Corona

Hilfe für die ärmsten Länder

Fr. Rocky Branz überreicht Hygieneartikel. Foto: Stiftung Weltkirche/Branz

Fr. Rocky Branz überreicht Hygieneartikel. Foto: Stiftung Weltkirche/Branz

Die Katholische Kirche ruft am 6. September zum „Sonntag der Solidarität“ auf. Kollekte gehen auch an ein Projekt der Stiftung Weltkirche in Indien.

Corona ist eine weltweite Pandemie und besonders schwer betroffen sind die ärmsten Länder der Welt. Lateinamerika, Afrika, Asien und der Osten Europas leiden unter dem Virus und den wirtschaftlichen Folgen für die Bevölkerung. Die Katholische Kirche in Deutschland wird deshalb am 6. September 2020, dem „Sonntag der Solidarität“, Spenden sammeln, um diesen Ländern Hilfe zukommen zu lassen. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat die Stiftung Weltkirche mit der Hilfe schon begonnen.

„Covid-19 war sehr schnell sehr präsent“, sagt Wolf-Gero Reichert, geschäftsführender Referent der Hauptabteilung Weltkirche. Er spricht von Indien, einem Land, das in der Coronastatistik seit Juli weltweit an dritter Stelle steht. Bis heute (Stand 2. September 2020) haben sich allein in Mumbai City 84.524 Menschen (Quelle: WHO) nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Studien Ende Juli zeigten, dass in den Slums jeder Zweite Antikörper gegen Covid-19 gebildet hat.

Gemeinsam gegen das Virus

Bereits vor Ausbruch von Covid-19 förderte die Stiftung Wektkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Erzdiözese Bombay mit dem Health Promotoin Trust (HPT) ganzheitliche Gesundheitsansätze. Unter der Leitung von Fr. Rocky Branz arbeitet der HPT an einem Programm zur dezentralen Gesundheitsversorgung.

„Als die Zahlen noch gering waren in Indien, kam Pater Rocky auf uns zu. Wir haben gemeinsam überlegt, was könnte in dieser Situation jetzt sinnvoll sein“, berichtet Reichert. Im April 2020 wurde dann das Covid-19-Nothilfeprojekt des Healts Promotions Trust Mumbay von der Stiftung Weltkirche bewilligt. Die Idee dahinter, so Reichert, war „Bewusstsein zu bilden, um den Menschen überhaupt die Relevanz von Abstandsregeln und Hygiene nahezubringen.“ Beginn war zeitgleich mit dem Verkünden des Lockdowns durch die indische Regierung.

Unterwegs in den ärmsten Dörfern Indiens

In zwölf Gesundheitszentren wurden die hauptamtlichen Gesundheitsarbeiter und die ehrenamtlichen Gesundheitslosten mit Infomaterialien und Hygienepaketen ausgestattet. Jedes dieser Pakete beinhaltete Desinfektionsmittel, Handschuhe, Masken und medizinisches Handwaschmittel. „In Indien ist man in den Dörfern / Slums meistens auf sich allein gestellt. Es war wichtig mitzuteilen: 'Was kommt auf euch zu, wie könnt ihr euch schützen und was tun, bei Symptomen'“, berichtet Reichert. „Die Gesundheitslosten waren mit die ersten vor Ort“, so Reichert weiter. Insgesamt konnten 11.000 Hygienesets in insbesondere armen Dörfern verteilt werden. Dadurch wurden 10.489 Familien direkt erreicht und indirekt sogar 41.956 Personen.

Die Hungersnot bleibt die größte Bedrohung

Trotz des großen Erfolgs des Teams zu Beginn der Pandemie, ist bis heute die Bedrohung durch Covid-19 in den Slums abstrakt. „Viele sind ständig krank. Für sie machte Covid-19 keinen großen Unterschied, sondern dass sie als Tagelöhner keine Chance mehr hatten Einkommen zu generieren, keine Möglichkeiten mehr hatten einkaufen zu gehen. Geschäfte, Märkte – alles war geschlossen“, berichtet Reichert.

Dieses Schicksal betrifft nicht nur Indien, sondern Länder weltweit. Besonders in Lateinamerika, Afrika, Asien und der Osten Europas ist der „Corona-Hunger“, wie es der Referent der Hauptabteilung Weltkirche beschreibt, bittere Realität.

Hilfe für die Menschen weltweit

Die Deutsche Bischofskonferenz, die Bistümer, Hilfswerke und Orden haben aufgrund der Not der ärmsten Länder in der Coronakrise den „Sonntag der Solidarität“ am 6. September 2020 aus der Taufe gehoben und rufen zur Kollekte und Spenden auf. „Die Hilfsanfragen steigen immens. Die unmittelbare Not unserer Partnerländer ist dramatisch. Pfingstkollekte und Fastenaktionen waren durch die Ausgangsbeschränkungen massiv betroffen“, berichtet Reichert. Mit dem Erlös fördert die Kirche in Deutschland die Arbeit der weltkirchlichen Partnerorganisationen in Lateinamerika, Afrika, Asien und den Südosten Europas.

Weitere Informationen

Sollte es Ihnen am 6. September nicht möglich sein, einen Gottesdienst zu besuchen, können Sie Ihre Spende über das Spendenportal der Darlehnskasse Münster überweisen:

Spendenkonto:
IBAN: DE53 4006 0265 0003 8383 03
Stichwort: Corona-Kollekte 2020