An tiefere Wirklichkeit erinnern

Die Kunst könne in ihren Werken eine Wirklichkeit erschließen, „die tiefer sieht und reicht, damit wir uns erinnern, wohin wir gehen und wohin wir gehen sollen“, sagte der Bischof beim traditionellen Aschermittwoch der Künstler an der Akademie der Diözese in Stuttgart. Bei dem Künstlertreffen unter dem Motto „Quo vadis – wohin gehst du?“ unterstrich Bischof Fürst in seiner Predigt die Notwendigkeit des Bemühens der Kirche, „heimatlos-aufgescheuchten Seelen“ ein Dach sowie Heimat und Orientierung zu bieten.

Der Bischof stimmte dem 2005 verstorbenen Tübinger Moraltheologen Alfons Auer zu, der gefordert hatte, die Kirche müsse „intellektuell, ethisch und ästhetisch bewohnbar sein, bleiben und immer mehr werden“. Die am Aschermittwoch auf die Köpfe der Gläubigen gestreute Asche ist für Bischof Fürst Symbol der Hinfälligkeit und Vergänglichkeit. „In der Asche ist das Leben wieder ins Leblose, ins Nichts zurückgekehrt.“ Sich mit dem Aschekreuz bestreuen zu lassen, bedeute aber auch, neu beginnen zu wollen. Die Asche kennzeichne damit einen Wendepunkt, an dem ein guter Neuanfang hin zum Leben spendenden Gott Christi gewagt werden könne, der stärker ist als der Tod.

Bischof Fürst lud dazu ein, die 40-tägige österliche Bußzeit zu nutzen, ungeschminkt und redlich „das eigene Leben zu überdenken und Lebens-Weichen neu zu stellen“. Kirche und Kunst beflügelten sich auf dieser Suche im Dialog gegenseitig, so der Bischof, und erinnerten sich der je tieferen Wirklichkeit. „Ich bin überzeugt, dass beide Seiten um das gleiche Thema ringen: den Menschen und sein Heil.“