Als Volk Gottes gemeinsam unterwegs

Er rief die Gläubigen dazu auf, sich in diesem Jahr verstärkt des Auftrags bewusst zu werden, als Volk Gottes gemeinsam unterwegs zu sein. Der Diözesanpatron und Patron Europas, der heilige Martin, könne dafür als Leitbild dienen. Der Martinusweg, der auf 1.200 Kilometer die württembergische Diözese durchzieht, biete sich als Raum für gemeinsame Glaubenserfahrungen an, sagte der Bischof. Mit Kerzenlichtern wurde im Gottesdienst dargestellt, wie der christliche Glaube das Leben erhellen und wie er weitergegeben werden kann.

Papst Benedikt XVI. hatte bereits 2011 ein Jahr des Glaubens angekündigt und es am Donnerstag für die Weltkirche eröffnet. Den Impuls für das Jahresmotto „Von Glaubenszeugen lernen“ gab ein Satz Papst Pauls VI. von 1975: „Der heutige Mensch hört lieber auf Zeugen als auf Lehrer. Wenn er auf Gelehrte hört, dann, weil sie Zeugen sind." Der Beginn des Glaubensjahrs trifft zusammen mit dem Gedenken an die Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren.

Besonders hervorgehoben wird die Erinnerung an große Glaubenszeugen der Diözese. Dazu gehören der selige Pater Rupert Mayer, der Bekennerbischof Joannes Baptista Sproll, der besonders im Raum Ellwangen verehrte Pater Philipp Jeningen und der von den Nationalsozialisten hingerichtete württembergische Staatspräsident Eugen Bolz. Als Diözesanpatron genießt auch der heilige Martin besondere Aufmerksamkeit. So führt die Diözesanwallfahrt vom 21. bis 25. Mai 2013 ins ungarische Szombathely, den Geburtsort des heiligen Mantelteilers. Vom 9. bis 12. Oktober 2013 veranstaltet die Akademie der Diözese in Weingarten einen Martinus-Kongress mit renommierten Fachleuten. Schließlich haben viele Frauen und Männer in Dekanaten und Gemeinden dazu beigetragen, dass der Europa verbindende Martinusweg zum Pilgern einlädt.

Der Gottesmutter wird im Jahr des Glaubens in besonderer Weise gedacht, stellte doch Bischof Sproll seine Diözese in der NS-Zeit unter ihren Schutz. Bildhaft zum Ausdruck kommt diese Verehrung am 25. November, wenn die Stuppacher Madonna von Grünewald nach Sanierung wieder an ihren fränkischen Platz kommt.

Uwe Renz