Angola braucht keine Waffen, sondern einen Friedensprozess

Bei dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der angolanischen Hauptstadt Luanda sind Pläne bekannt geworden, Angola sechs bis acht bewaffnete Patrouillenschiffe im Wert von jeweils zwischen 10 und 25 Millionen Euro zu verkaufen. Irritierend ist nach den Worten von Bischof Fürst besonders die Begründung, man wolle dazu beitragen, dass regionale Konflikte in Afrika durch regionale Truppen befriedet werden. Dies rede nicht der Befriedung das Wort, sondern der Verschärfung kriegerischer Spannungen mit den Nachbarstaaten.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hatte im März 2011 gemeinsam mit der angolanischen Bischofskonferenz und der Caritas Angola einen internationalen Friedenskongress in Luana ausgerichtet. Darin hätten die einheimischen kirchlichen Partner deutlich gemacht, dass sich das Land nach 40 Jahren Krieg und Bürgerkrieg in einer sehr labilen Ruhe befinde und dringend einen Prozess der Befriedung und der Versöhnung benötige, sagte Bischof Fürst. Dies sei nicht mit Waffen zu erreichen, sondern mit sozialer Gerechtigkeit, mit der Wahrung von Menschenrechten und mit einem funktionierenden Bildungs- und Gesundheitssystem, das auch den armen Bevölkerungsschichten zugute komme. Entwicklungspolitik müsse bedeuten, den Aufbau von Infrastrukturen zum Wohl der Menschen zu unterstützen und nicht die Investition in Kriegsgerät. „Waffen sind das Letzte, was ein Land braucht, in dem der überwiegende Teil der Bevölkerung in Elendsquartieren und in bitterer Armut lebt und in dem diesseits und jenseits der Grenze zum Kongo Hunderttausende ohne jede Perspektive in Flüchtlingslagern hausen“, sagte der Bischof. Es könne nicht sein, dass wirtschaftliche Interessen die humanitären und entwicklungspolitischen Prinzipien zur Makulatur machten.

Gesprächspartner:
Klaus-Jürgen Kauß, Tel. 07472 169-491
Dr. Thomas Broch, Tel. 07472 169-528
(Mitwirkende beim Friedenskongress in Luanda)

Dr. Thomas Broch