Kirchenmusik

Neue Klänge in St. Peter und Paul

Kantor Michael Saum

Kantor Michael Saum spielt eine Improvisation auf der renovierten Seifert-Orgel. Foto: drs/Guzy

Die Orgel ist nach der Renovierung wieder eingeweiht worden. Sie bietet nun noch mehr musikalische Spielmöglichkeiten.

Jetzt erklingt sie wieder, die Seifert-Orgel im Deutschordensmünster St. Peter und Paul. „Endlich ist der Tag der Wiedereinweihung da“, sagte Pfarrer Roland Rossnagel in einer feierlichen Vesper. Etwas mehr als ein halbes Jahr hatten die Gemeindemitglieder auf die Klänge des Instruments verzichten müssen.

„Orgelmusik kann uns zur Schönheit bringen, sie kann uns über uns selbst hinaustragen“, erklärte Rossnagel. Nach der Wiedereinweihung des Instruments konnten die Gäste der Feier diese Wirkung erleben: Insbesondere bei einer Improvisation über das Kirchenlied „Großer Gott, wir loben dich“ demonstrierte Kantor Michael Saum die erweiterte Klangfülle. Denn während der Renovierung wurde die Orgel nicht nur gereinigt und repariert, sondern sie bekam auch drei neue Register dazu. Diese waren beim Bau der Orgel vor 24 Jahren frei geblieben.

Neues Register

Eine Besonderheit ist nun die Celesta. Das Register besteht aus Klangplättchen aus Metall, die angeschlagen werden. So entstehen zarte, glockenspielartige Klänge.  

Spenden machten die Renovierung möglich. Vor fast genau einem Jahr war die Spendenaktion gestartet worden, wie Oberbürgermeister Harry Mergel erinnerte. Mergel, Schirmherr der Renovierung, sprach von mehr als 200 Spenderinnen und Spendern –  für ihn ein Beispiel für den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft. Auf der Seifert-Orgel haben schon viele Musiker aus dem In- und Ausland gespielt, wie das Gästebuch des Instruments belegt. Sie könnten nun „alle Register ziehen“, sagte Mergel.

Wie eine große Familie

„Wenn die Orgel spielt, hat es etwas Transzendentes“, erklärte Thomas Strobl. Der Innenminister von Baden-Württemberg gehört der Kirchengemeinde an. In seinem Grußwort verteidigte er die Corona-Maßnahmen, auch wenn sie unter anderem Einschränkungen der Religionsfreiheit mit sich bringen. Strobl sagte: „Ich danke den Kirchen für ihre Kreativität.“ Damit meinte er zum Beispiel die Gottesdienste unter freiem Himmel im Heilbronner Deutschhof.

Philipp Neßling, Geschäftsführer und Inhaber des mit der Renovierung betrauten Unternehmens Rensch Orgelbau, erläuterte den Gästen den Aufbau der Seifert-Orgel. Sie setzt sich aus zwei Gehäusetürmen zusammen. Neßling verglich diese mit zwei Häusern, in denen jeweils eine Familie wohnt. In diesem Bild stellte jedes Register einen Verwandtschaftsgrad dar, angefangen mit den großen Prospektpfeifen als der Großvätergeneration. Saum schlug dazu jeweils einige Takte an. Eine Kamera auf der Orgelempore filmte sein Spiel. So konnten es die Besucherinnen und Besucher der Vesper auf einer Leinwand im Kirchenraum sehen.

Pfarrer Rossnagel dankte der Kulturstiftung der Kreissparkasse Heilbronn, der Gesamtkirchengemeinde und dem Orgelkreis. Im Anschluss an die Vesper fanden zwei Orgelkonzerte statt. Das erste Meisterkonzert nach der Orgelrenovierung im Deutschordensmünster gibt es am Samstag, 17. Oktober, um 18 Uhr.