Sülchenkirche

Martha und Meinrad

Video: Georg Eckert

Die neuen Glocken für die Sülchenkirche sind gegossen. Am Sonntag, 3. November, werden sie im Rahmen einer Eucharistiefeier geweiht.

Es sprotzelt, zischt und dampft. Die Luft ist stickig, die Stimmung andächtig. "Das war schon was ganz besonderes", sagt Georg Eckert. Der Architekt und Bauleiter der Sülchen-Sanierung war am 18. Oktober mit dem Rottenburger Dompfarrer Harald Kiebler und dem Spender in Neunkirchen, wo die beiden Glocken gegossen wurden.

In der Halle der Glockengießerei Bachert sprach Dompfarrer Kiebler zunächst einen Segen. Dann wurde der Lehmpfropfen des großen Bronzeofens mit einem schweren Eisenhammer durchstochen. "Das ist ähnlich wie beim Fassanstich", sagt Eckert. "Da braucht's meist auch mehrere Schläge."

Rund 1.030 Grad Celsius ist die Bronze heiß, wenn sie sich ihren Weg durch den Gießkanal sucht und in die unterirdischen Lehmformen ergießt. Lehm sei aber nicht gleich Lehm, sagt Eckert. Vielmehr handele es sich beim Bronzeguss um ein spezielles Gemisch aus Lehm, Kälberhaar und Rossmist.

Die größere a'-Glocke, die für den neuen Glockenstuhl von Sülchen gegossen wurde, ist der heiligen Martha gewidmet. Martha war die ältere Schwester der Maria von Bethanien und gehörte zum engeren Freundeskreis Jesu. Sie gilt als Patronin der Häuslichkeit.

Die kleinere e''-Glocke ist Sankt Meinrad gewidmet, dem Heiligen aus Sülchen. Meinrads geistliches Leben war geprägt von strenger Askese und großer Gastfreundschaft. Nach ihm ist das Kloster Einsiedel im Kanton Schwyz benannt.

Bis zu fünf Tage dauert es derweil, bis die frisch gegossenen Glocken ausgekühlt sind. Dann werden sie mit einem Kran aus dem Boden gehoben und gesäubert. Die zugehörigen Klöppel werden geschmiedet und gedreht.

Georg Eckert wird die Glocken in der kommenden Woche in Neunkirchen abholen, sodass sie am Sonntag, 3. November, in der Rottenburger Sülchenkirche geweiht werden können. Dafür baut er extra ein provisorisches Holzgestell auf, in das die Glocken gehängt und dann auch angeschlagen werden können.

Die Eucharistiefeier mit Dompfarrer Harald Kiebler beginnt um 11 Uhr. Generalvikar Clemens Stroppel wird die Glocken weihen.