unseres Volkes "hochachten" (vgl. Johannes XXIII, Pacem in terris 31; sowie II. Vatikanum "Ad gentes" 26).

Wir stehen jedoch zu der zutiefst katholischen Wahrheit und akzeptieren es in unserer Diözese und ihren Seelsorgeeinheiten und Gemeinden: Unser Glaube kann aus den verschiedenen kulturellen Traditionen gemeinsam gelebt werden. Das haben uns die letzten 50 Jahre gelehrt. Freilich hat sich auch gezeigt, dass wir alle den Reichtum solcher Vielfalt noch nicht angemessen würdigen.

2. Was muss uns die Zukunftssicherung unserer muttersprachlichen Pastoral wert sein?

Ja, was muss uns die Zukunftssicherung der mutterprachlichen Pastoral wert sein? Und zwar angesichts einer gesellschaftlichen Situation, in der wir uns darauf einstellen müssen, dass es mehr weltanschauliche Beliebigkeit gibt. Auch Christentumsfeindlichkeit, jede Menge Gleichgültigkeit, kühle Distanz – aber ebenso Neugier, freundliche Annäherung und entschiedene Hinwendung zum Evangelium. Also nicht etwa Abbau, sondern Umbau von Kirche und Pastoral. Das verlangt freilich, dass wir mehr auf unser christliches Profil achten. Solidarität mit den Menschen, Offenheit für sie heißt nicht, dass auch wir uns zu einem der unzähligen "Sinnanbietern" nivellieren lassen. Denn: Niemand außer uns feiert Gottesdienst. Niemand außer uns lehrt die Menschen beten. Niemand außer uns redet von Opfer und Askese. Niemand außer uns redet so selbstverständlich von Krankheit, Sterben und Tod. Niemand außer uns übermittelt den Menschen: Du bist Ebenbild Gottes. Deshalb wirst du bleiben.

Zukunftssicherung der muttersprachlichen Pastoral ist also nichts anderes als die Zukunftssicherung der Pastoral überhaupt: Rückbesinnung auf diesen Auftrag und in der Gemeinschaft aller Gemeinden der Kirche diesen Auftrag erfüllen: Gott und sein Reich wieder zur Sprache bringen und durch Taten bezeugen, insbesondere durch die diakonia!

Ich zitiere den Erfurter Bischof Joachim Wanke: "Es gibt, so meine ich, wieder einen neuen, offenen Markt für das Religiöse. Wir haben einen Reichtum in den Händen, den wir unseren Zeitgenossen nicht vorenthalten dürfen. Nicht allein dadurch, dass wir viele Worte machen. Vermutlich geht es noch mehr um Zeichen, die "mitten im falschen Leben das Richtige" erahnen lassen, um eine Liturgie, die diesen Namen verdient, um den Dienst der "Beleuchtung" aller Lebenswirklichkeiten mit österlichem Licht und um aufrichtige, solidarische Begleitung der Menschen, auch jener, die nicht allen kirchlichen Erwartungen entsprechen können. Und solche Begleitung erfolgt nicht zuletzt in selbstloser Diakonie um des Gottes Jesu willen. Hier liegen unsere wirklichen Stärken. Wir brauchen den ungläubigen Zeitgenossen Gott nichts zu beweisen, aber wir müssen ihnen helfen, diesen Gott zu erahnen. Vielleicht ist unserer Generation diese derzeitige "Gotteskrise" zugemutet, die allerorten als die eigentliche Krise unserer Pastoral ausgemacht wird, damit wir selbst tiefer in den Gottesglauben Jesu hineinwachsen können."

Die Verwurzelung in unserer angestammten Kultur und Sprache wird uns dabei helfen. Aber wohl zunehmend nur so, dass wir sie auch durchlässiger machen, damit den Menschen der Überstieg möglich wird und sie nicht im Ghetto einer einzigen Kultur gefangen bleiben. Dass Sprache und Kultur im Blick auf Gottes- und Menschendienst von uns als Mittel zum Zweck und nicht als Selbstzweck angesehen werden.

