20 Jahre Diözesansynode

„Nicht nur unsere Kirche braucht engagierte, zur Übernahme von Verantwortung bereite Christen, auch unsere Gesellschaft braucht eine kompetente zeitgenössische Kirche“, sagte der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst. „Wir wollen uns an dieses herausragende und nachhaltig wirkende Ereignis heute erinnern und mit dieser Erinnerung und Vergegenwärtigung auch zugleich einen kräftigen Impuls für die Zukunft verbinden.“

Die im letzten Jahrzehnt entwickelten Pastoralen Konzepte, so Fürst, folgten der gelegten Spur der Diözesansynode. Auch die im Dezember 2003 in Kraft gesetzten Pastoralen Prioritäten „Zeichen Setzen in der Zeit“ seien in dieser Linie zu sehen. Gerade diese beispielhafte und ergebnisorientierte Beratungsarbeit der Prioritäten stehe im konziliaren Geist und zeige, „dass pastorale Prioritätensetzungen in breit angelegten Beratungs- und Konsultationsprozessen gelingen und in die leidvollen Reduzierungsprogramme heilsame und theologisch verantwortete Orientierung bringen.“

Das Zweite Vatikanische Konzil und das Kirchenrecht hätten mit gutem Grund auch zur Beratung des Bischofs verschiedene Räte eingerichtet, so Fürst im Hinblick auf die Mitglieder des Diözesanrats, der am folgenden Samstag in Rottenburg eine Versammlung anschließt. Alle, selbstverständlich auch die kirchlichen Ämter in ihren Leitungsfunktionen hätten seither von dieser Art der Beratung und Mitwirkung der Laien profitiert. Erstmals bestand die Diözesansynode 85/86 aus Klerikern und Laien. Darin zeige sich auch, so der Bischof, wie sehr sich die Synode bemüht habe, den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils aufzunehmen.

Bilder und Erinnerungen von Zeitzeugen, wie dem damaligen Synodensekretär und späteren Domdekan, Prälat Georg Kopp, ließen lebendig werden, was vor 20 Jahren in der Diözese in der Luft lag, und im Gefolge des Zweiten Vatikanischen Konzils auf diözesaner Ebene besprochen und beschlossen wurde. Dabei wurden besonders die Erinnerung an die prägende Person des Bischofs Dr. Georg Moser und die Begeisterung der Synodenteilnehmer und Mitarbeiter im Bischöflichen Ordinariat, aber auch die Unterstützung der Stadt Rottenburg für ein solch großes Unterfangen hervorgehoben.

In kurzen Beiträgen wurde einzelne Bereiche des kirchlichen Lebens, wie Liturgie, Verkündigung und Jugendarbeit, damals und heute thematisiert. Das Schlusswort hatte der Bischof mit Anmerkungen und Impulsen unter der Überschrift „Zeichen setzen in der Zeit“.

1985 und 1986 haben mehr als 300 Synodenmitglieder und Berater in engagierter und verantwortungsbewusster Arbeit sich mit den Fragen beschäftigt, wie denn die "Weitergabe des Glaubens an die kommende Generation" lebendig und überzeugend geleistet werden kann. Vieles aus den damaligen Diskussionen und Beschlüssen ist umgesetzt worden und dennoch auch heute noch und wieder aktuell. „In allem“, so der Bischof,“ was wir auf den Weg bringen, sollten wir das Ziel im Auge behalten, mit christlichem Freimut das Evangelium zu verkünden, selbstbewusst von unserem Glauben Zeugnis abzulegen und uns kompetent in die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen einzumischen.“