Anregungen für die mediale Präsenz der Kirche

Die Reisegruppe, zu der u. a. auch der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke und Diözesanadministrator des Bistums Trier, Weihbischof Robert Brahm, gehören, informiert sich in einem dichten Besuchsprogramm über Beispiele innovativer Medienarbeit der katholischen Kirche im Norden des amerikanischen Kontinents, um Anregungen für die mediale Präsenz der deutschen Kirche zu bekommen.

Die deutsche Delegation, die am Donnerstag von Frankfurt aus aufgebrochen war, begann ihre Begegnungstour zunächst im kanadischen Toronto, wo neben Gesprächen mit Erzbischof Thomas Collins und katholischen Publizisten auch ein Besuch bei „Salt and Light Television“ auf dem Programm stand, dem ersten und einzigen landesweiten katholischen Fernsehsender in Kanada. Der Sender, so berichtete Bischof Fürst telefonisch, habe unmittelbar vor dem Besuch den „Gabriel Award“ für ein herausragendes TV-Programm erhalten, die höchste Auszeichnung, die die nicht kirchlichen öffentlichen Sender Kanadas vergeben. Er sei beeindruckt, so Bischof Fürst, wie die Verantwortlichen des Senders religiöses Engagement und operative Professionalität miteinander verbänden und in sehr differenzierter Weise auch hoch konfliktive Themen wie Euthanasie und Sterbehilfe oder Embryonenforschung bearbeiteten.

Nach der Ankunft in New York war der Samstag einem Gespräch mit dem Ständigen Vertreter des Vatikans bei der UN, Erzbischof Celestino Migliore, gewidmet; der Abend galt dem Austausch mit Professor Mara Einstein vom New York City College über „Marketing-Religion in einem kommerziellen Zeitalter“. Der Aufenthalt in New York, wo Bischof Fürst am Sonntag in der St Patrick’s Cathedral einen Gottesdienst feierte, der im gesamte Bundesstaat New York über TV und Internet übertragen wurde, diente am Montag u. a. weiteren Expertengesprächen, so etwa über „Katholisches Medienengagement in den USA“ sowie über „Soziale und pastorale Herausforderungen in einer Megacity des 21. Jahrhunderts“, wozu auch der Pfarrer der deutschsprachigen katholischen Gemeinde New York, Peter Bleeser, spezifische Erfahrungen aus seiner Tätigkeit in der German Community beitragen konnte.

Ab Dienstag dient das weitere Programm zahlreichen Vor-Ort-Besuchen. Dazu gehören „The Prayer Channel“, der Fernsehkanal der Diözese Brooklyn, sowie der „Catholic Channel“ in Manhattan, ein Angebot der Erzdiözese New York im Programm von „Sirius Satellite Radio“, dem größten amerikanischen Anbieter von Digitalradio. Nach einem Besuch bei der Redaktion des landesweiten Religionsmagazins „America“ und der Filmbewertungsstelle der amerikanischen Bischofskonferenz haben die deutschen Gäste am Dienstagabend Gelegenheit zu einem Austausch mit den deutschen USA-Korrespondenten Ulrich Adrian (ADR) und Roland Lindner (FAZ).

Die christliche Medienproduktionsfirma „The Christophers“ ist am Mittwochmorgen die letzte Station in Manhattan, dann geht die Fahrt weiter zum Fernsehsender „Telecare TV“ der Diözese Rockville Center und dem christlichen Verlag „Circle Media Publishing“. Im „Boston Catholic TV“ wird Bischof Gebhard Fürst am Donnerstag einen Fernsehgottesdienst halten. Der Sender ist die Fernsehstation des Erzbistums Boston und zugleich rennommiertester katholischer Fernsehsender der USA. Auch ein Besuch bei „The Pilot“, der Kirchenzeitung des Bostoner Erzbistums und ältester Kirchenzeitung der USA, steht auf dem Programm. Den Abschluss des Studienprogramms bildet am Freitagvormittag ein Treffen mit dem Erzbischof von Boston, Kardinal Sean Patrick O’Malley.

Am Samstagvormittag wird die Delegation der Deutschen Bischofskonferenz in Frankfurt zurück erwartet.