Absichtslose Diakonie: den Menschen um seiner selbst willen lieben

Über ihren Weihegottesdienst haben sie das Jesus-Wort gestellt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Sie beschreiben damit ihr Selbstverständnis im Amt des Diakons, vorrangig für Menschen da zu sein, die in besonderer Weise Unterstützung und Begleitung benötigen.

Weihbischof Renz hob in der Predigt des Weihegottesdienstes drei Aspekte des diakonischen Dienstes hervor. Eine „existenzielle Diakonie“ bestehe darin, eine Hoffnung zu bezeugen, „die nicht trügt, sondern trägt“. Der Glaube an Jesus Christus sei nicht das Resultat eigener Illusionen, Träume und Sehnsüchte. Darum trage er, auch wenn das Wasser manchmal bis zum Halse stehe. Dies müsse vor allem für Gestrauchelte, Entrechtete und Zukurzgekommene erfahrbar sein. „Ihnen muss die Kirche die rettende Hand entgegen strecken“, sagte Weihbischof Renz. Die Wahrheit des christlichen Glaubens zu verkünden, provoziere oft, weil sie absolut sei, betonte der Weihbischof. Aber dies bedeute auch eine „kulturelle Diakonie“, einen „unverzichtbaren kulturellen Dienst an denen, die heute keine Orientierung mehr haben und keinen Halt mehr finden“. Und schließlich bedeute der diakonische Dienst, „eine Liebe zu leben, die ansteckt, weil sie absichtslos ist“. Dies bezeichnete Weihbischof Renz als „caritative Diakonie“. Das Tun der Kirche, so betonte er, müsse immer wieder „auf den Prüfstand der Absichtslosigkeit“. Diese bestehe darin, die Menschen um ihrer selbst willen zu lieben und nicht mit dem Ziel, sie „für irgendetwas zu gewinnen“.

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Siegfried Hermann, 1953 in Schwäbisch Gmünd geboren, lebt heute in Iggingen im Ostalbkreis. Für den seit 30 Jahren verheirateten Ehemann und Vater von zwei Kindern war in seiner Jugend das Umfeld einer sakral orientierten Bildhauerwerkstatt prägend. Er selbst ist allerdings im nationalen wie im internationalen Bereich als Projektleiter und Accountmanager in der IT-Branche tätig. Diesen Beruf wird er auch so „Diakon im Zivilberuf“ beibehalten. Die Gemeindearbeit ist ihm allerdings aus 15-jähriger Erfahrung in kirchlichen Gremien und in liturgischen Diensten vertraut. Als Diakon wird er künftig in der Seelsorgeeinheit „Am Limes“ im Dekanat Ostalb eingesetzt sein, zu der die Pfarreien Herlikhofen, Hussenhofen und Iggingen gehören. In seinem beruflichen Umfeld sieht er seine Aufgabe in Gesprächsangeboten. In der Gemeindeseelsorge, in der er ebenfalls mitwirken wird, will er sich neben liturgischen Aufgaben dem Besuchsdienst sowie Predigten und Taufgesprächen widmen. Seine besondere Aufmerksam will er alten Menschen in der Gemeinde widmen.

Alexander Hofer, geboren 1954 in Stockach (Kreis Konstanz), lebt seit 1988 mit Frau und drei Söhnen in Mönsheim im Enzkreis. Nach dem Abitur studierte Alexander Hofer in Freiburg Theologie, Germanistik und Philosophie. Nach dem Referendarsdienst in Kornwestheim und Bietigheim-Bissingen wurde er 1983 nach Renningen versetzt, wo er heute als Oberstudienrat die Fächer Deutsch und katholische Religion unterrichtet. Der Weg zum „Diakon im Zivilberuf“ wurde ihm einerseits durch langjähriges Engagement in kirchlichen Ehrenämtern in seiner Heimatgemeinde Mönsheim und in der Seelsorgeeinheit Heimsheim-Wiernsheim im Dekanat Mühlacker gewiesen, zum anderen durch seine Begegnung mit dem Benediktinerorden im Kloster Beuron. Das benediktinische „Ora et labora“ – „Bete und arbeite“ – ist für ihn Vorbild für ein geistliches Amt, das im Alltagsleben eines bürgerlichen Berufs gelebt wird. Die Seelsorgsaufgaben, die ebenfalls zu seinem Amt als Diakon gehören, wird er in der Seelsorgeeinheit Südliches Strohgäu mit den Pfarreien Ditzingen, Gerlingen und Hirschland (Dekanat Ludwigsburg) wahrnehmen, wo er auch seine Ausbildung als Diakon erfahren hat. Schwerpunkte seiner Tätigkeit werden dort die Altenarbeit und die Betreuung eines Pflegeheims in Hirschlanden sein.

