Familienerholungswerk

Weit mehr als Urlaub

Das Familienerholungswerk der Diözese bietet Erholung für Körper, Geist und Seele. Vorstand Andreas Hase stellt das neue Programm vor.

Zwischen 25.000 und 30.000 Gäste verzeichnet das Familienerholungswerk der Diözese Rottenburg-Stuttgart (FEW) durchschnittlich im Jahr. Darunter findet sich die klassische Familie mit Vater, Mutter und Kind ebenso wie Senioren, Jugendgruppen oder Alleinerziehende.

Vorstand Andreas Hase spricht im Interview über das aktuelle Programm des FEW und die Besonderheiten dieses ganz speziellen Angebots der Katholischen Kirche. Der gelernte Hotelfachmann hat früher ein Feriendorf im Bistum Limburg geleitet und steht dem FEW in der Diözese Rottenburg-Stuttgart seit 2017 vor.

Herr Hase, warum bietet die Katholische Kirche eigentlich Urlaub an?
Die Familienerholung ist weit mehr als Urlaub. Dahinter steckt ein pädagogisches und ein pastorales Angebot der einzelnen Feriendörfer, die ein jeweils ganz individuelles Profil haben. Schramberg setzt beispielsweise auf Erleben, Entdecken und Entfalten, Langenargen – passend zum Bodensee natürlich – auf das Erlebnis von Zeit am See und Eglofs im Allgäu auf die Nähe zur Natur. Wir bieten Erholung für Körper, Geist und Seele und beschränken uns nicht nur auf die körperliche Erholung. Zudem konzentrieren wir uns auf die Familie als Keimzelle der Gesellschaft. Ist diese gesund und vital, so funktioniert die Gesellschaft auch als Ganzes, und das zu gewährleisten, ist natürlich Aufgabe der Kirche. Viele Gäste, die sonst mit Kirche nicht viel am Hut haben, erfahren in unseren Feriendörfern Kirche am Ort und genießen hier die schönsten Tage des Jahres. Das schafft gerade für die Kirche auch einen ganz besonderen Zugang zu den Menschen.

Was unterscheidet das Programm des FEW denn von herkömmlichen Urlaubsanbietern?
Ganz klar unser pastorales und pädagogisches Zusatzangebot. Wir bieten keine Hotelanimation, sondern ausgebildete Pädagogen schaffen ein anspruchsvolles Programm vor Ort – sei es Töpfern, Bildhauerei oder gemeinsames Kochen und Essen. Zudem haben wir pastorale Mitarbeiterinnen, die neben ihrer Tätigkeit als Gemeindereferentinnen in unseren Feriendörfern tätig sind.

Was konkret erwartet Ihre Gäste und Neugierige in diesem Jahr in Ihren Feriendörfern, Herr Hase?
Neben unseren klassischen Familienfreizeiten bieten wir 2020 beispielsweise spezielle Aquarellkurse am Bodensee und Wildniswochen im Schwarzwald, die Möglichkeiten unserer Waldakademie und der Waldpädagogik, Vater-Sohn-Angebote im Allgäu oder auch Freizeiten für Pflegende und ihre an Demenz erkrankten Angehörigen an. Zudem planen wir gerade noch einen Urlaub speziell für Familien mit behinderten Kindern. Das war im vergangenen Jahr ein großer Erfolg und die zehn Plätze für Familien, die wir hatten, waren schnell ausgebucht. Schließlich ist es kaum möglich, mit einem schwerbehinderten Kind Urlaub im Hotel zu machen. Wir hingegen machen das möglich und kooperieren gerade bei Familien und Alleinerziehenden, die im Alltag besondere Herausforderungen meistern müssen, seien es Mobbing, Sucht oder wirtschaftliche Einschränkungen, mit dem Land Baden-Württemberg, das zum Beispiel diese Freizeit ganz erheblich bezuschusst hat.

Wer kommt denn in der Hauptsache zu Ihnen?
In 70 bis 80 Prozent der Fälle sind das natürlich Familien jeglicher Ausgestaltung, die einfach Entspannung und Erholung suchen. Sie buchen ein oder zwei Wochen bei uns die Familienfreizeit und genießen das spezielle Programm am Vormittag für Kinder, das den Eltern in dieser Zeit volle Erholung ermöglicht. Nachmittags gibt es dann gemeinsame Angebote. Zudem starten wir mit einem Morgenimpuls in den Tag und es finden bei uns Gottesdienste statt, an denen unsere Gäste teilnehmen können. Gerade unser pastorales Angebot wird immer stärker nachgefragt.
Gleichwohl gibt es keinerlei Beschränkung auf Familien. Wir freuen uns über Schulklassen, Chöre oder Senioren. Wir sind völlig offen. Bei uns ist jeder Mensch ein willkommener Gast.   

Wer erhält eine Förderung für einen Urlaub in einem der drei Feriendörfer?
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern fördert das Land Baden Württemberg die Familienerholung seit dem Jahr 2005 leider nicht mehr, es gibt also keine direkten Zuschüsse für Familien mit kleinem Einkommen.
Eine andere Möglichkeit ist es aber, eine Förderung bei der Katholischen Kirche zu beantragen, die sich mit der "Stiftung Lebensraum für die Familie" in unserer Diözese ganz erheblich für die Familienerholung einsetzt. Hier gibt es zwei Bedingungen: Erstens muss ein Elternteil oder die Kinder katholisch sein. Zweitens gilt für die Förderung eine bestimmte Einkommensgrenze. Am einfachsten ist es, wenn uns Interessierte wegen einer möglichen Förderung ansprechen. Wir beraten dann gerne ausführlich und vertrauensvoll.

Das Familienerholungswerk der Diözese

Das FEW zählt jährlich im Schnitt rund 100.000 Übernachtungen. Es betreibt drei gemeinnützige Familienferiendörfer in Baden-Württemberg und ist Gastgeber für Familien und Gruppen.

Als Anbieter von Familienerholung und Familienbildung trägt das FEW zur Entlastung, Förderung und Stärkung von Familien bei.

Gegründet wurde das FEW vor mehr als 60 Jahren mit dem ersten Familiendorf in Langenargen.

Das FEW ist ein anerkannter Fachverband des Caritasverbandes.

Alle Einrichtungen zählen zu Preisträgern des Landeswettbewerbs „Familien-Ferien“ und erfüllen damit hohe Service- und Qualitätsstandards.

www.familienerholungswerk.de