Ehrentitel

Feierliche Erhebung

Der Biberacher Dekan und Ochsenhausener Ortspfarrer Sigmund F.J. Schänzle, Bischof Gebhard Fürst und Dekan Ekkehard Schmid von Allgäu-Oberschwaben, in Ochsenhausen aufgewachsen, (v.r.n.l.) vor dem Verlesen der päpstlichen Urkunde – Foto Philipp Friedel

Nach Enthüllung der Erinnerungstafel aus Bronze: Bischof Gebhard Fürst, Dekan Sigmund F.J. Schänzle, Goldschmied Bernd Cassau, der die Tafel anfertigte, und Patriarch Ignatius Joseph III. Younan (v.l.n.r.) – Foto Philipp Friedel

Enthüllung des Päpstlichen Wappens am rechten Seitenportal im Rahmen einer Serenade durch Dekan Sigmund F.J. Schänzle (2.v.l.) – Foto: Siegfried Wagner

Hunderte Gläubige waren dabei, als Bischof Gebhard Fürst am Sonntag die ehemalige Klosterkirche Ochsenhausen zur Basilica Minor erhob.

Die Urkunde aus dem Vatikan verlas Dekan und Ortspfarrer Sigmund F.J. Schänzle am Sonntag zu Beginn des feierlichen Pontifikalgottesdienstes mit Bischof Gebhard Fürst. Papst Franziskus hatte auf Antrag des engagierten Priesters und seiner Kirchengemeinde mit Unterstützung des Bischofs die ehemalige Klosterkirche zur "Basilica Minor" erhoben.

In seiner Predigt gratulierte Bischof Gebhard Fürst der Kirchengemeinde. „Der Titel erhebt die Kirche, die Gemeinde und das ganze Umland zur Basilica Minor“, betonte er im Blick auf die spirituelle Anziehungskraft dieses religiösen Ortes, der anders sei als ein Haus des Handels, der Produktion oder des Verkaufs. Der Bischof hob auch die besondere Verbindung zu Papst Franziskus hervor, dem die Erhaltung der natürlichen Ressourcen der Erde ein besonderes Anliegen ist. Er rief dazu auf, die Bewahrung der Schöpfung zu verwirklichen. Eine schöpfungsfreundliche Kirche sei eine gute Möglichkeit mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen.

Vor dem Segen widmete Patriarch Ignatius Joseph III. Younan, das Oberhaupt der syrisch-katholischen Kirche von Antiochien, dem Gotteshaus einen Hymnus, den er in syrisch-aramäischer Sprache sang. Bevor er das Leitungsamt übernahm, half der Geistliche mehrere Jahre während der Ferienzeit in Ochsenhausen als Priester aus. Der aus der Region verstärkte Kirchenchor von St. Georg, der sich nun Basilikalchor nennen kann, sang zusammen mit dem Hochschulorchester Biberach und unter Leitung von Dekanatskirchenmusiker Thomas Fischer Mozarts Krönungsmesse. Die Pflege der Kirchenmusik war eines der Kriterien für den Basilika-Titel.

Eine Woche vor dem Festgottesdienst enthüllte Dekan Schänzle bereits das Wappen von Papst Franziskus am rechten Seitenportal der St.-Georg-Kirche. Seit Sonntag zieren nun auch ein Seidenschirm in den ehemaligen Papstfarben Gelb und Rot und ein kleines Glöckchen als weiteres Erkennungszeichen einer Basilika den Chorraum. An den Tag der offiziellen Verleihung des Ehrentitels erinnert die Bronzetafel an einer Säule beim Eingang, die Bischof Fürst am Ende des Gottesdienstes enthüllte.

Weltweit gibt es rund 1770 Kirchen, die die Auszeichnung "Basilica Minor" tragen, in Deutschland sind es - Ochsenhausen mitgezählt - 78, davon mit Weingarten, Ellwangen und Ulm-Wiblingen nun vier in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.