Umwelt

Joachim Drumm: Klimaschutz braucht Mut und eine gemeinsame Zukunftsvision

Joachim Drumm, der im Bischöflichen Ordinariat für die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts und der Nachhaltigkeitsstrategie zuständig ist, spricht bei der Fridays for Future-Kundgebung vor dem Rottenburger Martinsdom. Bild: Gregor Moser

Viele Menschen versammelten sich bei der Fridays for Future-Kundgebung vor dem Rottenburger Martinsdom.

"Lassen wir uns nicht ängstigen", rief Joachim Drumm, der im bischöflichen Ordinariat für die Umsetzung des diözesanen Klimaschutzkonzepts und der Nachhaltigkeitsstrategie zuständig ist, den vielen Demonstranten bei der zentralen Fridays for Future-Kundgebung vor dem Rottenburger Martinsdom am Freitagmittag zu. Rund 1000 Teilnehmer waren zur Kundgebung  und dem anschließenden Demonstrationszug von Fridays for Future Rottenburg gekommen, heißt es seitens der Veranstalter.

Beim Thema Klimaschutz gebe es kein Wissens- sondern ein Handlungsdefizit, sagte der Leiter der Hauptabteilung "Kirche und Gesellschaft". Deshalb sei es wichtig, positive Leitbilder zu entwickeln und gemeinsam an einer Zukunftsvision zu arbeiten. "Wir brauchen Mut", sagte Drumm weiter und schloss unter Beifall an: "Greta hat das gezeigt und wir sehen, was daraus geworden ist." Er übermittelte auch eine Einladung von Bischof Gebhard Fürst an die Organisatoren der Kundgebung und des sich anschließenden Protestzugs, ihn im Bischofshaus zu besuchen und kündigte an, dass sich der Bischof deswegen bei den Jugendlichen melden werde. Wegen eines Bischofstreffens sei es Bischof Fürst leider nicht möglich gewesen, selbst bei der Fridays for Future-Kundgebung mit dabei zu sein, was er sehr bedauert habe. Drumm versicherte den Aktivisten die "großen Sympathie" des Bischofs.

In den weiteren Ansprachen vor dem Rottenburger Dom reihten sich Vertreter des Organisationsteams, des Rottenburger BUND, der Hochschule für Forstwirtschaft und der Kreuzerfeld-Grundschule. Oberbürgermeister Stephan Neher erinnerte daran, dass jeder Einzelne durch seine Rolle als Konsument eine „riesige Möglichkeit zur Einflussnahme hat“ und rief dazu auf, in dem Protest für die Bewahrung der Schöpfung nicht nachzulassen, denn der werde von der Politik gehört. Der pakistanische Erzbischof Sebastian Francis Shaw, der zurzeit in Rottenburg zu Besuch ist, ergriff ebenfalls das Mikrofon und berichtete, wie seine Heimat durch einen sinkenden Grundwasserspiegel und extreme Hitze vom Klimawandel betroffen ist. Gemeinsam mit Vertretern anderer Religionen arbeite er dort daran, aus Pakistan „ein grünes Land“ zu machen.

„Streik in der Schule, Streik im Betrieb. Das ist unsere Antwort auf Eure Politik“, hatten die Schüler-Organisatoren der Menschenmenge eingangs zugerufen. Und unter diesem Motto begann nach dem Ende der Reden dann auch der Protestzug durch die Rottenburger Innenstadt.