Was muss uns also die Zukunftssicherung der muttersprachlichen Pastoral wert sein? Wachsende Öffnung, bleibende Offenheit. Jean Daniéllon schreibt: "Der besondere Geist der Völker ist ein Beitrag für die ganze Kirche und die ganze Menschheit." Nicht mehr dominiert werden von der frustrierenden Frage "Wie können wir selbst am besten überleben?" Vielmehr fragen: "Wie können möglichst viele Menschen in Berührung mit dem lebendigen Gott kommen?"!

3. Schritte zu einer gemeinsamen Pastoral

Ich will Ihnen nun weiß Gott nicht die von uns beschlossene Konzeption für die Gemeinden für die Katholiken anderer Muttersprache in den Seelsorgeeinheiten vorlesen. Natürlich steht da das Nötigste über diese Schritte drin. Ich will es nur kurz nennen:

Die jetzt nahezu abgeschlossene Festlegung der Optionen, wo in Seelsorgeeinheiten Gemeinden für Katholiken anderer Muttersprache errichtet werden sollen.

Die im März stattfindenden diözesanweiten Wahlen für die Vertretungsgremien.

Die bereits begonnene und sukzessive fortschreitende Errichtung der dezentralisierten Muttersprachlichen Gemeinden in Seelsorgeeinheiten.

Die Vernetzung der Muttersprachlichen Gemeinden mit den Gemeinden der Seelsorgeeinheiten in den drei kirchlichen Grunddiensten liturgia, martyria, diakonia.

Der bedarfsgerechte Einsatz des Personals in den Muttersprachlichen Gemeinden und in den Seelsorgeeinheiten.

Zuständigkeitsregelungen durch neue Richtlinien.

Finanz-, Verwaltungs- und Raumfragen als im Detail sicher besonders schwierige Aufgaben.

Ich möchte Sie alle ermutigen, sich dieser Aufgabe trotz mancher Ängste und Befürchtungen zu stellen. Diesen Appell richte ich mit derselben Entschiedenheit auch an die Deutschen! Die Last dieser Umstellung dürfen und können die ausländischen Katholiken nicht allein tragen!

Vergessen wir aber zweierlei nicht: Wir fangen nicht bei Null an. Was Sie in den letzten 50 Jahren in den Missionen haben wachsen lassen, ist wichtige Grundlage auch dieser neuen Strukturen. Ihre Landsleute haben den Glauben, die Hoffnung und die Liebe zum Neubeginn in den Gemeinden für Katholiken anderer Muttersprache!

Und: Wir können die Rahmenbedingungen für die Gemeinden für Katholiken anderer Muttersprache erst nach und nach schaffen. Das heißt: Wir können an Ort und Stelle nicht mit allem warten, bis sämtliche noch ungelösten Fragen gelöst sind. Die Seelsorgeeinheiten bestehen inzwischen rd. zwei Jahre und dennoch ist auch der Katalog ihrer ungelösten Probleme noch immer sehr lang. Ähnlich sieht es bei den Gemeinden für Katholiken anderer Muttersprache aus. Sehen wir darin einen Fingerzeig Gottes: Vieles, wenn nicht überhaupt alles, kann nur mit seiner Hilfe und können wir nur gemeinsam packen. Sie mit Ihren Landsleuten und dann Ihre Gemeinden zusammen mit den anderen Gemeinden in den Seelsorgeeinheiten. Nochmals appelliere ich deshalb an die Solidarität der deutschen Katholiken und danke zugleich dafür, dass es dafür in Vergangenheit und Gegenwart schon viele lebendige Beweise gab und gibt.

