Eugen Bolz

Die Erinnerung wachhalten

Volksgerichtshof, Eugen Bolz

Dr. Eugen Bolz vor dem Volksgerichtshof. Foto: Bundesarchiv

Zum 75. Todestag des katholischen Politikers gibt es am Donnerstag Gedenkveranstaltungen in Rottenburg und Stuttgart.

Diese Woche jährt sich zum 75. Mal die Ermordung von Eugen Bolz, dem letzten württembergischen Staatspräsidenten vor der nationalsozialistischen Machtergreifung. Bolz, der als Sohn einer alteingesessenen, katholischen Handwerkerfamilie in Rottenburg a. N. zur Welt kam, gehörte dem Widerstand gegen Adolf Hitler an und wurde nach dem missglückten Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftet, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee enthauptet.

Für den an der katholischen Soziallehre orientierten Zentrumspolitiker war Politik nichts anderes als praktisch angewandte Religion. Dies drückte auch sein Wahlspruch aus: „Die Gottesfurcht ist der Anfang der Weisheit.“ In dieser Haltung setzte sich Bolz gegen Totalitarismus, Menschenverachtung und Machtvergötzung ein.

In Gedenken an Eugen Bolz, für den 2015 ein Seligsprechungsverfahren durch Bischof Gebhard Fürst eröffnet wurde, gibt es auf dem Gebiet der Diözese Rottenburg-Stuttgart diese Woche zwei Gedenkveranstaltungen, welche die Erinnerung an ihn wachhalten sollen.

23. Januar, um 12.15 Uhr ein Gottesdienst in der Domkirche St. Eberhard in Stuttgart. Ministerpräsident Kretschmann wird dort gegen 13 Uhr eine Ansprache halten. Im Anschluss erfolgt eine Kranzniederlegung beim Denkmal für Eugen Bolz am Königsbau.

Ebenfalls am 23. Januar lädt die Eugen-Bolz-Stiftung in Kooperation mit der Stadtverwaltung Rottenburg und anderen Partnern nach Rottenburg ein. Um 10.30 Uhr beginnt dort in der Kirche St. Moriz eine Gedenkmesse mit Domkapitular Uwe Scharfenecker.

Gegen 11.15 Uhr legt Oberbürgermeister Stephan Neher im Anschluss an die Messe einen Kranz in der Kirche nieder. Ab 18 Uhr spricht Michael Seewald, Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, dann im Anton-Hoffmeister-Saal der Rottenburger Zehntscheuer zum Thema: „Gehorsam und Gewissen. Erkundungen zu einem Spannungsverhältnis.“
Im Anschluss ist eine Podiumsdiskussion geplant. Mit auf dem Podium sitzen auch der langjährige Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, ehemalige Bundestagsabgeordnete und Eugen-Bolz-Preisträger Robert Antretter aus Backnang sowie die Studentin und Eugen-Bolz-Preisträgerin Alison Virnich aus Rottenburg am Neckar.