50 Jahre Bischöfliches Bauamt

„Die Kirche lebt als Zeugnis für Gottes Liebe zu den Menschen und erfüllt ihren innersten Dienst, wenn sie diese Liebe Gottes glaubwürdig bezeugt. Das muss auch für den materiellen, vom Geist geformten Bau einer Kirche gelten“, so Bischof Fürst. Ein Gebäude, das durch seine Form das Sakrament Kirche in der Zeit bezeichne, sei stets aufs Neue zur eigenen Gestaltfindung verurteilt. Im Kirchenbau sei, wie wohl kaum irgendwo sonst, der Mensch herausgefordert, das Göttliche in die angemessene Form und Gestalt zu bringen, sagte der Bischof weiter.

Bischof Fürst warf die Frage auf, wie sich gegenwärtig der Glaube angesichts der zeitgenössischen Bedingungen und der zunehmend schwieriger werdenden finanziellen Situation der Kirche, ein „Haus bauen könne“.
„Wir sind die lebendigen Steine, und ohne uns bleiben selbst die architektonisch gelungensten Kirchenbauten Kunstformen ohne Verwirklichungscharakter“, so der Bischof. Das Jubiläum des Bischöflichen Bauamts erinnere die Menschen daran, lebendige Steine zu sein und weise auf den Verkündigungsauftrag der Kirche: „Die Kirchenbauten sollen mitten in der Welt einen deutlichen Fingerzeig auf den Ganz-Anderen geben, der in der Liebe mitten unter uns ist.“

„Die letzten 50 Jahre zeigen, Bauten entstehen aus der Lebensgeschichte der Menschen. Bauten schreiben Geschichte und sind Geschichte. Die Geschichte unsere Diözese ist sichtbar, begehbar und bewohnbar geworden“, lobte der Bischof das Engagement der Mitarbeiter/-innen des Bischöflichen Bauamts.
Auch Domdekan Weihbischof Johannes Kreidler würdigte die Leistung des Bauamts in den letzten Jahrzehnten, die besonders für die Konsolidierung und Entwicklung kirchlicher Standorte notwendiger denn je erscheine. Insbesondere rücke die Bewahrung der Schöpfung und Standortentwicklung in den Blick, wenn darum gehe, kirchliche Bauwerke zu renovieren, sanieren, abzugeben oder neu zu erreichten.

Sechs Kirchengemeinden erhalten die „Auszeichnung guten Bauens“

Anlässlich des Festakts zum 50-jährigen Bestehen des Bischöflichen Bauamts hat die Diözese unter dem Motto „Die Zeichen der Zeit erkennen – zeichenhaft handeln“ sechs Kirchengemeinden ausgezeichnet.
Geehrt wurden qualitätsvolle Projekte, die eine aktive Beziehung zur Gesellschaft aufnehmen, die kritische Zeitgenossenschaft der Kirche spiegeln, die Verantwortung für die Schöpfung wahrnehmen und letztlich die kirchliche Identität vor Ort artikulieren.

Bischof Fürst überreichte das Zertifikat:
· der Katholischen Kirchengemeinde St. Martinus, Heilbronn-Sontheim
· der Katholischen Kirchengemeinde St. Martinus, Waldenbuch
· der Katholischen Kirchengemeinde St. Martin, Rottenburg
· der Katholischen Kirchengemeinde St. Blasius, Upflamör
· der Katholischen Kirchengemeinde St. Antonius, Stuttgart-Zuffenhausen
· der Katholischen Kirchengemeinde Guter Hirte, Ulm-Böfingen.

Das Bischöfliche Bauamt wurde 1956 als „Baubüro“ gegründet. Unter der Führung der geistlichen Referenten Domdekan Anton Großmann, Domkapitular Msgr. Josef Schupp, Domkapitular Prälat Heinz Tiefenbacher, Domkapitular Prälat Werner Groß und seit 2004 Domdekan Weihbischof Johannes Kreidler sowie Rudolf Lückmann und seit 1996 Heiner Giese betreut es kirchengemeindliche wie diözesane Bauvorhaben und prägt damit das Gesicht der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Die aktuelle Hauptaufgabe des Bauamtes ist die Pflege von rund 8.000 Gebäuden der Diözese und der Kirchengemeinden.