Dekanat Böblingen

Kirche muss umdenken

Mut, Gemeinschaft und Solidarität lauteten die Schlagworte des Böblinger Dekanatsforums, das wegen Corona digital stattfand.

Etwa 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren bei der Veranstaltung des Katholischen Dekanats Böblingen zum Thema „Kirche anders denken – Kirche neu leben“ dabei. Sie bekamen ein vielseitiges Programm geboten: Michael Seewald, Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, konnte für diesen Vormittag gewonnen werden. Der 33-Jährige – noch verbunden der Kirchengemeinde Herrenberg, bei der er vor Jahren priesterliche Aushilfe war – bestach die Forums-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer durch einen spannenden Impulsvortrag zum Thema „Dieselbe Kirche anders denken“. Er thematisierte aktuelle Schwerpunkte und Projekte der Katholischen Kirche und hinterfragte zugleich kirchenrechtliche sowie angeblich theologische Blockaden von Reformschritten.

Weiter ging es mit Schlaglichtern zum Synodalen Weg, der die deutschen Katholiken gerade umtreibt. Hierzu gab Svenja Stumpf, Religionspädagogik-Studentin aus Fellbach, aktuelle Einblicke. Die 26-Jährige, die für den BDKJ in den Synodalen Weg delegiert wurde, treibt „vor allem der Reformwille an“ und deshalb glaubt sie, „dass mittels Kommunikation auf Augenhöhe einiges bewegt werden kann“.

Dass sich aktuell in der Kirche einiges bewegt, wurde auch in der darauffolgenden Workshop-Phase deutlich. Themen wie „Frauenrechte“, „Andere Religionen“ oder „Macht teilen auch in der Leitung“ wurden in sogenannten Breakout-Rooms diskutiert und neu gedacht.

Eine „Forums-Tüte“ war zuvor per Post allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zugestellt worden. Ihr Inhalt  war nicht nur informativ und stärkend, sondern sorgte zusätzlich auch für Abwechslung in den Pausen. Das kreative Geschick von Marianne Aicher, Dekanatskirchenmusikerin, sorgte neben Impulsen und Austauschmöglichkeiten für mitreißende Akzente: So schaffte sie es, mit Singen, Hüpfen und Samentüten-Rascheln, das gesamte Forum vor den Bildschirmen in Bewegung zu bringen. Genau in diesen Momenten spürte man das große Engagement und die Begeisterung aller im Dekanats-Forum, Kirche mit Kopf, Herz und Hand neu zu denken und anders zu leben.

Dekan Anton Feil zeigte sich am Schluss des Forums sehr dankbar und machte deutlich: „Unsere Kirche muss neu dialogfähig werden. Sie muss ihren Blick verändern, darf nicht binnenkirchlich bleiben. Sie muss neu den Blick und die Sprache der Menschen heute gewinnen, damit das Pfund, das unser Schatz ist, das Evangelium Gottes, wieder erstrahlen kann.“