Schüler-Wettbewerb

(M)einen Standpunkt vertreten!

Das Bild zeigt den knapp 75-jährigen Bischof Joannes Baptista Sproll im Jahr 1945 nach seiner Rückkehr aus der Verbannung. In Erinnerung an den Bischof möchte die Diözese Schülerinnen und Schüler dazu anregen, sich mit Herausforderungen für die Demokratie zu beschäftigen. Bild: Diözesanarchiv Rottenburg

Die Diözese schreibt einen Wettbewerb für Schüler aus. Die Haltung von Bischof Sproll gegenüber dem Nationalsozialismus dient als Vorbild.

Anlässlich des 150. Geburtstags des Bekennerbischofs Joannes Baptista Sproll, der am 2. Oktober 1870 in Schweinhausen geboren wurde, richtet die Hauptabteilung „Schulen“ des Bischöflichen Ordinariats in Rottenburg a. N. einen Wettbewerb aus.

Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler an Katholischen Freien Schulen, allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sowie  an den Fachschulen für Soziale Berufe im Gebiet der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Bischof Dr. Gebhard Fürst hat die Schirmherrschaft für den Wettbewerb übernommen. Er wird die Preisverleihung am Freitag, 30. April 2021, in Rottenburg vornehmen.

Kritische Auseinandersetzung mit Herausforderungen für die Demokratie

Die Initiative der Diözese steht unter dem Titel "Standhaft im Glauben – (m)einen Standpunkt vertreten". Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe sieben sollen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Herausforderungen für die Demokratie wie Nationalismus, Populismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus angeregt werden. Bischof Sproll soll dabei als Vorbild für einen aus dem Glauben heraus vertretenen Standpunkt dienen.

Über die Beschäftigung mit dem historischen Vorbild sollen die Teilnehmer erfahren, was es bedeutet, sich, aus einer christlichen Grundhaltung heraus, in schwieriger Zeit zu positionieren. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes setzen sie sich mit heutigen Herausforderungen für die Demokratie kritisch auseinander. Der Wettbewerb ist also auch als ein Beitrag zur Demokratiebildung an Schulen zu sehen.

Die Teilnahme steht Einzelpersonen sowie Teams mit bis zu drei Mitgliedern offen. Jedes Team kann jeweils eine Wettbewerbsarbeit einreichen. Angenommen werden schriftliche Arbeiten, künstlerische Darstellungen sowie digitale Projekte.

Die zehn besten Arbeiten werden prämiert

Insgesamt sollen zehn Arbeiten ausgezeichnet werden. Für den ersten bis dritten Platz gibt es Gutscheine für Kultur- und Sport-Veranstaltungen nach eigener Wahl: Für den ersten Platz im Wert von 300 Euro, für den zweiten Platz im Wert von 200 Euro und für den dritten Platz in Höhe von 150 Euro. Auf Wunsch können die Geldbeträge auch an die Gewinner ausbezahlt werden. Die Plätze eins bis drei können mehrfach besetzt werden. Auf den Plätzen vier bis zehn gibt es Sachpreise. Bei Teamarbeiten wird das Preisgeld geteilt.

Interessenten sollten sich in einem ersten Schritt an ihre Religionslehrerin oder ihren Religionslehrer wenden und beraten, ob die Wettbewerbsarbeit gegebenenfalls auch als „Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen“ (GFS) gewertet werden kann. Die Vorhaben müssen dann bis spätestens zum Freitag, 23. Oktober 2020, bei der Religionspädagogischen Koordinierungsstelle im Bischöflichen Ordinariat, Hauptabteilung Schulen, angemeldet werden. Die Arbeiten sind bis zum 15. Januar 2021 über die betreuende Lehrkraft einzureichen.

Weitere Informationen und Kontakt

Seit Schuljahresbeginn sind online weitere Informationen zum Wettbewerb und zum Anmeldeverfahren, hilfreiche Materialien, Ideen zu möglichen Wettbewerbsthemen sowie Literaturhinweise abrufbar unter: https://schulen.drs.de/schuelerinnen-wettbewerb-bischof-sproll.html

Rückfragen zum Wettbewerb beantworten Alexander Kübler, Telefon 0 74 72/1 69 13 54, und Stephanie Dambacher, Telefon 0 74 72/1 69 13 64, von der Religionspädagogischen Koordinierungsstelle des Bischöflichen Ordinariats in Rottenburg. Die E-Mailadresse lautet: ha-schulen-rpk(at)bo.drs.de

Zum Hintergrund

Unter den deutschen Bischöfen war Joannes Baptista Sproll neben dem selig-gesprochenen Kardinal Clemens August von Galen der Einzige, der den nationalsozialistischen Machthabern des Dritten Reichs öffentlich, eindeutig und entschieden die Stirn bot. Sproll war zudem der einzige Bischof in der Zeit des Nationalsozialismus, der seine Diözese verlassen und ins Exil gehen musste. Zum offenen Bruch mit dem Regime war es im Jahr 1938 gekommen, als Sproll bei der Volksabstimmung zur Angliederung Österreichs, bei der gleichzeitig auch über die Zustimmung zum „Großdeutschen Reichstag“ und zur „Liste unseres Führers“ entschieden wurde, die Stimmabgabe verweigerte. Wenige Tage später erhielt er das Aufenthaltsverbot für Württemberg und musste die Diözese verlassen.

Multimedia Reportage

"Ungebrochen im Glauben" - Bekennerbischof Joannes Baptista Sproll