Veranstaltung

Was hat Corona mit dem Glauben zu tun?

Was hat der gekreuzigte Christus mit der Pandemie zu tun? In der Lumen-Christi-Kapelle im Kloster Maihingen hängt Jesus Christus an einem Kreuz in Gestalt eines Lebensbaumes – ausgespannt zwischen Himmel und Erde. Foto: Steffel

Bausteine einer Theologie der Pandemie liefert ein Online-Vortrag des Dekanats Ehingen-Ulm am Freitag, 23. April, um 19 Uhr.

Die Corona-Erfahrungen von Leere und einsamem Ausharren vor Gott sind zentrale Themen der Spiritualität. Doch wie kann es sein, dass die Krise viele Christen so unvorbereitet traf, dass sie gewissermaßen im Glauben nackt dastanden? Der Ausspruch eines Unternehmers - „Bei Ebbe sieht man, ob einer eine Badehose anhat“ - bedeutet auf den Glauben gewendet: In der Not sieht man, ob wir in Grundmotive der Bibel und Frömmigkeit wie etwa Wüste und Wunden eingeübt sind oder nicht. Der Online-Vortrag will Raum geben für unterschiedliche Erfahrungen mit Corona und Lockdown, mit Wüste und Verwundung, mit Angst und Zuversicht.

Der Philosoph Han aus Berlin mit südkoreanischen Wurzeln betrachtet das Virus unter dem Thema der Schmerzen und einer Gesellschaft, die Schmerzen komplett ausschalten will: „Verschwindet die schmerzende Erbse, so beginnen die Menschen unter weichen Matratzen zu leiden.“ Es sei die gerade gefühlte Sinnlosigkeit des Lebens selbst in unseren Wohlstandsgesellschaften, die wirklich schmerze und auf vielen Wegen betäubt werde. Der tschechische Theologe Halik, unter dem Kommunismus in der Untergrundkirche aktiv, sieht neue Suchbewegungen durch Corona. Man könne nicht mehr aufteilen „zwischen denjenigen, die sich für Gläubige halten und denjenigen, die sich für Ungläubige halten. ‚Suchende‘ gibt es sowohl unter den Gläubigen als auch unter den ‚Ungläubigen‘.“ Es entstehe eine neue Gemeinschaft der Suchenden, ob sie nach unseren Maßstäben gläubig seien oder ungläubig. 

Verschiedene Fragen, die sich in dem zurückliegenden Jahr der Pandemie zugespitzt haben oder die neu aufgeploppt sind – die Frage nach menschlicher Machbarkeit und Perfektionismus oder die Frage nach der Systemrelevanz der Kirche im Zeichen von Corona – nehmen in dem Online-Vortrag ebenso Raum ein wie Statements von Menschen aus der Diözese – etwa aus der Kunst oder aus geistlichen Bewegungen und auch mit Corona-Erfahrungen aus Klinik und Altenheim. Der Theologe und Ulmer Dekanatsreferent Dr. Wolfgang Steffel sammelt und bearbeitet in seinem Vortrag verschiedene Bausteine einer Theologie der Pandemie – klopft sie ab, sortiert. Etwas für sich daraus bauen kann und muss jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer selbst.

INFO

Teilnahme am Vortrag am 23. April um 19 Uhr per Zoom-Konferenz unter:
https://zoom.us/j/8852699290?pwd=OHpQZ05VVW80dUU1d1pZT3BCSHc1QT09
Alternativ Zugang über www.zoom.us bei "Einem Meeting beitreten"
Meeting-ID: 885 269 9290, Kenncode: 196365
Tel.: 0695 050 2596, 069 7104 99222 oder 069 3807 9883 mit obiger ID
und Kenncode