Rottenburger Modell

Schritt für Schritt erklärt

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Bischof Dr. Gebhard Fürst stellt neues Buch zum kooperativen Leitungsprinzip in der Diözese Rottenburg-Stuttgart vor.

Um den neuen Kirchengemeinde- und Pastoralräten der Diözese das so genannte „Rottenburger Modell“ vorzustellen, hat Bischof Dr. Gebhard Fürst ein Sachbuch herausgegeben, in dem die Grundlagen des Modells vorgestellt werden. Die Neugewählten erhalten den Band in diesen Tagen. Das Buch wird zudem auch an die Priester der Diözese, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pastoral, an die Kirchenpflegerinnen und -pfleger sowie an alle Kirchengemeinde- und Pastoralräte übergeben werden.

Gemeinsame Verantwortung und Zusammenarbeit

In zwei Stichworten zusammengefasst beschreibt das Rottenburger Modell einerseits die gemeinsame Verantwortung der gewählten Laien und der vom Bischof bestellten Träger von Diensten und Ämtern und pastoralen Laiendiensten in Kirchengemeinden, Dekanaten und im Diözesanrat; und andererseits die Zusammenarbeit von Priestern, Diakonen, Pastoralreferentinnen und -referenten sowie Gemeindereferentinnen und -referenten mit differenzierten Verantwortlichkeiten in der Seelsorge und den ehrenamtlich tätigen getauften Frauen und Männern in der Kirche.

Das Buch führt Schritt für Schritt in den Aufbau des Rottenburger Modells ein. Zudem beschreibt es die Struktur, die Aufgaben und die Arbeitsweise der Räte in den Kirchengemeinden und in den Gemeinden muttersprachlicher Katholiken, in Seelsorgeeinheiten, in Dekanaten und, auf der Ebene der Diözese, im Diözesanrat. Es stellt dar, wie darin Mitverantwortung getragen und gelebt wird und was kooperative Leitung und Pastoral bedeuten.

In der Vergangenheit habe ich dies immer wieder insbesondere in Bezug auf die Stärkung der Anliegen von Frauen betont.

Mit Blick auf das Rottenburger Modell sagt Bischof Dr. Fürst: „Ich bin dankbar, dass wir in der Diözese Rottenburg-Stuttgart bereits seit 50 Jahren das Zusammenwirken der Dienste und Ämter, zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen auf den verschiedenen Ebenen der Räte, durch das sogenannte, Rottenburger Modell‘ gestalten.“ Als Bischof und als Mitglied des Forums „Macht und Gewaltenteilung“ des Synodalen Weges sei es ihm ein großes Anliegen, die Partizipation möglichst vieler zu gewährleisten und zu stärken. „In der Vergangenheit habe ich dies immer wieder insbesondere in Bezug auf die Stärkung der Anliegen von Frauen betont“, stellt der Bischof fest.

Zum Hintergrund

Im Jahr 1968, kurz nach Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965), wollte Carl Joseph Leiprecht, der damalige Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, dessen Geist in seine Heimat bringen. Das „Rottenburger Modell“ wurde eingeführt, nach dem Priester und Laien gemeinsam und kooperativ die Gemeinden leiten – nicht nur verwaltungstechnisch, sondern auch die Pastoral betreffend. In der Regel entscheiden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart der Pfarrer und der Kirchengemeinderat gemeinsam über die Geschicke der Pfarrei. Zudem nimmt der Diözesanrat das Haushaltsrecht wahr und trägt damit die Verantwortung für die Finanzen der gesamten Diözese.