Bauprojekt

Ein offenes Haus

Visualisierung: Architekturbüro Glück + Partner

Im Stuttgarter Westen baut die Kirchengemeinde St. Elisabeth ein neues Gemeindezentrum in der Schwabstraße.

Der Neubau soll ein Haus der Katholischen Kirche für den Westen werden, ein offenes Haus für Kulturschaffende, Vereine und Menschen aus dem Stadtteil. „Wir möchten Menschen ansprechen, die mit der Kirche verbunden sind, aber auch andere, die schon lange kein Gotteshaus mehr betreten haben. Wir wollen die Menschen überraschen“, sagt Werner Laub, stellvertretender Stadtdekan und leitender Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-West/Botnang. Über dem Gemeindezentrum entstehen in dem Neubau insgesamt 13 Mietwohnungen.

Vorarbeiten haben bereits begonnen

Der leitende Pfarrer Werner Laub ist froh, dass die Bauarbeiten in der Schwabstraße begonnen haben: „Die Gruppen aus unserer Gemeinde sind überall verstreut. Wir sind schon seit mehr als vier Jahren heimatlos. Angefangen von den Chören über die Senioren bis zu den Ministranten, alle freuen sich, in der Schwabstraße in absehbarer Zeit wieder eine feste Heimat zu bekommen.“ Die Vorarbeiten für den Neubau haben in der vergangenen Woche begonnen. Im Moment laufen die Arbeiten an der Kanalsanierung, zudem wird das alte Gebäude entkernt. Wenn die Entkernung abgeschlossen ist, kann mit dem Abbruch begonnen werden. Zum Jahresende soll dann die Baugrube eingerichtet werden. Geplant ist, dass der fünfgeschossige Neubau bis Herbst 2021 abgeschlossen ist. Gebaut wird nach den Plänen der Stuttgarter Architekten Glück+Partner, die den Wettbewerb bereits im Jahr 2012 für sich entschieden haben. „Das Gemeindezentrum wird transparent zur Straße hin gebaut. Wir zeigen schon mit den Glasfronten, dass wir ein offenes Haus sind“, sagt Werner Laub.

Kultur, Vereine, Soziales

Da die Kirchengemeinde St. Elisabeth mit ihren Gruppen und Aktivitäten allein nicht alle Räume befüllen kann, soll das Haus bewusst für Kulturveranstaltungen, für Vereine, für soziale Angebote geöffnet werden. „Der Bedarf nach flexiblen Räumlichkeiten im Stuttgarter Westen ist da, das Bürgerzentrum im Westen platzt aus allen Nähten“, so Laub. Er kann sich nicht nur Gemeindeleben und Kultur in dem Neubau vorstellen, sondern zum Beispiel auch einen regelmäßigen Mittagstisch für Menschen aus dem Viertel, die in Gesellschaft essen möchten. Die Räumlichkeiten im Erdgeschoß und dem ersten Stock werden so gestaltet, dass sie flexibel genutzt werden können. „Wir brauchen auch für die Gruppen unserer Gemeinde eine größtmögliche Flexibilität, um möglichst viele Treffen, Angebote und Formate möglich zu machen“, sagt der leitende Pfarrer. Zudem wird das Haus barrierefrei gestaltet sein, um auch Menschen mit Behinderungen einen guten Zugang zu ermöglichen. Angeordnet sein werden die Gemeinderäume auf zwei Ebenen: im Erdgeschoss der Gemeindesaal mit Foyer und Küche, im ersten Obergeschoss der Jugendraum, die Gruppenräume und ein offener Aufenthaltsbereich mit Teeküche.

13 Mietwohnungen in den Obergeschossen

Was den Neubau architektonisch auszeichnet, ist zum einen die großzügige Glasfront zur Straße hin, zum anderen der braunrote Klinker, der sich in die angrenzenden Bauten gut einfügt und der auch an die zugehörige Kirche St. Elisabeth am Bismarckplatz erinnert. Mit dem Gemeindezentrum wird die gründerzeitliche Häuserzeile an der Schwabstraße komplettiert. Mit dem Neubau schafft die katholische Kirche nicht nur ein Stadtteilzentrum, sondern auch 1750 Quadratmeter zusätzlichen Wohnraum in einem Innenstadtbezirk. Im zweiten bis fünften Stock des Neubaus entstehen insgesamt 13 Mietwohnungen, die von Zweieinhalb-Zimmern bis zu Fünfeinhalb-Zimmern für Familien reichen.  

Kirche investiert 12 Millionen Euro

Insgesamt investiert die katholische Kirche 12 Millionen Euro in den Neubau. Davon fließen rund vier Millionen Euro in das neue Gemeindezentrum, der Rest in den Wohnungsbau. Die Gemeinde St. Elisabeth ist mit rund 9500 Katholiken die größte katholische Gemeinde in Stuttgart. Sie ist Teil der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-West/Botnang mit 17.500 Katholiken.