Jugend

Countdown Jugendtag

Alle Jugendtagsteilnehmer bekommen eine Kerze mit dem Jugendtagslogo zugeschickt. Wegen hoher Anmeldezahlen mussten die Schwestern in Untermarchtal noch Kerzen nachordern. Foto: Jugendtagsbüro

Untermarchtal ist überall – jedenfalls, wenn es um den Jugendtag 2021 geht. Junge Leute in 35 Orten sind am 30. Mai dabei.

Mögen sprichwörtlich auch alle Wege nach Rom führen – wenn Jugendtag ist, führen sie nach Untermarchtal. So war es 40 Jahre lang: Von überall her in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und darüber hinaus machten sich Jugendliche und junge Erwachsene in einer Sternwallfahrt auf den Weg, um in Untermarchtal ein Fest des Glaubens zu feiern. Diesmal ist es anders: In 35 Kirchengemeinden finden Jugendgottesdienste zum Jugendtag statt, vielerorts wurden Wegstrecken durch die jeweilige Seelsorgeeinheit abgesteckt, auf denen gepilgert werden kann – statt einer Sternwallfahrt wird es viele "Sternchenwallfahrten" geben.

„Wir sind echt überwältigt“, sagt Schwester Veronika Hinderhofer vom Jugendtagsbüro im Kloster Untermarchtal. „Mit so großer Resonanz haben wir nicht gerechnet.“ Mehr als 1500 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind angemeldet. Mit der Entscheidung, den Jugendtag dezentral und digital stattfinden zu lassen, sind die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul ein Wagnis eingegangen. Der Mut wird belohnt, das geänderte Konzept kommt an. So gut, dass schnell noch die kleinen Kerzen und die traditionellen Armbändchen nachbestellt werden mussten, die die Teilnehmer zugeschickt bekommen.

„Gehe mutig von Augenblick zu Augenblick“

Von Mut handelt auch das Jugendtagsmotto: „Gehe mutig von Augenblick zu Augenblick“ lautet das Leitwort, das einem Postulat von Ordensgründerin Luise von Marillac entnommen ist. Es greift nicht nur das von Unwägbarkeiten geprägte Lebensgefühl vor allem junger Menschen in Corona-Zeiten auf, sondern will auch ganz konkret verstanden werden: In einem Actionbound, einer multimedialen Rallye (vor dem Handyzeitalter nannte man das Schnitzeljagd), steuern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestimmte Stationen an, an denen sie sich mit dem Thema Mut beschäftigen und mit Liedern, Gebeten, (Inter-)Aktionen und kreativen Elementen „mutig von Augenblick zu Augenblick“ gehen.

Aus fast allen Regionen sind junge Leute gemeldet: von Lauterbach (Dekanat Rottweil) im Südwesten der Diözese bis Unterschneidheim (Dekanat Ostalb) im Nordosten, von Bad Saulgau bis Remshalden (Dekanat Rems-Murr). Besonders gut vertreten sind Oberschwaben und die Ostalb. An den Orten, an denen die Schwestern von Untermarchtal wirken, sind sie mit von der Partie, etwa in Schwäbisch Gmünd und in Munderkingen, am Marienhospital in Stuttgart und in Tübingen.

Anmeldungen gibt es aber auch von außerhalb der Diözese, etwa aus Würzburg und aus Wittislingen bei Dillingen im Bistum Augsburg – auf einer Karte auf ihrer Webseite haben die Schwestern die teilnehmenden Orte verzeichnet. Dort kann man schauen, wo der nächstgelegene „Jugendtagsort“ ist. Vielleicht kann man sich über die betreffende Webseite der Kirchengemeinde noch kurzfristig nachmelden. „Einen Ort haben wir nicht eingetragen“, schmunzelt Schwester Veronika: „Ob man sich denn auch von Australien aus anmelden könne, hat eine Frau über Facebook gefragt. Sie war wohl früher mal dabei und will den Jugendtag ihrem Sohn zeigen.“ „Klar“, schrieb das Jugendtagsteam zurück, „das ist dieses Jahr der Vorteil, man kann echt von überall aus mitmachen“. Und wenigstens den Gottesdienst in Untermarchtal am 30. Mai um 15 Uhr kann man per Livestream mitverfolgen. Und dann führen eben doch wieder alle Wege nach Untermarchtal…