Adventsbesuch bei „Real“ und „Karstadt“

Dabei ging es ihm bei den Besuchen des „Real“-Marktes in Böblingen und des „Karstadt“-Warenhauses am Mittwochnachmittag in Leonberg nicht um Sonderangebote, sondern um das Wohl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf Einladung der Betriebsseelsorge der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Betriebsräte machte er sich vor Ort ein Bild von den Arbeitsbedingungen im Einzelhandel.

Im Gespräch mit den Arbeitnehmervertretern und den Seelsorgern ging es unter anderem um Themen wie Ausweitung der Arbeitszeiten und wachsenden Leistungsdruck auf die Beschäftigten. Auch der Schutz von Sonn- und Feiertagen vor überzogenen Profitinteressen sowie die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit in härter werdenden Arbeitsbedingungen standen zur Diskussion. Bei dem vom Bischof besuchten „Real“ in Böblingen arbeiten nach Angaben der Betriebsseelsorge zwei Drittel des Personals in Teilzeit; ebenso groß ist der Anteil der Frauen in der Belegschaft. Bei „Karstadt“ in Leonberg sind rund 120 Mitarbeiter angestellt, überwiegend in Teilzeit. Dort machen Frauen 85 Prozent aus.

Das Bruttoeinkommen von Vollzeitbeschäftigten im Einzelhandel beläuft sich nach Angaben der Betriebsseelsorge auf durchschnittlich 1.500 bis 2.000 Euro im Monat. „Damit lässt sich hierzulande eine Familie nicht ernähren“, kritisierte der Böblinger Betriebsseelsorger Walter Wedl. Von einem Existenz sichernden Lohn sei der Einzelhandel weiter weg denn je.

Uwe Renz