Anvertrautes mutig und fantasievoll eingesetzt

Mutig sowie mit viel Engagement und Idealismus hätten sie ihnen anvertrautes Vermögen gewinnbringend für andere eingesetzt, sagte Kreidler am Freitag in Stuttgart bei der Einweihung einer von Alfons Bippus geschaffenen Edelstahl-Stifterpyramide mit den Namen der Geldgeber. Die 2003 gegründete Stiftung „Lebenswerk Zukunft“, deren Stiftungsrat Weihbischof Kreidler vorsitzt, verfügt nach eigenen Angaben über ein Vermögen von rund 8,8 Millionen Euro.

Kreidler hob hervor, dass nur Wagemutige die Dinge zum Positiven verändern können. Wer vor lauter Angst, etwas falsch zu machen, sich eingrabe und lieber nichts tue, verfehle seinen Auftrag und entziehe seinen Mitmenschen sich und seine Möglichkeiten. Stifter dagegen ließen sich mit ihren höchst persönlichen Fähigkeiten in die Pflicht nehmen. Dadurch begeistern sie nach den Worten des Stiftungsrats-Vorsitzenden andere für den Dienst an der Gemeinschaft.
Die Stiftung „Lebenswerk Zukunft“ hat nach Angaben ihres Geschäftsführers Thomas Reuther die Aufgabe, künftige Herausforderungen der Caritas vor dem Hintergrund zurückgehender finanzieller Kräfte zu bestehen. Die Hilfe von Spendern und Stiftern sei elementar wichtig für die sozialen und diakonischen Aufgaben der Kirche. In Deutschland blieben die Kirchen im Vergleich etwa mit den USA weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, was die Gewinnung von Stiftern angeht. In den USA spenden Christen zehn Mal mehr als in Deutschland, so Reuther. Für die Caritas müsse es darum gehen, den jeweiligen Willen der Stifter zu respektieren und ihnen keine anderen Verwendungszwecke aufdrängen zu wollen. Mit der Stifterpyramide im Stuttgarter Haus der Caritas wolle der katholische Wohlfahrtsverband seine Geldgeber „aufs Podest heben“, so der Geschäftsführer.

Baden-Württembergs Alt-Ministerpräsident Erwin Teufel wies darauf hin, dass es auch in einem Deutschland, in dem noch keine Generation so wohlhabend gelebt wie die heutige, Arme, Vereinsamte und in Not Geratene gebe. Der Sozialstaat könne nicht alles auffangen. Deswegen erfordere die Soziale Marktwirtschaft Menschen, die ehrenamtlich und aus christlicher Nächstenliebe ihren Mitmenschen helfen. „Dabei ist die Begegnung mit dem Nächsten nicht planbar. Sie kommt meist unerwartet und quer zum Kalender“, sagte Teufel. Armut in kinderreichen Familien bezeichnete der Alt-Ministerpräsident als „den vielleicht größten Skandal in Deutschland“.