Ein Zeichen der Gewaltlosigkeit und des Dialogs

Gleichermaßen sei aber auch die gezielte und provokante Verletzung religiöser Gefühle abzulehnen. Bei ihrem eineinhalbstündigen Treffen im Stuttgarter Bischofssitz Stella Maris bekräftigten die Religionsvertreter, wie notwendig die Fortsetzung des guten christlich-islamischen Dialogs in Baden-Württemberg sei.

Das in vertrauensvoller Atmosphäre verlaufenen Gespräch kam auf Initiative des Rottenburger Bischofs Gebhard Fürst zustande. Dieser zeigte sich dankbar dafür, dass die muslimischen Vertreter die gewalttätigen Ausschreitungen in der ganzen Welt nach der Veröffentlichung von verletzenden Karikaturen in der dänischen Tageszeitung Jyllands Posten verurteilt haben. Die muslimischen Vertreter hatten sich wiederholt gegen die Gewalt ausgesprochen. Zwar seien durch die Karikaturen tatsächlich viele Menschen in ihren religiösen Gefühlen verletzt, dennoch seien diese Gefühle auch an manchen Orten für politische Zwecke missbraucht worden.

Die muslimischen Religionsvertreter forderten ihrerseits Respekt ihren Glaubenshaltungen und ihrer Glaubenpraxis gegenüber ein. Nur mit gegenseitigem Respekt sei ein friedliches Zusammenleben der Religionen möglich.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart bestünden, so betonten beide Seiten, seit langem gute Kontakte zwischen der Katholischen Kirche und den muslimischen Gemeinschaften. Der beschrittene Weg des Dialogs müsse beharrlich weiterverfolgt werden. Er habe bewirkt, dass es kein Nebeneinanderher, sondern vielerorts ein Miteinander von Christen und Muslimen gäbe. Begegnungen und gegenseitige Einladungen stifteten Beziehungen und bauten seit Jahren Vorurteile ab. Weitere Gespräche zwischen dem Bischof und den sechs Vertretern der muslimischen Gemeinschaften wurden künftig jährlich vereinbart.

Teilnehmer des Gesprächs waren: Riad Ghalaini, Islamische Glaubensgemeinschaft in Baden-Württemberg (IGBW), Servet Tekdemir und Ali Okumus, Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), Yavuz Kazanc, Verband Islamischer Kulturzentren Landesverband Baden-Württemberg (VIKZ), Mohammed Hassan, Bilal Zentrum, Afrika, Zecirjca Rakipi, Islamische Zentrum für Albaner, Dr. Ferid Kugic, Islamische Gemeinschaft, Stuttgart.

Bischof Dr. Gebhard Fürst, Domkapitular Prälat Hubert Bour, Leiter der Hauptabteilung Glaubensfragen und Ökumene, Dr. Hansjörg Schmid Leiter des Referats Bibel und Religionen der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Dr. Wolfgang Rödl Hauptabteilung Glaubensfragen und Ökumene, Eckhard Raabe, Pressestelle der Diözese Rottenburg-Stuttgart.