Schulen

Segen unterm Regenbogen

Den Regenbogenballon nutzt Religionslehrerin Andrea Neininger von der Paffenwaldschule Stuttgart-Vaihingen, um Schülerinnen und Schüler darunter Gottes Segen mitzugeben. Bild: Andrea Neininger

Weil es wegen der Pandemie vor den Sommerferien nur wenige Schulgottesdienste gibt, sind Mitarbeitende der Schulpastoral kreativ geworden.

Wegen der Corona-Pandemie geht ein denkwürdiges Schuljahr zu Ende. Jetzt wäre es eigentlich an der Zeit in Schuljahresend-Gottesdiensten auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Diese können aber unter den aktuellen Umständen an vielen Schulen nicht stattfinden. Daher mussten die Dekanatsreferentinnen und -Referenten für Schulpastoral / Kirche und Schule kreativ werden, um den Schülerinnen und Schülern trotzdem ein ansprechendes und geistliches Angebot bieten zu können. Wir stellen hier einige Beispiele aus verschiedenen Dekanaten vor.

Heinz Rupp, Dekanatsbeauftragter im Dekanat Rems-Murr und Schulseelsorger an der Albertville Realschule in Winnenden hat mit seinen Kolleginnen und Kollegen einen Videogruß für die Schülerinnen und Schüler zusammengestellt. Mit dabei sind auch Segensworte von Geistlichen verschiedener Religionen und Konfessionen, „damit sich alle Kinder und Jugendlichen angesprochen fühlen“, sagt Rupp. Das Video wird über die Schulcloud an alle Schülerinnen und Schüler verschickt.

Eine Tüte voller Segen

Bei den vergangen Schulgottesdiensten vor den Sommerferien, die Macra Johna, Dekanatsbeauftragte für Schulpastoral / Kirche und Schule in Böblingen gestaltet hat, ging es immer auch darum, gemeinsam auf das vergangene Jahr zurückzuschauen. Da das momentan in der großen Gemeinschaft nicht möglich ist, hat sie sich eine Alternative für einen kleinen Kreis an Leuten ausgedacht: Das Gummibärengebet. Das hört sich erstmal sehr verspielt an, aber gerade das sei wichtig, weil „das Schuljahr in vielen Bereichen keinen Spaß gemacht hat“, sagt Joha. Das Gebetskärtchen kann allein, in der Familie oder im kleinen Kreis im Klassenverbund durchgespielt werden. 

Vor allem für die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen sei eine besondere Geste zum Schuljahresende besonders wichtig, betont Macra Joha. „Da werden die ersten fest geknüpften Freundschaften manchmal aufgelöst oder müssen sich neu finden.“ Daher ist es ihr als Schulseelsorgerin wichtig, den Kindern für diesen neuen Lebensabschnitt etwas besonderes mitzugeben. Für die Grundschulabgänger gibt es eine Tüte voller Segen. In dieser finden sie zum Beispiel ein Trostpflaster für die weniger schönen Stunden während der Schulzeit oder auch ein Armbändchen, damit sie sich ihren Klassenkameradinnen und -Kameraden, die das gleiche bekommen, weiterhin verbunden fühlen.

Auch in der Paffenwaldschule, einer kleinen Grundschule in Stuttgart-Vaihingen, werden die beiden vierten Klassen besonders verabschiedet. Andrea Neininger gestaltet mit anderen Religionslehrerinnen und den Klassenlehrern und Klassenlehrerinnen eine ökumenische Picknickandacht auf dem Schulhof. Dabei sitzt jedes Kind auf einer Decke. Anstatt gemeinsam zu singen, werden aus den Liedern Raps gemacht, zu denen rhythmisch geklatscht wird. Passend zum Motto „Unter deinem Regenbogen sind wir geborgen“ kann sich jedes Kind unter einen Regenbogenballon stellen und bekommt den Segen Gottes zugesprochen. Mit dem Ballon geht Andrea Neininger außerdem von Klasse zu Klasse, damit die Schülerinnen und Schüler der anderen Klassen sich zum Schuljahresenede ebenfalls einen Segen abholen können.

"Bitte nicht geraderücken!"

Einen Rosenbogen mit Segenskärtchen und –bändchen zum Mitnehmen haben sich Anja Krax und ihre Fachschaft für die Schülerinnen und Schüler am Enztal-Gymnasium in Bad Wildbad ausgedacht. Für die Religionslehrerin und Dekanatsbeauftragte für Schulpastoral / Kirche und Schule in Calw ist es wichtig, ein freiwilliges schulpastorales Angebot anzubieten. Für die Abi-Jahrgänge wird der Bogen passend zu dem Motto „Bitte nicht geraderücken“ umgestaltet. Das steht symbolisch dafür, dass nicht immer alles ganz glatt lief, aber das Ergebnis zählt.

Auch an der katholischen Mädchen- und Jungen-Realschule in Bad Mergentheim muss der große ökumenische Schülergottesdienst ausfallen. Stattdessen gibt es am letzten Schultag für jede Klasse eine kleine Segensfeier, die von den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern gestaltet wird. Die fünfte Klasse, in der Rolf Harslem, Dekanatsbeauftragter für Schulpastoral in Bad Mergentheim, unterrichtet, bekommt vor der Zeugnis- und Zertifikatsausgabe ein Segenskärtchen von der Fachstelle Medien und einen Psalm. Die Botschaft: „Gott begleite dich“. Und das gilt - wohin es in den Sommerferien auch immer gehen wird.