Caritasverband

Umdenken in Richtung Sozialraum und Quartier

Symbolbild

Die Katholische Altenhilfe ist Teil einer sorgenden Gesellschaft, die Vielfalt an Angeboten sichert eine gute Versorgung am Wohnort.

Ältere Menschen sollen an ihrem Wohnort mit allem Notwendigen versorgt und auch gut ins öffentliche Leben integriert sein. Diese Idee liegt dem „Quartiersmanagement“ zugrunde. Danach bringt sich die Nachbarschaft in ihre unmittelbare Umgebung ein, damit für alle – und eben auch für Ältere – ein lebenswertes Umfeld entsteht.

Auch die katholischen Altenhilfeträger und ambulanten Dienste der Caritas Baden-Württemberg haben sich mit ihren Angeboten geöffnet. Sie gehen über ihre herkömmliche Angebote hinaus neue Wege, damit Ältere im Sinne eines Quartiersmanagements an ihrem Wohnort gut versorgt sind.

Tag der älteren Menschen am 1. Oktober

Zum Tag der älteren Menschen am 1. Oktober fordert die Caritas das Land auf, den eingeschlagenen Weg der Quartiersentwicklung noch stärker zu fördern. Es brauche in erster Linie eine dauerhafte und projektunabhängige Förderung der Quartiersmanager. Nur wenn diese dauerhaft Vernetzungsarbeit leisteten, wirke Quartiersmanagement nachhaltig.  

Quartiersmanager können langfristig das Engagement der Bürgerinnen und Bürger in den Gemeinden und Stadtteilen befeuern. Sie treiben die Entwicklung des Engagements voran und tragen entscheidend dazu bei, die Eigeninitiative – auch vieler Ehrenamtlicher – vor Ort zu aktivieren.

Forderung nach einem dauerhaften Budget

Die Finanzierung der Quartiersmanager ist aber bis jetzt an Projekte zur Quartiersentwicklung gebunden und damit regelmäßig befristet. Laufen die geförderten Projekte aus, enden die Arbeitsverträge der Quartiersmanager. Das Engagement vor Ort schlafe mit Ablauf der Verträge häufig ein, so die Rückmeldung der Einrichtungen und Dienste unter dem Caritas-Dach.

Daher fordert die Caritas das Land auf, den Kommunen dauerhaft ein Budget für diese sozialraumbezogene Aktivitäten zur Verfügung zu stellen. Sofern dann Kommunen, Vereine oder Einzelhandel in den jeweiligen Gemeinden und Stadtteilen aktiv Interesse zeigten und mit den Quartiersmanagern kooperierten, könne für Senioren und Seniorinnen ein Umfeld wachsen, in dem sie sich gut und aufgehoben fühlen.

Im Sinne einer sorgenden Gesellschaft

Die Caritas Baden-Württemberg und ihre Träger treten auch mit vielfältigen Angeboten im Sinne einer sorgenden Gesellschaft dafür ein, dass die Stadtteile und Gemeinden für ältere Menschen attraktiv sind. Hierzu gehören etwa Beratungsangebote für Unterstützmöglichkeiten, für demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen oder Begegnungscafés.

Vor allem aber die so wichtige Vernetzungsarbeit macht sich der katholische Wohlfahrtsverband zur Aufgabe: Vielerorts haben sich Vertreter der Caritas und ihrer Mitglieder mit Bürgermeistern und Sportvereinen an einen Tisch gesetzt, um die Zusammenarbeit im Quartier und damit „eine gute Nachbarschaft“ anzustoßen. 

Hintergrund

2,26 Millionen Menschen sind in Baden-Württemberg über 65 Jahre alt. Rund 400.000 sind pflegebedürftig. Die meisten von ihnen werden zuhause gepflegt, rund ein Viertel in Heimen.

Die Caritas Baden-Württemberg setzt sich dafür ein, dass Sorgebeziehungen in allen Lebensbezügen möglich sind und gelingen. Hierfür haben sich die Träger und Anbieter von Leistungen in der Altenhilfe im Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Netzwerk Alter und Pflege zusammengeschlossen, im Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg zur Diözesan-Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe, Hospizarbeit und Pflege.

Leuchtturmprojekt in der Diözese

Das Sankt-Anna-Quartier in Tettnang