Lovro Pavlić wurde 1951 in Goričan (Kroatien) geboren. Der Gymnasiallehrer lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen seit 1982 in Ostfildern. Auf sein Amt als Diakon hat er sich neben seinen beruflichen Tätigkeiten in einem Grund- und Aufbaukurs im Stuttgarter Studienkreis Theologie vorbereitet. Als „Diakon im Zivilberuf“ wird er seinen Lehrerberuf weiterhin ausüben. In der Gemeindeseelsorge wird er darüber hinaus künftig in Ostfildern in den katholischen Kirchengemeinden Zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Nellingen, St. Dominikus in der Parksiedlung, Zum Guten Hirten in Scharnhausen sowie im Scharnhauser Park tätig sein.

Oliver Pfaff, im Jahr 1969 in Rottweil geboren und in Schömberg (Kr. Balingen) aufgewachsen und mit seiner Frau bis heute wohnhaft, hatte ursprünglich den Beruf des Glasbläsers erlernt und bis 1992 ausgeübt. Dann zog es ihn in die Pädagogik. Von 1992 bis 1994 absolvierte er am Pädagogischen Fachseminar in Kirchheim/Teck eine Ausbildung als Fachlehrer für musisch-technische Fächer mit dem Schwerpunkt Bildende Kunst. Seit 1995 ist er als Fachlehrer in eine Grund- und Hauptschule in Oberndorf am Neckar tätig. Den Weg zum Diakonat hatte ihn neben langjährigem ehrenamtlichem Engagement in der Kirchengemeinde auch eine entsprechende Motivierung durch den Heimatpfarrer gewiesen. Künftig wird er sein geistliches Amt und seinen pädagogischen Beruf als „Diakon im Zivilberuf“ miteinander verbinden können. Denn einen starken Akzent will er künftig auf die Schulseelsorge legen. Allerdings wird er sich – neben Gottesdienst und Predigt - auch dringender caritativer Aufgaben in seiner Einsatzpfarrei annehmen. Diese wird die Pfarrei St. Peter und Paul in Schömberg im Dekanat Balingen und die dazu gehörige Wallfahrtskirche Palmbühl sein.

Jochen Rimmele wurde 1973 in Althausen (Kreis Ravensburg) geboren und ist dort aufgewachsen. Der Ehemann und Vater von zwei Töchtern hat im wörtlichen Sinn einen weiten Weg zurückgelegt, bis er zum Beruf des Diakons gekommen ist. Bereits als junger Mensch durch Jugend- und Eine-Welt-Arbeit stark geprägt, hat er katholische Theologie und Sportwissenschaft studiert, und zwar in Freiburg und Tübingen, aber auch in Argentinien und Brasilien. Die mehrjährige Erfahrung mit der Kirche in Lateinamerika hat seinen weiteren Berufsweg und seine Entscheidung, Diakon zu werden, deutlich beeinflusst. Von 2002 bis jetzt ist er Referent für Weltkirchliche Freiwilligendienste und Eine-Welt-Arbeit beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bischöflichen Jugendamt in Wernau und hat dort ebenso wie in der Wernauer Kirchengemeinde zahlreiche Impulse für die weltkirchliche Solidaritätsarbeit gesetzt. Als Diakon wird er zunächst in den Kirchengemeinden in Wernau (Dekanat Esslingen-Nürtingen) mitarbeiten. Ab September wird er als Diakon im Hauptberuf in der Seelsorgeeinheit Argenbühl im Dekanat Allgäu-Oberschwaben (Kr. Ravensburg) tätig sein.

Thomas Vogt, geboren 1968 in Ravensburg, war nicht nur der Weg zum Diakonat, sondern auch der Weg zum christlichen Glauben eine bewusste Entscheidung seiner Erwachsenenjahre. Der Ehemann und Vater von zwei Söhnen, der heute in Waldburg (Kr. Ravensburg) lebt, ist als Elektromonteur im Ravensburger Bezirkszentrum eines großen Energieversorgers tätig. Erst im Jahr 1998, als 30-Jähriger also, wurde er in Weingarten von einem jungen Seelsorger getauft, der ihn auch auf seinem weiteren Weg im ehrenamtlichen Engagement in der Kirchengemeinde bis hin zur Ausbildung als Diakon begleitet und ermutigt hat. Von 2002 bis 2004 absolvierte er an der Katholischen Akademie der Würzburger Domschule im Theologischen Fernkurs sein Studium, parallel dazu nahm er 2004 am Interessentenjahr für das Diakonat im oberschwäbischen ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Heiligkreuztal. Sein Praktikum der Diakonenausbildung leistete er in der Seelsorgeeinheit St. Maria und Heilig Geist in Weingarten. Als „Diakon im Zivilberuf“ wird er zum einen seinen technischen Beruf weiter ausüben. Zum anderen wird er in der Seelsorgeeinheit „Tor zum Allgäu“ mit den Pfarreien Hannober, Vogt und Waldburg im Dekanat Allgäu-Oberschwaben sowie im Kreiskrankenhaus 14 Nothelfer in Weingarten mitarbeiten. Sein Tätigkeitsschwerpunkt werden dort die Senioren- und die Krankenhauseelsorge sein.