Anknüpfen an konkreter Lebenswelt

Erwachsenenbildung könne ein vorzüglicher Ort sein, an dem sich Sehnsüchte und Hoffnungen von Christen artikulieren, sagte Drumm am Dienstag in Stuttgart zum Auftakt der zweitägigen Jahreskonferenz der bischöflichen Beauftragten für Erwachsenenbildung in der katholischen Kirche in Deutschland. Kirchliche Erwachsenenbildung knüpfe als Ort religiöser Kommunikation direkt an den konkreten Lebenswelten der Menschen an.

Drumm wies darauf hin, dass die Zahl der Kirchenmitglieder, die sich als religiös bezeichnen, steige. Dagegen sinke die Zahl derer, die „an den traditionell etablierten Gemeinschaftsvollzügen und Kommunikationsformen des Gemeindelebens teilnehmen“. Dieser Prozess fordert die Kirche laut Drumm neu heraus zu lernen und die Vermittlung ihrer Inhalte auf veränderte Bedingungen hin zu ändern. Dadurch entstünden Spannungen, die von der Erwachsenenbildung fantasievoll und kreativ aufgegriffen und bearbeitet werden müssten. Der Ordinariatsrat hob hervor, es gebe eine tiefe Sehnsucht nach Sinn und ein wachsendes Bedürfnis, die Banalität des Alltags sinnfüllend zu übersteigen. Familie und Arbeitswelt böten zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Erwachsenenbildung der Kirche, die Sprache der Menschen wieder zu finden und diese religiös sprachfähig zu machen.
- Die Tagung steht unter dem Titel „Individualisierte Religiosität und Kirche. Katholische Erwachsenenbildung im Spannungsfeld von Identität und Verständigung“.