In diesem Zusammenhang könnte ich jetzt viel sagen über die Wichtigkeit guter Kommunikation. Was Sie Ihren Leuten nicht vermitteln, können die nicht nachvollziehen. Worüber die Deutschen Sie nicht per communicationem verständigen, das findet zwischen Ihnen nicht statt oder es mißlingt. So schrecklich einfach ist das. Was folgt daraus? Jeder Gemeindeleiter – Leiter einer Mission oder Dekan/Pfarrer einer "deutschen" Gemeinde – ist verpflichtet, seine Gemeinde umgehend, umfassend und zuverlässig zu informieren. Anders können unsere Gläubigen den Weg nicht mitgehen! Doch nicht nur über Kommunikation will ich jetzt noch etwas sagen, sondern über communio.

Was wir jetzt vorhaben, ist nicht die Organisationsentwicklung irgendeiner Firma. Wir sind Kirche des Herrn. Dazu das Zweite Vatikanum: "Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, d. h. Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit." (LG 1). Und weiter: "Damit wir aber in ihm unablässig erneuert werden (vgl. Eph 4,23), gab er uns von seinem Geist, der als der Eine und Gleiche im Haupt und in den Gliedern wohnt und den ganzen Leib so lebendig macht, eint und bewegt, dass die heiligen Väter sein Wirken vergleichen konnten mit der Aufgabe, die das Lebensprinzip – die Seele – im menschlichen Leibe erfüllt." (LG 7)

4. Communio und der Geist Gottes

Wir dürfen darauf vertrauen, dass uns alle auf diesem zeitweise mühsamen Weg Gottes Geist eint und stärkt. Communio ist uns dazu geschenkt! Wir versuchen, communio nach Kräften zu realisieren. Letztlich kommt sie von ihm und verbindet uns in ihm. In meinem Hirtenbrief zur Fastenzeit dieses Jahres schreibe ich und unterstreiche es hier besonders: "Seien wir spürbar und tragfähig füreinander da auf unserem Glaubensweg – keiner glaubt für sich allein."

Es kann also keine wirklich unüberwindlichen Hindernisse auf unserem Wege geben. Nicht nur heißt es ja im Psalm 18 "Mit meinem Gott überspringe ich Mauern ...", sondern Jesus selbst sagt: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18,20).

Im Geist der Communio wollen wir unser gemeinschaftliches Zeugnis ablegen können, das wir in den Seelsorgeeinheiten durch die gemeinsame Feier der Initiationssakramente besiegeln. Nur so werden uns vor allem die jungen Menschen aller bei uns lebenden Nationalitäten wahrnehmen. Nur so werden wir als Sakrament und als Zeichen der Hoffnung Gottes in diese Welt hineinleuchten. In eine Welt, die heute wohl nichts so sehr braucht wie dieses Licht und diese Hoffnung.

Ich danke Ihnen allen für Ihren überaus wichtigen und schweren Dienst und für die Treue und Hingabe, mit der Sie ihn ausüben. Sie haben damit eine wesentliche Voraussetzung zur Zukunftssicherung der muttersprachlichen Pastoral in unserer Diözese geschaffen.

Wir haben uns ja zuerst an die Anfänge der Ausländerpastoral vor fünfzig Jahren erinnert. So schließe ich in meinen Dank auch alle Mitbrüder, Ordensschwestern und Pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Sozialberater des Caritasverbandes ein, die während dieses halben Jahrhunderts in unserer Diözese gewirkt haben. Besonders denke ich an die, die inzwischen gestorben sind – hier oder daheim, an die, die sich hier buchstäblich krankgearbeitet haben und an alle anderen, die der Diözese Rottenburg-Stuttgart und uns Bischöfen geholfen haben, unserer Verpflichtung gegenüber den Menschen aus anderen Ländern gerecht zu werden.

Natürlich danke ich auch Ihren Gemeinden und grüße sie herzlich. Wir freuen uns, dass Sie bei uns sind. Gerade die Männer und Frauen, die Jugendlichen und Kinder in den Missionen sollen wissen: Wir gehören zusammen und wir werden unseren Weg auch künftig gemeinsam gehen.